2018

Januar: Königs-Wusterhausen und Diepensee

Die erste Wanderung des neuen Jahres brachte uns in das Dahme-Seengebiet, und zwar nach Königs-Wusterhausen. Seit vor kurzem die Regionalbahn wieder ihren Betrieb aufgenommen hat, war die Ortschaft von Berlin 20 Minuten erreicht.

Wir verließen den Ort über die Potsdamer Straße, die weiter nach Südosten in die nächsten Dörfer führt. Auch Königs-Wusterhausen ist inzwischen flächenmäßig gewachsen, wir liefen durch eine offensichtlich neuere Eigenheimsiedlung. In den Vorgärten schoben sich bereits die ersten Frühlingsblüher durch die Erde, das hatten wir Ende Januar noch nie gesehen.

Nach kurzer Zeit wird das Dorf Neu-Diepensee erreicht. Das ist das Dorf, das ursprünglich in der Nähe von Schönefeld zu finden war und das so um 2004 dem Bau des Flughafens weichen musste und deren Einwohner hierher umgesiedelt wurden. Auch hier sahen wir viele Häuser neueren Baudatums, die rings um den Dorfplatz und das Dorfgemeinschaftshaus gebaut wurden. Felder, die bewirtschaftet werden gibt es nicht mehr, dafür Wiesen, auch kleinere Streuobstwiesen und dazwischen immer wieder Fahrradwege.

Für uns Wanderer ging es weiter in das nächste Dorf mit Namen Deutsch-Wusterhausen. Wir liefen bis zum Denkmalplatz wo die alte Steinkirche und der ehemalige Dorffriedhof zu sehen sind. Das einzige Gasthaus am Platz hatte geschlossen, aber vielleicht öffnet es an den Wochenenden oder im Sommer.

Unser Wanderweg, sollte wieder zurück nach Königs-Wusterhausen gehen, so liefen wir über den Rundweg – der übrigens gut ausgeschildert war – zurück bis zum Nottekanal. Der Kanal ist keine künstlich angelegte Wasserstraße, sondern hier wurde ein Fließ zwischen der Dahme und dem Mellensee kanalisiert. Auf dieser Wasserstraße wurde vor vielen Jahren getreidelt, deshalb der gut ausgebaute Weg neben dem Kanal.

Zurück in Königs-Wusterhausen statteten wir dem Jagdschloss Friedrich-Wilhelms I. das heute ein Museum beherbergt, noch einen Besuch ab. Das Schloss ist aber in den Wintermonaten nicht immer geöffnet. Nach einer kleinen Runde durch den Schlosspark erreichten wir wieder den Bahnhof und konnten zurück nach Berlin fahren.

Schön, dass unsere erste Wanderung ohne den befürchteten Regen durchgeführt werden konnte, der fast täglich seit Jahresbeginn fiel.

Februar: Wanderung von Heiligensee bis Frohnau

Heiligensee gehört mit zu den nördlichsten Dörfern Berlins, die 1920 zu Berlin eingemeindet wurden. So wurde es diesmal für uns eine längere Anfahrt als gewohnt. Aber selbst bei dieser Anfahrt – das letzte Stück mit dem Bus – war interessant, denn wir konnten wieder sehen, wie rasant der Speckgürtel um Berlin wächst.

In der alten Dorfaue von Heiligensee hatte sich nichts geändert, sie war immer noch groß mit der alten Steinkirche und der Schmiede in der Mitte, mit den letzten noch erhaltenen Ausflugsgastätten, die alle Wendungen der Geschichte überstanden haben, und mit dem letzten und einzigen Maulbeerbaum, der aber inzwischen gestützt werden muss. Im Straßenbahndepot, das nicht mehr als solches genutzt wird, weil Buslinien inzwischen die Bewohner und Ausflügler nutzen können haben sich Künstler mit ihren Ateliers etabliert.

Auf der Halbinsel stehend, die in die Havel hineinragt, sahen wir auf das gegenüberliegende Ufer bis Nieder-Neuendorf und erinnerten uns an die Wanderung im vergangenen Jahr, als wir dort wanderten.

Nun folgte die eigentliche Wanderung auf den Wanderwegen entlang der Entwässerungsgräben von denen es noch etliche in Heiligensee gibt, bis zur Stolper Heide, das Waldgebiet zwischen Heiligensee und Frohnau.

Hier verlief mal die Mauer, der Mauerweg wird inzwischen als Rad- und Wanderweg genutzt und ist offensichtlich bei Joggern beliebt, denn er führt durch schönen Kiefernbestand. Dass der Wald auch bei den Stürmen in den vergangenen Monaten in Mitleidenschaft gezogen wurde sahen wir an den Gestrüpphaufen neben dem Weg und den bereits zersägten Stämmen.

Wir erreichten dann Frohnau, einst als Gartenstadt errichtet hat sie nichts von ihrem ursprünglichen Charme verloren. Schöne Landhäuser stehen auf den Grundstücken, dazwischen stehen auf dem märkischen Sandboden hohe Kiefern oder Laubbäume, die Ortschaft ist fast gänzlich von Wald umgeben.

Da wir zwar einen kalten, aber regenfreien Wandertag hatten stiegen wir nach dem Pensum von 10 km für die Rückfahrt zufrieden in die S-Bahn.

Februar: der „Innere Parkring“ Teil 1, von Schoeneberg bis Grunewald

Diese Wanderung wurde von mir bereits schon einmal im März 2010 gelaufen und beschrieben. Deshalb verzichte ich hier auf eine Wiederholung des Textes. Der Innere Parkring gehört zu den „Grünen Hauptwegen“, er führt durch Grünanlagen, vorbei an Seen, Kleingartenanlagen und Friedhöfen und umrundet mit einer Länge von über 40 Kilometern dabei Berlin. Ich habe ihn in Teiletappen von etwa 10 Kilometern aufgeteilt. Die erste Wanderung liefen wir ab dem Rudolf-Wilde-Park in Schöneberg bis zum S-Bahnhof Grunewald. Es war schön, dass wir zwar an einem kalten, aber freundlichen Wintertag diese Tour unternahmen.

Februar: der „Innere Parkring“ Teil2, von Grunewald bis Jungfernheide

Auch diesen Teil des Grünen Hauptweges sind wir schon einmal vor einiger Zeit gelaufen, aber gerade eine Stadtwanderung ist immer dann schön, wenn die kahlen Bäume einen ungehinderten Blick in die Umgebung zulassen.

Wir starteten am S-Bahnhof Grunewald und liefen durch die Villenkolonie hier am Rand des Grunewalds bis in städtische Regionen. Der Weg führte vorbei an den kleinen Grunewaldseen, die den großen Grunewaldseen vorgelagert sind. Diese wurden bei der Anlage der Kolonie auch als künstliche Seen angelegt, deren Ufer allerdings meist bebaut, und deshalb nicht öffentlich zugänglich ist. Nur wenige kleine Zugänge führen an die Wassernähe. Wir machten einen Stopp an der Koenigsallee am Gedenkstein für Walter Rathenau, der 1922 während seiner Amtszeit als Außenminister hier einem Attentat zum Opfer fiel.

