2016

Februar: Stadtwanderung Nikolassee

Die Ortschaft Nikolassee, am südlichen Stadtrand Berlins gelegen, war unser Ziel in der kalten Jahreszeit. Um die Jahrhundertwende, als Villen- und Landhauskolonie gegründet, haben wir interessante Häuser der unterschiedlichsten Bauepochen gesehen. Viele der Häuser stehen unter Denkmalschutz. Bestimmt war hier mal eine noble Wohngegend. Heute, über hundert Jahre später, ist aber so Einiges bereits abgerissen worden oder wurde durch Umbauten verändert.

Die Nähe der Autobahn wirkt sich auch negativ auf die schöne Wohngegend aus, ein lächerlich kleiner Schallschutzzaun hält den Lärm nicht ab. Und der namensgebende Nikolassee ist nur umständlich durch einen Tunnel zu erreichen.

Hermann Muthesius war ein bedeutender Architekt seiner Zeit, er hat bis zu seinem Tod in Nikolassee gelebt und hier etliche Landhäuser im englischen Baustil errichten lassen. Er hat mit seiner Bauweise eine Verbindung von Wohnkultur zur umgebenden Natur viel zur Veränderung des damaligen angesagten Architekturstils beigetragen. Leider wurde sein Wohnhaus umstellt von hässlichen Betonklötzen, Wohnhäusern aus den 1960er Jahren.

Ein Grünzug zieht sich auch durch den Ort, es ist die Rehwiese. Das ist eine  eiszeitliche Rinne, heute Wiesenlandschaft mit nur wenigen Bäumen, begrenzt von einem Wanderweg mit einigen Bänken.

Es ist nur den Nikolasseer Bewohner zu wünschen, dass sich so manche Bausünde der Vergangenheit nicht wiederholt und der Ort so schön bleibt, wie wir ihn jetzt erlebt haben.

Februar: Durch den Spandauer Forst

Diese Wanderung führte uns gleich durch mehrere Schutzgebiete am Berliner Stadtrand. Start war am ev. Waldkrankenhaus das direkt an der Grenze zu Falkensee liegt. Auch der Mauerradweg ist ganz in der Nähe zu finden.

Das erste Naturschutzgebiet heißt Kuhfenn, den wenig poetischen Namen erhielt es, weil hier früher auf den Waldwiesen die Kühe weideten. Wir liefen durch einen schönen Mischwald mit ungewöhnlich großen Bäumen bis zum Eiskeller.

Das ist für die einen der kälteste Ort Berlins und für andere wieder eine Erinnerung an den kalten Krieg. Der Eiskeller war eine Exklave, die nur durch eine zur DDR gehörende Straße mit Spandau verbunden war. Stelen am Mauerweg erinnern daran. Heute ist der Eiskeller wieder das was er schon immer war: ein kleines Dorf mit wenigen Häusern, mit Feldern, Pferdekoppeln und wachsamen Hunden.

Ein weiterer kurzer Weg durch den Wald und wir standen an der Kuhlake. Ein Gewässer, mit dem das Havelland vor 300 Jahren trockengelegt wurde. Mehrere Teiche und mit Wasser gefüllte Gräben durchziehen das Gebiet.

Auf dem Wanderweg in Richtung Kuhlaketeich wird man schon etwas an einen Urwald erinnert. Rustikale Bänke und Tische stehen am Weg und laden zu einer Rast ein.

Kurz vor der dem Ziel sind wir noch durch das Wildgehege gelaufen, hier fühlen sich Hirsche, Rehe und Wildschweine sehr wohl. Rehe hatten wir auch schon zuvor bei der Wanderung durch den Wald entdeckt.

An der Haltestelle Johannisstift endete unsere Tour.

März: Naturschutzgebiet Niedermoorwiesen am Tegeler Fließ

Diese Wanderung begann im Stadtbezirk Reinickendorf, im Ortsteil Hermsdorf. Hier herrscht kein Großstadtchaos, nein hier bestimmen Ruhe und Naturverbundenheit das Leben.