Der letzte See bei unserer Wegstrecke ist der Halensee mit dem großem Park und der Liegewiese; dann hatten wir den Kurfürstendamm erreicht und bald darauf den Lietzensee, welcher wiederum  auf natürlichem Weg durch die Eiszeit entstanden ist. Er ist von einem schönen Park mit Liegewiesen, altem Baumbestand und einigen Denkmälern umgeben. Der Lietzensee ist zweigeteilt, für Wanderer gibt es einen Tunnel, der aber z. Zt. gesperrt ist.

Wir liefen weiter durch die Charlottenburger Danckelmannstraße, das ist eine Nebenstraße der Schloßstraße, beide führen direkt zum Schloss. In der Danckelmannstraße statteten wir noch dem Ziegenhof, der versteckt in einem großen Hinterhof errichtet wurde, einen kleinen Besuch ab. Im Schlosspark waren wir fast die einzigen Menschen, kein Wunder heute war ein dunkler, grauer Tag mit etwas Nieselregen. Wir haben den Schlosspark auch schon gesehen, als es in den Blumenrabatten blühte, die Kübelpflanzen wieder ihren angestammten Platz einnahmen und die weißen Denkmäler in der Sonne strahlten.

März: Wanderung von Kummersdorf bis zur Burg Storkow

Das Gebiet in welches uns die heutige Wanderung führte nennt sich Naturpark Dahme-Heideseen. Die Landschaft wird geprägt von größeren und kleineren Seen, von Fließen, Kanälen, kleinen Dörfern  und  Luchwiesen die eine interessante Flora und Fauna besitzen.

Die Wanderung begann im kleinen Dorf Kummersdorf, das direkt am Storkower Kanal liegt. Auf dem dortigen ehemaligen Treidelweg liefen wir bis ins nächste kleine Dorf mit Namen Philadelphia, Namensvetter der Stadt im US-Bundesstaat Pennsylvania. Hier sieht man keine Hochhäuser, sondern nette kleine Einfamilienhäuser und an der Luchstraße stehen die letzten Kolonistenhäuser aus der Zeit Friedrich II. Eine vielfältige Landschaft gab es für uns zu entdecken, denn der letzte Teil der Wanderung führte uns durch die Salzwiesen.

Salzwiesen findet man sonst nur an der Küste, dass sie hier in Brandenburg zu finden sind ist schon was Besonderes. Natürlich stehen die Wiesen unter Schutz, eine Informationstafel am Wegesrand sorgt für Aufklärung, welche Pflanzen und Tiere sich hier besonders wohlfühlen. Dass hier auch die Zugvögel eine Rast einlegen, konnten wir z. B. nachlesen, leider war es bei unserer Wanderung zu kalt, um welche zu entdecken.

Gleich hinter Philadelphia war eine Gruppe Naturschützer damit beschäftigt auf einer Wiese Obstbäume zu pflanzen, hier sollen mal alte Obstsorten wieder gedeihen, und anschließend die Ernte vermostet werden. Vielleicht können wir später einmal den Erfolg sehen.

Dann waren wir am Ziel, in Storkow, die Altstadt haben wir uns nicht angesehen, sondern wir liefen bis zur Burg, die bereits Anfang des 13. Jahrhunderts erstmalig erwähnt wurde.  Die Burg hat eine lange vielfältige Geschichte. War sie doch Wehranlage und Grenzsicherung, Bischofsschloss und Amtsverwaltung. Mehrfach abgebrannt, wurde die Burg erst zur 800-Jahr-Feier saniert und der neuen Nutzung als touristisches Zentrum zugeführt.  Heute finden hier Mittelaltermärkte, und auf der Freilichtbühne im Burghof Open-Air-Veranstaltungen statt. Ein kleines Burgcafé lädt zum rasten ein.

Wir hatten wieder eine abwechslungsreiche Wanderung absolviert und unterschiedliche Landschaftsformen kennengelernt, und alles nur knapp 50 km von Berlin entfernt.

April: Biesenthaler Becken, Teil 3 Biesenthal-Lobetal-Rüdnitz

Nun liefen wir zum dritten Mal durch das Biesenthaler Becken, die vielen Wanderwege, die hier zu finden sind machen es möglich, und laden dazu ein.

Am Biesenthaler Marktplatz begrüßte uns die große, mächtige Eiche, mit der Rundbank  – die Eiche war wieder ein Stück gewachsen!

Wir liefen in südliche Richtung, vorbei an einem schönen Rastplatz, der nahe dem Fahrradweg angelegt wurde. Gleich dahinter am Weg ein Naturlehrpfad mit heimischen Nadel- und Laubbäumen. Wir entdeckten viele Exemplare mit dem Titel ‚Baum des Jahres‘. Die ganze Landschaft ist hier geprägt von Kiefern, Laubbäumen und weiten Wiesen, wir sahen Seen durch die Bäume schimmern und überquerten Fließe, die mal ruhig, mal plätschernd auf Brücken zu überqueren waren. Es war einfach ein wunderschöner Wanderweg.

Bald darauf wird die Langerönner Mühle erreicht. Diese Mühle hat ihre besten Jahre lange hinter sich, aber es war auch zu erkennen, dass sich auf dem Gelände was tut. Wer mag das sein, der sich hier in der Einöde einer Lebensaufgabe gestellt hat und sich niederlassen möchte? Ein Waldimbiß, so an dem Fahrradweg wäre wünschenswert.

Nach weiteren drei Kilometern wird zuerst der Mechesee, dann die kleine Ortschaft Lobetal erreicht. Wie schon einmal festgestellt, präsentierte sich Lobetal als gepflegtes und einladendes Dorf. Die Straßen sauber, viele Bänke am kleinen Dorfplatz und die wenigen Häuser sahen ebenfalls gepflegt aus. Etliche Einrichtungen sind für behinderte oder pflegebedürftige Bewohner ausgerichtet. Die Kirche war geöffnet und wir sahen die neue Orgel, die mit Spenden angeschafft werden konnte. Die alte Schmiede hat nur wenige Stunden am Tag geöffnet, leider zu spät für uns. Aber der kleine Hofladen bietet alles an, was ein hungriger und durstiger Wanderer so braucht.

Dann war es bis Rüdnitz nicht mehr weit, das Dorf ist schnell erreicht, nur die letzte Strecke über die Bahnhofstraße zog sich endlos hin. Vom Bahnhof fährt man in nur knapp 45 Minuten zurück nach Berlin. Diese Wanderstrecke ist absolut empfehlenswert.

April: Mühlenfließwanderung um Petershagen

Blauer Himmel, Sonnenschein und sommerliche Temperaturen, wir hatten einen ausgesprochen schönen Tag für unsere Wanderung gewählt.

Wir starteten am Bahnhof Strausberg und liefen um die nördlichen Dörfer, die kurz vor Strausberg liegen und teilweise schon zu der Stadt Altlandsberg gehören. Für uns als Ortsfremde war kaum auszumachen wo genau ein Dorf endet und das nächste beginnt. Aber das war auch nicht wichtig für uns, wir wollten die Natur genießen und das Fredersdorfer Mühlenfließ auf seinem Weg bis zur Mündung in den Großen Müggelsee ein Stück begleiten. Die Dörfer sind Petershagen, Eggersdorf mit dem Ortsteil Buchholz, Fredersdorf und Vogelsdorf.

Das Mühlenfließ selbst konnten wir vom Wanderweg aus öfter durch die Bäume schimmern sehen, es fließt durch ein eingezäuntes Wasserschutzgebiet. Damit erklärte sich auch, dass wir leider nicht eine Sitzbank zur Rast am Wanderweg fanden! Wir wurden etwas entschädigt beim Blick auf den Waldboden, tausende von Leberblümchen waren erblüht und streckten ihre Köpfchen in die Sonne, auch die Maiglöckchen sind schon bereit. Und die vielen Magnolienbäume, die wir im Ortsteil Buchholz in den Vorgärten in voller Blüte sahen, zeigte an: ja es ist Frühling.

Wir hatten eindeutig den richtigen Termin gewählt, denn auch die kleinen Quälgeister namens Mücken hatten sich noch nicht aus ihrem Winterschlaf getraut.

Mai: Mauerweg und Kirschblüten

Unsere erste Wanderung im Mai war ein erneuter Versuch endlich mal Europas längste Kirschblütenallee auf dem Mauerweg in voller Pracht zu erleben. Und doch kamen wir wieder wenige Tage zu spät, denn ein Regenguss mit Wind, nur einige Tage vorher, hatte den Blüten ziemlich zugesetzt.

Bevor wir den Mauerweg erreichten liefen wir erst über den J.-Baptist-Gradl-Grünzug durch den südlichen Stadtteil Lichterfelde und besuchten den Fliegepark, wo Otto Lilienthal seine ersten Flugversuche mit einem selbstgebauten Gleitflieger unternahm.

Die Zierkirschenbäume auf dem Mauerweg sind eine Spende des japanischen Volkes an uns Berliner und wurden 1996 aus Freude über den Mauerfall gepflanzt. Auf einem Findling mit einer Erinnerungstafel ist zu lesen: Unter den Zweigen der Kirschbäume in Blüte ist keiner ein Fremder hier. Stimmt.

Da unsere Wanderung relativ kurz war, liefen wir noch eine kurze Strecke am Ufer des Teltowkanals entlang und beendeten die heutige Tour in Alt-Lichterfelde am Gutspark mit dem Gutshaus.

(Die Fotos vom Mauerweg stammen von einer Wanderung aus dem Jahr 2017)

Mai: Eberswalde

Trotz Bauarbeiten bei der Bahn brauchten wir unseren Tagesausflug in die Kreisstadt Eberswalde nicht verschieben und konnten ihn wie geplant bei schönstem Ausflugswetter gestalten.

Wir liefen direkt vom Bahnhof bis zum Forstbotanischen Garten. Er gehört zu den ältesten Deutschlands und wurde 1830 begründet. Im gleichen Jahr wurde auch die Eberswalder Forstakademie errichtet und der Garten diente der studentischen, praxisnahen Ausbildung in den Bereichen der Forstwirtschaft. Der Garten liegt unmittelbar an der Schwärze und zieht deren Bachlauf in die Gestaltung ein. Jetzt im Frühjahr war alles besonders schön anzusehen. Die Rhododendren blühten und auf dem Boden waren viele Sträucher und auch Kräuter oder Kletterpflanzen zu sehen. Einen schönen Rahmen dazu bilden exotische und auch einheimische Bäume, die schon teilweise eine stattliche Größe erreicht haben. Mir hat besonders gefallen, dass die Wege nicht gerade angelegt sind, sondern schwungvoll die unterschiedlichsten Bereiche gliedern. Von etlichen Sitzbereichen aus hat man immer wieder schöne Ausblicke über die Anlage.

Anschließend wollten wir noch die Ortschaft besichtigen und liefen durch den Park am Weidendamm bis zur Ortsmitte mit dem Markt. Dort sieht man als erstes die ev. Hauptkirche Maria-Magdalena aus dem 13. Jahrhundert. Sie war sogar geöffnet und wir konnten einen Blick in das Innere werfen. Rings um den großen Marktplatz stehen noch das alte und das neue Rathaus, die Löwenapotheke und das Paul-Wunderlich-Haus, letzteres ist ein moderner Bau und fungiert als Dienstleistungsgebäude. Auch das älteste Haus mit dem goldenen Adler haben wir gesehen.

Jetzt lag noch die letzte Wegstrecke vor uns, wir liefen zurück zum Bahnhof immer auf dem ehemaligen und heute ausgebauten Treidelweg, entlang des Finowkanals. Als erstes sahen wir davor den Stadthafen und die Stadtschleuse bis wir nach ca. 4 km die nächste Schleuse mit Namen Kupferhammer erreichten.

Dann standen wir wieder am Bahnhof. In der Eingangshalle steht das Denkmal des Spritzkuchenjungen Gustav, der von seinem Bäckermeister Anfang des 19. Jahrhunderts immer zu den haltenden Zügen geschickt wurde, um die Eberswalder Spezialität, den Spritzkuchen, zu verkaufen. Auf Wiedersehen Eberswalde.

Mai: Rund um den Seddinberg

Wieder einmal war die kleine Ortschaft Müggelheim Startpunkt für unsere Wanderung. An diesem Tag meinte es Petrus gut mit uns, fast zu gut. Das Thermometer kletterte bereits in den Tagen vorher über 30 Grad und auch bei dieser Wanderung sollte es so sein, ungewöhnlich für den Monat Mai, der wohl als der wärmste seit vielen Jahren in die Geschichte eingehen wird.

Zum Glück führte unser Wanderweg unter schattigen Bäumen entlang zuerst am Ufer der Großen Krampe bis zur Windecke. Schon der Name sagt aus: hier weht immer ein leichter Wind, denn das ist die Landzunge, wo Große Krampe und der Seddinsee mit der Dahme zusammenfließen.

Am stillgelegten Fähranleger machten wir eine Rast und konnten mit Blick auf die Landschaft alles auf uns einwirken lassen: das Wasser und die schöne Natur, ein bisschen träumen darf man auch beim Wandern. Nur leider gibt es scheinbar Menschen die von den Booten aus ihren Abfall im Wald entsorgen.  Das macht kein Wanderer, dem auch der Naturschutz am Herzen liegt.