Vom S-Bahnhof ist es nicht weit bis zum Waldsee, der in einem kleinen Park liegt. Noch ein paar Schritte weiter, dann steht man am Wanderweg am Tegeler Fließ. Diese Landschaft ist einzigartig, die Fließtalniederung gehört zum länderübergreifenden Naturpark Barnim. Neben dem Tegeler Fließ liegen noch etliche kleinere Teiche, alles ehemalige Torfstiche und auch Entwässerungsgräben die aber eingezäunt sind, denn es wurde unter Schutz gestellt. Wasserpflanzen wachsen am Rand der Gewässer, Sträucher und Baumgruppen aus Weiden und Erlen gedeihen auf dem Boden. Vom Naturschutzbund wurde ein Moorpfad angelegt und auf den Informationstafeln kann man alles über die Tiere und Pflanzen nachlesen.

Der Mauerweg, der hier auch verläuft weist wieder eine ganz andere Vegetation auf. Märkischer Sand und Kiefern bestimmen das Bild. Noch eine Attraktion ist hier zu sehen. In der Nähe des Köppchensees ist eine Obstplantage, wo verschiedene alte Obstsorten wachsen. Die Pflege und Ernte übernimmt der Naturschutzbund.

Wir liefen weiter über Feldwege, vorbei am alten Dorf Blankenburg bis in den Botanischen Volkspark. Her blühten die ersten Frühlingsblüher im Staudengarten neben den exotischen Nadelbäumen und Kiesberge zeigten an, dass die Wege neu gestaltet werden. Natürlich sahen wir uns auch noch die Pflanzen im Gewächshaus an. Bis der Schlangenkaktus „Königin der Nacht“ blüht, muss man aber bis zum Sommer warten.

An der Hauptstraße liegt die Bushaltestelle und wir fuhren zurück aus der ländlichen Idylle in die Großstadt.

März: Wanderung von Lichtenrade nach Diedersdorf

Schon die Wettervorhersage am Tag zuvor versprach uns ideales Wanderwetter, die kleinen Verspätungen bei der Hinfahrt mit der S-Bahn, nahmen wir deshalb gelassen hin.

Lichtenrade ist der südlichste Ortsteil Berlins, bevor das Land Brandenburg beginnt. Dass hier auch einst die Berliner Mauer verlief, gehört längst der Vergangenheit an. Der Mauerstreifen ist inzwischen begrünt und für Wanderer und Radfahrer ausgebaut, nur die Wegweiser wiesen auf den Verlauf hin als wir die Feldwege betraten. Kleinere Wassergräben sahen wir, schilfbewachsen, und von den größeren Teichen klang das  Geschrei der Wasservögel herüber. Wäre das leise und ferne Geräusch der Landstraße nicht gewesen, wir hätten uns gefühlt wie in einer anderen Zeit.

Wir liefen durch die Diedersdorfer Heide,  wieder an einem Wassergraben entlang – diesmal dem Mahlower Seegraben – durch einen Wald. Ab und zu hatten wir freien Blick auf die Spargelfelder der hier ansässigen Spargelbauern. Dann hatten wir Diedersdorf erreicht. Durch das  Dorf führt die Dorfstraße, vorbei am Dorfplatz mit der Kirche, der ehemaligen Feuerwehr und der alten Dorfschule.

Hinter dem Dorfzentrum betritt man das Gelände des Gutshauses, heute Schloss genannt. Hier findet man alle gastronomischen Einrichtungen und für jeden Geschmack ist etwas da. Im großen Biergarten saßen schon die ersten durstigen Radfahrer, der Hofbäcker hatte  seine Tische und Stühle rausgestellt und auf dem Spielplatz tobten die kleinen Kinder, dicht neben den Kuhweiden.

Aus den ehemaligen Scheunen entstanden die Restaurants, selbst in der alten Schmiede und im Taubenturm sind Einzelhändler eingezogen, im Schloss ist ein Hotel untergebracht. Noch hat die Ausflugsaison nicht richtig begonnen, aber dass an den Sommerwochenenden viel geboten wird sahen wir auf dem Veranstaltungskalender.

Wer nicht mit dem Auto hergekommen ist, muss mit dem Linienbus zum nächsten Bahnhof fahren und muss sich seine Zeit gut einteilen.

Für den Heimweg benötigten wir nur eine knappe Stunde, dann waren wir wieder in der Großstadt.  Fazit: Diedersdorf ist ein Ausflug wert.

März: Wanderung von Wilhelmshagen bis Müggelheim

Diese Wanderung stand ganz unter dem Motto Wasser und Wald im Stadtbezirk Köpenick. Wilhelmshagen ist die letzte Berliner Ortschaft, bevor mit der Station Erkner, der Linie S-3 bereits Brandenburger Gebiet beginnt.