Der weitere Wegeverlauf war jetzt am Ufer des Seddinsees entlang bis zu einem Stichkanal und zum Beginn des Gosener Kanals, ein relativ kleiner Kanal der die Verbindung vom Seddinsee mit dem Dämeritzsee herstellt. Hier war es sehr urwüchsig, viele umgestürzte Bäume lagen auf dem Uferweg, aber nicht vom letzten Sturm, denn sie waren schon ziemlich verwittert. Dann schwenkten wir aber in Richtung Norden ab und liefen weiter quer durch den Forst, vorbei am Fuß des Seddinberg, so erreichten wir wieder Alt-Müggelheim.  Wir nahmen auch den Tipp einer Wanderfreundin auf und kehrten zum Abschluss in die Down-Town-Garage ein. Ein findiger Unternehmer repariert hier amerikanische Autos, vermietet Unterkünfte und lässt auch Wanderer nicht hungrig den Heimweg antreten.

Juni: von Nassenheide zum Lehnitzsee

Der kleine Oranienburger Ortsteil Nassenheide war heute Startpunkt unserer ersten Juni-Wanderung. Fast hätten wir unsere geplante Strecke geändert: die Regionalbahn, der Bahnhof, dazu Bauarbeiten auf der Strecke, forderten so einige Überlegungen vorab von uns ab.

Aber dann hatten wir es geschafft und unser Ziel erreicht, wir konnten die Wanderung, die gleich zu Beginn durch ein sehr schönes Landschaftsschutzgebiet führte, starten.  Grüne hohe Bäume wuchsen beidseitig neben dem Forstweg, im Wald selbst viele Farnkräuter und immer wieder Heidelbeersträucher. Es braucht bestimmt nur noch ein paar Sonnentage bis die kleinen Früchte zu ernten sind. Die Kostproben waren jedenfalls köstlich.

Die erste Ortschaft, zu der wir liefen hieß Friedrichsthal, aber bevor wir den Dorfplatz erreichten, begrüßten uns neugierige Pferde, die auf den Koppeln weideten. In der Dorfmitte stehen kleine einstöckige Bauernhäuser mit Vorgärten, die Dorfkirche, die Feuerwehr und der einzige Dorfladen, der die Bewohner mit Lebensnotwendigem versorgt.

Nach einer weiteren kurzen Wegstrecke kamen wir zum Oder-Havel-Kanal. Der gesamte Kanal ist 54 km lang, wir haben ihn auf dem Rad/Wanderweg ca. 3 km begleitet. Dabei kamen wir am alten Klinkerhafen und an der Lehnitzschleuse vorbei, um darauf den nächsten Ortsteil Lehnitz mit dem gleichnamigen Lehnitzsee zu erreichen. Zum Glück waren die Sturmschäden, rund um den Naturlehrpfad und dem Stintgraben, die wir noch im Februar gesehen haben, beseitigt worden. Wir konnten ungehindert auf dem Uferweg und vorbei am Badestrand laufen, bis wir die sanierte Seepromenade und das Zentrum von Lehnitz erreichten. Auch hier hat sich in den letzten Jahren viel verändert, schöne Neubauten sind entstanden, kein Wunder bei dieser Landschaft und der Nähe zu Berlin.

Juni: das westliche Havelufer

Bei schönstem Sommer-Sonnen-Wanderwetter waren wir diesmal im westlichen Teil des Stadtbezirks Spandau unterwegs, und zwar vorbei an den Dörfern Gatow und Kladow, die kurz vor der Grenze zu Potsdam liegen. Wir liefen auf den Uferwegen entlang der Havel. Ein paar Mal mussten wir allerdings auch auf Straßen laufen. Dabei konnten wir noch die alte dörfliche Bebauung beidseitig der Hauptstraße sehen. Ob heute noch eine bäuerliche Bewirtschaftung vorhanden ist, weiß man nicht. Bekannt ist mir ein Bauer, der sich in jüngster Zeit auf das Vermieten von Ferienwohnungen konzentriert hat. Ein anderer ehemaliger Bauer lässt auf seinen Feldern im Beerengarten z.B. Erdbeeren ernten, und ein dritter hat seine Felder kleinteilig parzelliert und vermietet die Beete. Bauer zu sein, ist heute einfach zu mühsam.

Der Wanderweg am Havelufer führt aber auch an einigen Kleingartenanlagen vorbei, bebaut mit sehr kleinen Häuschen, auch die Grundstücke waren nicht groß, aber alle Mieter schienen sich darin einig zu sein, den schönsten kleinen Vorgarten zu präsentieren. Vermutlich waren das hier vor Jahren mal Bootshäuser, an der Wasserseite lagen die Boote.

Das schöne Kladower Gutshaus steht frisch renoviert auf einer kleinen Anhöhe, von der Terrasse hatten wir einen herrlichen Blick über das Wasser. Jahrelang wurde das Haus nicht genutzt, heute befindet sich ein Restaurant und eine Kultureinrichtung darin. Auch der Gutspark machte mit seinem alten Obstbaumbestand einen gepflegten Eindruck.

Wir liefen durch die Imchenallee bis zum Kladower Hafen. Hier fährt eine Fähre über den Wannsee ans andere Ufer und hier an der S-Bahnstation war auch unsere Havelwanderung beendet.

Juli: Rundwanderung Wilhelmshorst

Theodor Fontane hat es getan, der RBB hat hier für seine Sendung Heimatjournal gedreht, und nun waren wir als Wandergruppe hier und haben uns die kleine Ortschaft in der Potsdamer Gemeinde Michendorf angesehen.

Wilhelmshorst ist ein ganz junger Ortsteil, erst 1907 soll das Land parzelliert und im märkischen Sand bebaut worden sein. Direkt an der Ortsgrenze liegt der Höhenzug „Schöne Berge“ mit den vielen Kiefern.  Der Wanderweg war gut beschildert, er führt direkt um den Ort herum und an den Wegen standen immer wieder Bänke zur Rast.

Das trockene Wetter der vergangenen Tage ließ bei jedem Schritt auf dem Waldweg den Sand aufwirbeln und die wenigen Laubbäume sahen durch die Trockenheit auch schon etwas lädiert aus. Aber die Landschaft insgesamt machte einen schönen, gesunden und sauberen Eindruck. Der zuständige Forstbetrieb leistet gute Arbeit.

Wihelmshorst ist gut mit der Regionalbahn erreichbar, aber wie sollte es sein, auch diesmal gab es Änderungen bei der Bahn, darauf müssen wir uns in Zukunft wohl einstellen.

Juli: Wildpark, Pirschheide und Havelufer

Die waldreiche Umgebung von Potsdam ist es immer wert erwandert zu werden. Schon bei unserer Hinfahrt zum Start hatten wir das Glück den neun Planwagen mit den Kaltblutpferden bei ihrer Fahrt auf einer historischen Handelsroute nach Russland zu begegnen. Sie waren gestern in Brandenburg aufgebrochen und wollen insgesamt 2.300 Kilometer bis zum Oktober zurücklegen; wir werden heute wohl ungefähr 10 Kilometer schaffen.

Der Name Wildpark und Pirschheide verrrät es schon: es sind alte Jagdgebiete der Hohenzollernkönige aus dem 19. Jahrhundert. Der Gartenarchitekt Lenné hatte auch hier seinen Beitrag geleistet, er ließ die Wege anlegen, ließ Eichen und Rotbuchen pflanzen, die Bäume haben inzwischen eine stattliche Größe erreicht. Und auch Ludwig Persius hat bei der Anlage ebenfalls mitgewirkt, ihm verdanken wir die noch erhaltenen Eingangstore in das einst eingezäunte Gebiet. Die Errichtung des Bayerischen Hauses fällt ebenfalls in diese Zeit, es wurde etwa um 1850 für die Gattin von Friedrich Wilhelm IV, einer bayerischen Prinzessin fertiggestellt und sollte ihr wohl helfen das Heimweh zu lindern.

Nach unserer Runde durch den Wildpark liefen wir ans Havelufer und setzten dort die Wanderung in Richtung Potsdamer Innenstadt fort. Ein schön angelegter Weg macht es möglich.

Dabei kamen wir vorbei am modernen Kongresshotel und am Luftschiffhafen des Grafen Zeppelin, letzteres ist heute ein modernes Leistungssportzentrum für Potsdamer Sportler. Wir passierten auf unserem Weg noch den Garten und die Villa Carlshagen, den Yachthafen Potsdam und den Fähranleger in Richtung Hermannswerder. Die Halbinsel Hermannswerder befindet sich genau gegenüber an der anderen Havelseite, die Silhouette mit dem Kirch- und Wasserturm konnten wir schon längere Zeit sehen. Wir kamen auch vorbei an den ehemaligen Kasernen am Schillerplatz, die heute zu Wohnungen umgebaut sind und am Persiusspeicher, ein im Burgenstil errichteter Proviantspeicher einer Potsdamer Garnison.

Der Weg am Havelufer kann bis zur Langen Brücke, nahe des Potsdamer Hauptbahnhofs fortgesetzt, aber er kann auch jederzeit abgebrochen werden, was wir auch taten. Noch ein Kaffee auf der Terrasse einer Ausflugsgaststätte mit Blick auf die Havel rundete den Tag ab.  Es wird bestimmt nicht das letzte Mal sein, dass wir die Brandenburger Landeshauptstadt besuchten.

August: Auf dem Spreeweg

Leider musste unsere geplante Wanderung an den Lienewitzer Seen aufgrund der andauernden Hitzewelle und der damit verbundenen Waldbrandgefahr ausfallen. Aber sie wird bestimmt zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Als Alternative liefen wir ein Stück auf dem Spreeweg, von Treptow bis Baumschulenweg. So war es für uns alle angenehm, denn wir nahmen nicht das übliche Wandertempo auf, sondern waren im Spaziergangsschritt unterwegs. Im Treptower Park stehen viele schattenspendende große Laubbäume und es sind ausreichend Bänke vorhanden., wir nahmen diesmal bewusst die Schönheiten des Parks wahr, wenn man mal von den überquellenden Papierkörben absieht. Warum ist es für Einige so schwer, zwar das Essen in den Park zu bringen, aber nicht die Verpackung rauszutragen?

Am Rosengarten blühten noch die letzten Rosen und auch der Heidegarten war schön anzusehen. Beide Gärten werden durch das Grünflächenamt gepflegt.

Wir machten eine Runde auf der Insel der Jugend und bewunderten die Sportler, die sich hier im Freien die Kosten für das Fitnessstudio ersparen. Auf der Abteibrücke sind auf dem Weg blaue Fliesen eingelegt, sie tragen die Namen von Prominenten oder Vereinen, die sich für das Wohl der Kinder eingesetzt haben.

Vorbei an dem Biergartenlokal Zenner erreichten wir – immer am Ufer entlang – den Plänterwald. Quizfrage zwischendurch: wer weiß was pläntern/plentern ist? Uns allen ist das Gelände wohl eher als Spreepark bekannt, durch den Zaun sahen wir die maroden Häuschen und das Riesenrad, das sich schon lange nicht mehr dreht. Fast 17 Jahre nach der Schließung scheint die Zukunft noch immer ungewiss zu sein. Hallo Bezirksamt, fehlt es an Ideen oder an Geld, aber bitte baut uns dort am Wasser nicht die nächste Luxusimmobilie hin. Zumindest nimmt sich jemand des traditionellen Ausflugslokals „Eierhäuschen“ an, es war unter einer riesigen Baupläne versteckt.

Dann erreichten wir die Fähre, die uns ans Lichtenberger Spreeufer bringen sollte. Wir haben aber hier unsere Wanderung beendet, denn es ist nicht weit bis zum S-Bahnhof Baumschulenweg. Noch ein Eis und dann nachhause, bevor die Sonne am intensivsten scheint.

August: Südufer Müggelsee

Wieder war es das Wetter, das unsere Wanderpläne durchkreuzte. Bei über 30 Grad und Sonnenschein zieht es uns alle in den Schatten und in Wassernähe, schnell war ein Ersatz gefunden, der Müggelsee sollte es sein.

Wir fuhren bis zum Ortsteil Müggelheim, hier haben wir schon einige unserer Wanderungen gestartet, wir liefen durch den Forst, vorbei am kleinen Müggelsee bis wir direkt vor Berlins „Badewanne“ standen. Ein schöner Anblick bot sich uns, klare Sicht bis ans gegenüberliegende Ufer, das Strandbad Rahnsdorf, das Wasserwerk und die Silhouette Friedrichshagens waren zu erkennen, vor uns badete eine Schwanenfamilie im Wasser.

Der Promenadenweg auf dem wir jetzt weiter liefen liegt im Schatten der Köpenicker Bürgerheide, so nennt sich das Waldgebiet rings um den Müggelturm. Hier konnten wir gut laufen, wir waren auch nicht allein unterwegs, andere Wanderer und Radfahrer begegneten uns immer wieder.

Wir liefen vorbei am Feuchtbiotop Thyrn, am Wendenturm und am ehemaligen Hotel Müggelseeperle. Wir sahen die Baumfällungen am Hotel und fragten uns, war es der letzte Sturm, der den morschen Bäumen geschadet hatte, oder soll vielleicht doch am Wasser ein netterer Rastplatz geschaffen werden, es wäre wünschenswert.