Wir liefen durch den schönen Wohnort bis zu den Püttbergen, alle stiegen hoch auf den Berg der eigentlich eine Sanddüne ist, um die Aussicht zu genießen. Oben auf dem Gipfel stehen kleine und große Kiefern, ein Rodelberg ist vorhanden und mehrere Fußwege führen durch das Gelände.

Von hier ist es nicht weit bis nach Neu-Venedig, das an der Müggelspree liegt. Wie der Name schon vermuten lässt, wurden auf dem einstigen sumpfigen Gelände Kanäle zur Entwässerung angelegt und kleine Brücken führen über die Kanäle. Dazwischen liegen die Wassergrundstücke der Bewohner. Der Vergleich mit Venedig ist also nicht vermessen. Wir wunderten uns deshalb nicht, dass es einen Lagunenweg und einen Rialtoring gibt.

Der Ortsteil Hessenwinkel ist danach schnell erreicht, auch hier ist es wieder wasserreich, ein Altarm der Spree führt hindurch. Wir liefen über die Triglawbrücke, eine Eisenkonstruktion und gleich anschließend über eine kleinere Holzbrücke, dann standen wir im Berliner Stadtforst, der von Müggelheim, dem Gosener Kanal und einer Landstraße begrenzt wird. Das Wasserschutzgebiet ist eingezäunt, ebenso wie die Aufforstungen. Das erschwerte etwas unseren Weg durch das Gelände, aber wir kamen ohne größere Umwege in der Dorfmitte von Müggelheim an.

Auch Müggelheim ist eine kleine Ortschaft in deren Ortsmitte die Kirche steht und am Dorfanger noch einige Bauernkaten aus der Gründungszeit.

Ein Bus brachte uns zurück und wir konnten die Heimreise mit S-Bahn antreten.

April: Werder-Glindow-Petzow

Eine Wanderung im April – undenkbar ohne Regen. Zum Glück verzogen sich die Wolken als wir zuWanderbeginn in Glindow aus dem Bus stiegen. Glindow liegt vor den Toren Berlins in Brandenburg und gehört zu Potsdam.

Wir hatten uns den Wanderweg entlang dem Havelsee, dem Glindower See ausgesucht. Das ist der Panoramaweg Werder, der entlang der Obstanbaugebiete liegt. Jetzt im April standen schon manche Obstbäume in der Blüte, bestimmt ist die ganze Pracht der blühenden Kirschbäume zum Kirschblütenfest zu sehen.

Beim Weg entlang am Glindower See, der an etlichen Kleingärten entlang führt, konnten wir so manchen Frühlingsblüher auch in den Gärten entdecken. Wir liefen zwischendurch auch zu den „Glindower Alpen“. Dieses Gelände erhielt zu Recht wegen den Pfaden, Schluchten und kleinen Teichen diesen Namen. Es ist der Abraum der bei der Tongewinnung entstand.

Am kleinen Ziegeleimuseum angekommen, konnten wir auf einer Informationstafel auch nachlesen, dass hier ursprünglich fünfzig Ziegeleien ansässig waren. Eine einzige ist heute übriggeblieben, die heute noch arbeitet und Ziegel für die unterschiedlichsten Bauten oder Baudenkmäler anfertigt.

Dann hatten wir die Ortschaft Petzow erreicht. Hier waren wir bei einer anderen Wanderung schon mal. Inzwischen wird das Schloss/Gutshaus saniert und am Wasser steht eine moderne Wohnanlage mit Bootshaus. Diesmal machten wir einen Abstecher zum Fruchterlebnisgarten Sandokan, wo aus einer ehemaligen Gärtnerei ein Café, Restaurant mit Biergarten und ein Hofladen entstand. Die Eigentümerin widmet sich ganz der Vermarktung des Sanddorns.

Für den Rückweg wählten wir den Wanderweg oberhalb der Glindower Alpen, der vorbei an Feldern und durch ein kleines Waldgebiet wieder zurück nach Glindow führt. Noch ein Blick auf die Dorfkirche mit dem beeindruckenden Turm von über 40 Metern, auf das älteste Haus, in dem sich heute das Heimatmuseum befindet und auf die alten Bauernhäuser rund um den Dorfkern, dann fuhren wir wieder zurück mit dem Bus nach Potsdam. Wieder hatten wir eine interessante Landschaft vor den Toren Berlins kennengelernt.