Unser nächstes Ziel hieß Rübezahl, das ist der große Biergarten mit Schiffsanlegestelle. Wir kennen ihn alle noch als zwar schön gelegene, aber einfache Gaststätte. Er hat sich erfreulicherweise zu einem schmucken Restaurant gemausert. Auch von hier ein einmaliger Blick über das Wasser. Schade, dass man nicht mehr mit einer einfachen Fährfahrt über das Wasser nach Friedrichshagen gelangt. Aber eigentlich ist das für Wanderer nicht schlimm, es sind nur noch ca. 3 km zu laufen, dann steht man am Spreetunnel, unterquert zu Fuß die Spree und gelangt so nach Friedrichshagen. Weiter geht es durch Friedrichhagens Boulevard, die Bölschestraße und es wird der S-Bahnhof und damit das Ende der Wanderung erreicht.

Gern hätten wir diesmal noch für unsere Füße eine Erfrischung gebraucht, leider luden die Badestellen an denen wir vorbeiliefen nicht dazu ein. Eine schmutzige Brühe war überall am Ufer zu sehen, das scheint mit den wenigen Regenfällen der letzten Wochen zusammen zu hängen, trotzdem hatten wir das Beste aus diesem hochsommerlichen Wandertag gemacht.

September: Tagesfahrt Waren-Müritz 

Die Mecklenburger Seenplatte, und dort Waren-Müritz sind immer eine Reise wert. Gesagt, getan eine günstige Regionalbahnfahrt machte es möglich und ein freundlicher Septembertag verschönerte den Aufenthalt. Am Stadthafen angekommen sahen wir über den größten Binnensee Deutschlands und bestiegen als erstes einen Dampfer, der uns die abwechslungsreiche Landschaft näherbrachte. Wir sahen einen Teil des Müritz-Nationalparks und auch eine schöne Bebauung mit kleinen Häusern oder auch größeren Hotels, die Gäste mit Kuranwendungen beherbergen, denn dem Wasser werden aufgrund seiner Zusammensetzung auch Heilkräfte zugewiesen.

Unser Mittagessen nahmen wir direkt an der Strandpromenade unter Sonnenschirmen und mit Blick auf das Wasser ein. Nach dem Besuch in einer Glasbläserei starteten wir den Rundgang durch die Altstadt und liefen über den großen Markplatz, auf dem die unterschiedlichsten Händler ihre Stände hatten. Der eine oder andere fand bestimmt ein nettes Mitbringsel für zuhause. Uns entgingen auch nicht die netten Fachwerkhäuser, das Rathaus oder die Löwenapotheke, die rings um den Markt gebaut worden sind. Zuletzt besichtigten wir die St. Georgenkirche, die Stadtkirche mit dem schönen geschnitzten Altar.

Und dann wurde es auch schon wieder Zeit die Region um die Müritz zu verlassen. Aber bestimmt hat so Mancher aus unserer Gruppe noch mal den Wunsch, wieder zu kommen, denn hier werden auch Kranichtouren angeboten, wenn im Frühjahr oder Herbst die großen Zugvögel eine Rast einlegen.

September: Von Ruhleben in den Grunewald

Drei Regentropfen fielen als wir in Ruhleben aus dem Bus stiegen, dann klarte sich das Wetter auf, die Sonne traute sich hervor und es sollte noch ein schöner herbstlicher Wandertag werden.

Unser Wanderweg führte uns zuerst durch die Siedlung Ruhleben, vorbei am Murellenteich bis zu den Fließwiesen. Dieses Naturschutzgebiet liegt in einer Senke, hier wachsen Erlen, Eschen und Ahorn rund um den Teich, der von Schilf bewachsen ist und in dem sich auch Frösche wohlfühlen. Dahinter beginnt ein weiteres Schutzgebiet die Murellenschlucht und der Schanzenwald. In der Murellenschlucht wird der Wanderer an eine Mittelgebirgslandschaft erinnert, denn die Eiszeit hat diese Landschaft geprägt. Ein steiler Aufstieg und abwärts über Treppen erforderten etwas mehr Kondition von allen. Der Schanzenwald war für die militärische Nutzung vorgesehen. Auf dem Kammweg verläuft der Denkzeichenweg, hier stehen große Verkehrsspiegel, teils mit Inschriften, sie erinnern an die Gräueltaten der NS-Militärjustiz aus den Jahren 1944/1945, und mahnen innezuhalten.

Wir liefen vorbei an der Waldbühne – unsere schönste Freiluftbühne –  die 1936 zur Olympiade errichtet wurde. Bald danach haben wir auch dieses Gelände verlassen, wir standen am Rand des Grunewalds. Der Weg bis zum Teufelssee war wieder sehr schön, das Grün der Bäume wechselt bald in die Herbstfarben, viele Eicheln und Kastanien lagen auf den Wegen und auch (giftige) Pilze waren zu sehen. Die Liegewiese am Teufelssee ist im Sommer immer voll belegt, heute waren wir die einzigen Gäste und konnten ein Schwanenpaar beobachten. Über eine alte ehemalige Poststraße liefen wir weiter, passierten die Kiesgrube und liefen vorbei an der Revierförsterei bis zu unserem Ziel: dem S-Bahnhof Grunewald.

September: Rund um den Hellsee

Eine herbstliche Wanderung durch den Barnim mit seinen großen, beeindruckenden Laubbäumen, und speziell an den Hellsee, gehört zu den schönsten Wanderungen des Jahres überhaupt.               Wir begannen unsere Tour in der kleinen Ortschaft Lanke, die sich an der Straße aus Bernau entwickelt hat und betraten hier den Uferweg. Schon der erste Blick auf den Waldsee überzeugte uns; hier waren wir genau richtig. Auf der einen Seite das klare Wasser des Sees und auf der anderen Seite ein steiler Hang, von dessen Höhe sich immer wieder tolle Ausblicke ergaben. Einmal muss man den Uferweg verlassen um einem Feuchtgebiet auszuweichen, aber dann hat man den nördlichen Teil des Sees erreicht und damit das Naturschutzzentrum mit dem großen Rastplatz und dem Haus der Naturfreunde.

Gleich daneben steht die alte Hellmühle, wo sich in den 1920er Jahren letztmalig das Mühlrad bewegte. Nach langem Dornröschenschlaf tut sich wieder was in den Backsteingebäuden auf dem Gelände, auch das Mühlenfließ wurde re-naturiert und plätschert wieder. Der Uferweg an der Nordseite des Sees ist eigentlich nur ein Trampelpfad, aber auch gut und gefahrlos begehbar. Er führt an einer kleinen Insel vorbei und wenig später auf einem Holzbohlensteg durch ein Feuchtgebiet, bevor wieder die Dorfstraße von Lanke erreicht wird.

Der ehemalige Gutshof wartet noch auf seine Restaurierung, aber das Schloss Lanke befindet sich seit einiger Zeit in Privatbesitz und wird seitdem denkmalgerecht saniert. Das wird eine Lebensaufgabe für die hier wohnenden Familien, denn das Schloss hat auch etliche Nebengebäude wie Wirtschaftshof, Pferdestall und Kutscherhaus. Und irgendwann wird auch der kleine rückwärtige Park, von dem Gartenarchitekten Lenné angelegt, wieder zu einem Spaziergang einladen.

Noch ein Blick auf die Dorfkirche Lankes, dann kam der Bus und brachte uns zurück. Bestimmt werden wir uns an diese schöne Wanderung später gern erinnern.

Oktober: die Spandauer Wilhelmstadt

Ein herrlicher Herbsttag wurde uns beschert als wir uns zu der Wanderung nach Spandau aufmachten. Erstes Ziel war der Ortsteil Alt-Pichelsdorf und wir starteten mit einem kleinen Gang bis zur Havel und ließen den Blick über das Wasser schweifen, dabei entging uns nicht der Grunewaldturm auf der gegenüberliegenden Uferseite und der Tauchturm der DLRG, der auch eine imposante Höhe aufweist und mit etwas Phantasie wie eine Skischanze aussieht.

Es ging weiter in die bebaute Wilhelmstadt. Wir liefen vorher durch den Südpark mit den schönen großen exotischen Bäumen, die inzwischen mindestens 100 Jahre alt sind, dann vorbei am Südparkteich, der im Sommer von unzähligen blühenden Seerosen bedeckt ist;  heute spiegelte sich das Laub der Bäume darin, das war auch ein schöner Anblick.

Dann ging es bis zur Adamstraße und der Melanchthonkirche, benannt nach einem bedeutenden Germanisten und Reformator. Die Kirche wurde erbaut während der Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert und weist die typische rote Backsteingotik auf. Aber wir waren noch nicht am Ziel; wir liefen weiter bis zur Havel und überquerten sie auf der Schulenburgbrücke. Von der Brücke hat man eine schöne Sicht bis ins Zentrum Spandaus, auf die Promenade am Burgwall und auf das Gelände vom Binnenhafen. Und gleich dahinter beginnt die Ortschaft Tiefwerder, und auf der  Dorfstraße mit den niedrigen Kolonistenhäusern weitergelaufen wird das Gebiet der Tiefwerder Wiesen erreicht.  Das ist eigentlich ein Überschwemmungsgebiet der Havel, es ziehen sich etliche Fließe hindurch. So wunderten wir uns nicht, dass wir auch teilweise über Holzbohlenstege laufen mussten. Es steht unter Landschaftsschutz, denn feuchtliebende Pflanzen fühlen sich hier wohl, wir konnten es auf den Infotafeln nachlesen. Die Wasserbüffel, die hier auch weiden sollen, haben wir nicht gesehen, aber eine Ziegenherde sonnte sich auf einer Wiese.

Hat man die Tiefwerder Wiesen durchlaufen steht man auf der stark befahrenen Heerstraße und an der dortigen Bushaltestelle kann der Heimweg angetreten werden.

Oktober: Stadtrandwanderung Frohnau

Unsere zweite Oktoberwanderung begann am S-Bahnhof Frohnau, ganz im Norden Berlins und an der Stadtgrenze gelegen. Das erste Ziel war das Buddhistische Haus, 1920 von einem Berliner Arzt erbaut, ist es heute eine wichtige Kultstätte des Buddhismus außerhalb Asiens. Wir stiegen die 73 Stufen empor und sahen uns den Tempel im Haus an.

Anschließende liefen wir durch die geschwungenen Straßen Frohnaus und waren auch bald darauf an einem Zugang in die Bieselheide, das ist ein größeres Waldgebiet mit dem typischen märkischen Sandboden, wären da nicht die gepflasterten Waldwege, die ursprünglich aus der Gründungszeit und Erweiterungsbebauung Frohnaus stammen, aber leider stoppte die Siedlungsbebauung.  So ist der Waldcharakter erhalten geblieben, und auch der Mauerweg, der hindurchführt, ist schon wieder kräftig begrünt. Den nördlichsten Zipfel der Bieselheide nimmt der Hubertussee ein, der Waldsee ist ein wichtiges Biotop für verschiedene Tierarten, hier darf nicht gebadet oder geangelt werden. Wären noch ein paar Bänke zur Rast vorhanden gewesen, dann hätten wir uns optimal an der Idylle am Wasser ausruhen können.

Wir liefen weiter durch die Bieselheide – der Herbst hatte ein unglaubliches Farbenspiel im Wald geschaffen – bis zu einem Eingang in die Invalidensiedlung (heute Stiftung Invalidenhaus Berlin). Die meisten der Häuser, die hier stehen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet und ehemaligen Soldaten zur Verfügung gestellt. Wir liefen durch diese schmucke Siedlung, in der auch viele Bäume und Sträucher und kleine Wege angelegt sind. Zwei Torhäuser stehen jeweils am Ein- bzw. Ausgang und auch ein Wirtschaftsgebäude war zu erkennen, in dem sich heute ein Restaurant befindet. In der Mitte der Siedlung erinnert eine Gedenktafel und eine Glockenanlage an die Historie, genau wie die Steintafeln über den Hauseingängen.

Und genau an der Bushaltestelle für die Heimfahrt setzte der Regen ein, wir konnten den Weg zurück nach Frohnau nicht mehr zu Fuß zurücklegen.

November: Kontraste im Stadtbezirk Köpenick

Ein richtig schöner Herbsttag war für heute im Wetterbericht angekündigt worden und die Voraussagen trafen zu; wir wollten gleich mehrere Ortsteile des Stadtbezirks Köpenick durchlaufen.

Wir begannen unsere Tour am S-Bahnhof Wuhlheide und durchliefen den vor hundert Jahren angelegten Volkspark. Es ging vorbei am Badesee, an der Freilichtbühne, an den Finnhütten und natürlich am FEZ, der beliebten Freizeiteinrichtung für Kinder und Jugendliche. In den letzten Jahren sind immer neue Möglichkeiten zur Beschäftigung in der Natur geschaffen worden, ein Kletterwald, ein Raumfahrtzentrum, eine Jugendverkehrsschule sind dazugekommen, also ein breit gefächertes touristisches und sportliches Angebot für Schüler.

Wir Wanderer erfreuten uns mehr am Herbstlaub der inzwischen stattlichen Bäume und Sträucher und am rascheln der bereits heruntergefallenen Blätter durch die wir liefen.

Nach geraumer Zeit wird die Spree auf einer Brücke überquert und über Treppen liefen wir hinab auf die Landzunge zwischen Spree und Dahme, direkt gegenüber der Altstadt von Köpenick. Wir waren in Spindlersfeld angekommen. Die Zeiten sind längst vorbei als sich in den riesigen historischen Backsteingebäuden noch Arbeiter um die Wäscheberge der Berliner kümmerten. Den Traditionsbetrieb Rewatex gibt es nicht mehr, auf dem Gelände drehten sich die Baukräne, Bauwagen versperrten die Zufahrtswege und auf den Schildern war zu lesen was geplant ist: aus den denkmalgeschützten Betriebsgebäuden entstehen schmucke Wohnungen, zusätzlich werden auch Neubauten in den Baulücken errichtet. Das Kutscherhaus ist bereits saniert, genau wie die Wohnhäuser der ehemaligen Arbeiterfamilien. Wahrscheinlich wird dieser Ortsteil in mehreren Jahren nicht mehr wiederzuerkennen sein, kein Wunder bei der bevorzugten Wassernähe.

Cöllnische Vorstadt heißt der nächste Ortsteil, wir liefen hindurch um in die Köllnische Heide zu gelangen. Und hier das gleiche Bild wie zuvor in der Wuhlheide, eine atemberaubende Farbenpracht in den schönsten Herbstfarben. Der Name Köllnische Heide ist eigentlich eine historische Flurbezeichnung eines ehemaligen größeren Heide- und Waldgebietes zwischen Adlershof und Schöneweide. Rodungen und Bebauungen haben die Heide schon oft schrumpfen lassen, aber Jogger und Hundebesitzer können sich hier noch ausreichend verausgaben. Es war sehr schön unter den vielen Birken die letzte Wanderstrecke zu absolvieren.

November: von der Jungfernheide zum Schäfersee

Bei unserer Wanderstrecke auf dem „Grünen Hauptweg Nr. 18“ war heute eine weitere Teilstrecke geplant: die Wanderung auf dem Inneren Parkring von der Jungfernheide zum Schäfersee. Der Wanderweg führt auf einem Rundkurs von 44 km vorbei an Berlins Grün- und Parkanlagen.

Erstes Ziel war der Volkspark Jungfernheide, der noch im Stadtbezirk Charlottenburg-Nord liegt. Inzwischen liegt die Anlage des Parks einhundert Jahre zurück, wir kamen nicht nur an stattlichen Bäumen, sondern auch an Einrichtungen neueren Datums, wie z. B. dem Wildgehege – das aber leider keine Tiere mehr beherbergt- oder dem Hochseilgarten vorbei. Zentraler Mittelpunkt ist aber der imposante Wasserturm im östlichen Bereich.

Nun führte unsere Wanderung weiter entlang des Hohenzollernkanals, so erreichten wir den nächsten Park, den Volkspark Rehberge. Dieser Park ist nur wenige Jahre jünger und hat durch Aufschüttungen ein paar kleine „Berge“ aufzuweisen. Am Rande der Rehberge stehen mehrere kleine Laubenkolonien, darunter Berlins älteste Dauerkleingartenkolonie aus den 1930er Jahren. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde im Park die Freilichtbühne errichtet und auf den Liegewiesen fanden militärische Übungen statt. Auch drei kleine Teiche wurden angelegt. Viele Wege führen durch den Park und Bänke laden zur Rast ein. An den Wegen ragen die z. Zt. „nackten“ Platanen in die Höhe.

Wird der Volkspark verlassen steht man bald auf der Hauptstraße im quirligen Wedding.

Wir machten einen kurzen Stopp am Center Francais, vor dem der Mini-Eiffelturm steht, danach liefen wir durch die Schillparksiedlung, eine nach den Plänen des Architekten Bruno Taut angelegte Siedlung und kamen bald zum nächsten Park, dem Schillerpark. Dieser Park entstand anlässlich des 100. Todestages des deutschen Dichters. Ein großes Denkmal zeigt auch Friedrich Schiller umgeben von seinen Musen. Das Denkmal ist als Bastion mit mehreren Terrassen angelegt. Davor ist eine große Liegewiese, auch hier wieder viele Bänke und für uns war es erfreulich, dass wir keine Graffittispuren auf den Steinen sahen. Lobenswert.

Für uns Wanderer galt es nun auch die letzte Wegstrecke zu bewältigen, es war der Schäfersee. Im 18. Jahrhundert gab es hier eine Schäferei, die dem See ihren Namen gab. Heute ist der See bebaut, eine Promenade führt fast um ihn herum. Wir sahen noch eine Minigolfanlage und einen Bootsverleih, beides bestimmt für die Freizeitgestaltung im Sommer.

Unbemerkt hatten wir den Stadtbezirk Reinickendorf erreicht, die Wanderung war beendet und wir konnten mit der U-Bahn den Heimweg antreten.

Dezember: Stadtwanderung im Norden Berlins

Die letzte Wanderung des Jahres führte uns wieder in den Berliner Norden, sie begann in Gesundbrunnen. Hier nahmen wir uns diesmal mehr Zeit das Luisenbad genauer anzusehen. Um die  300 Jahre alt ist das Haus, in dem sich damals eine Ausflugsgaststätte befand und der Gesundbrunnen mit dem Wasser der Panke eingerichtet worden ist. Das Wasser sollte angeblich eine heilende Wirkung haben. Aber auch damals haben An- und Umbauten und Besitzerwechsel schon bald für ein Versiegen der Quelle gesorgt, geblieben ist der Name. Im weitläufigen Park befand sich ein Brunnenhäuschen – eine Abbildung davon sieht man im Giebel des Vorderhauses. Der dichten Wohnhausbebauung ist außerdem geschuldet, dass straßenseitig einfach ein weiteres Wohnhaus, verkleidet mit Fliesen, davor gebaut wurde. Das Luisenbad wurde erst in den 1990er Jahren saniert, dabei wurden auch einige historische Mauern in die Gestaltung einbezogen, danach ist eine moderne Bibliothek eingezogen.

Wir liefen weiter neben der Panke, auf der Walter-Nicklitz-Promenade bis in den Bürgerpark Pankow. Hier waren wir schon öfter, jetzt im Winter war er fast menschenleer, aber die großen exotischen Bäume sind auch ohne Laub interessant anzusehen.

Und weiter ging es auf dem Mauerweg, vorbei am jetzt geschlossenen Kinderbauernhof bis in den Stadtbezirk Reinickendorf. Wir liefen durch den Klemkepark, weiter bis zum Stadion der Reinickendorfer Füchse und dann in den alten Dorfkern mit der Feldsteinkirche aus dem 15. Jahrhundert. Und da wir noch genügend Kondition hatten, machten wir anschließend auch noch eine Runde durch die „Weiße Stadt“. Seit 2008 gehört diese Siedlung im modernen Bauhausstil zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ihren Namen verdankt sie den komplett weißen Fassaden, nur wenige Farbakzente wie Fensterrahmen oder Haustüren lockern diese auf.

Bei der nächsten U-Bahn-Station war unsere 10-km-Wanderung beendet, es war wieder schön, dass der vorhergesagte Regen ausgeblieben ist.

 

 

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