April: Der Krumme See und das Sutschketal

Start unserer Aprilwanderung war Königs-Wusterhausen, im Dahme-Seengebiet.

Vom Bahnhof kommend liefen wir über die Hauptstraße bis zum Schloss, ein ehemaliges Jagdschloss der Hohenzollernkönige aus dem  17. Jahrhundert. Bald darauf hatten wir auch den Wanderweg am Nottekanal erreicht. Rechts und links neben dem Kanal sind heute ausgebaute Rad- bzw. Wanderwege, ganz offensichtlich liefen wir auf dem ehemaligen Treidelweg.

Der erste Teil des Wegs war für uns Wanderer nicht so angenehm, das sollte sich aber ändern als wir den Krummensee erreichten. Wir liefen am Ufer des Krummensees entlang, der seinen Namen zu Recht erhielt. Schilfbewachsen lag er ganz idyllisch vor uns. Angelparadies war auf einem Schild zu lesen, was meint der Schreiber? Wegen der schönen Lage oder wegen dem Ertrag aus dem Wasser?

Mit Blick auf den See und das gegenüberliegende Ufer konnten wir die Aussage bekräftigen.

Gleich nach dem wurzeligen Trampelpfad – dem Uferweg – beginnt das wohl schönste Tal des Dahme-Seen-Gebietes, das Sutschketal. Es war sehr schön, durch diese einmalige Naturlandschaft zu laufen. Alte und große Kiefern auf  der bergigen Seite, Erlen und Bruchwald im morastigen Tal. Selbstverständlich wurde diese Landschaft unter Schutz gestellt, damit die seltenen Pflanzen erhalten bleiben.

Selbst ein Weiher war zu sehen, von Seerosen bewachsen.

In Bestensee endet das Sutschketal und vom Bahnhof traten wir mit dem Regionalzug die Heimfahrt an.

Obwohl uns das Aprilwetter mit dem kalten Wind nicht angenehm war, wurden wir mit einer einmaligen Landschaft entschädigt. Und wenn wir noch ein, zwei Bänke für eine Rast gefunden hätten, wäre alles perfekt gewesen.

Mai: durchs Löcknitztal

Unsere Wanderung führte diesmal weiter auf dem Löcknitztalweg und wir begannen dort, wo unsere Wanderung vor zwei Jahren endete, am Bahnhof Fangschleuse.

Gleich hinter dem Bahnhof bogen wir in den Wald ab und liefen oberhalb der alten Löcknitz durch diese einzigartige Landschaft in Richtung Erkner. Tausende von Maiglöckchen blühten und verströmten ihren Duft. Das warme Wetter war auch etwas schuld am emsigen Mückenflug und wir zückten eilig das Spray um ihre Angriffe abzuwehren.

Als die Froschbrücke erreicht, und die A-10 unterquert wurde, hatten wir die Quälgeister abgeschüttelt. Wir erreichten den Wupatzsee, umrundeten ihn halb und waren auch bald darauf am Ortseingang von Erkner.

Die ehemalige beliebte Ausflugsgaststätte Löcknitzidyll existiert nicht mehr, stattdessen steht am Ufer der Löcknitz ein großer Neubau. Wohnen in Wassernähe wird immer beliebter.

Wir hatten noch eine kurze Wegstrecke vor uns, wir wollten ja bis Woltersdorf laufen. Am Ziel angekommen erwartete uns die Rückfahrt mit der historischen Straßenbahn, die uns zum S-Bahnhof brachte.

Juni: Biesenthal und der Große Wukensee

Wer im Barnimstädtchen Biesenthal aus dem Bus steigt steht mitten im Zentrum auf einem für den kleinen Ort übergroßen Marktplatz. Genau in der Mitte dieses Platzes befindet sich die Kaisereiche mit Rundbank, die Eiche hatte schon stattliche Ausmaße.

Gleich neben dem alten Fachwerkrathaus beginnt der Wanderweg durch das Biesenthaler Becken. Dieses Becken ist ein Feuchtgebiet, im Wald gelegen, und von etlichen kleinen Fließen durchzogen, auch kleinere Seen kann man hier entdecken. Für eine Sommerwanderung war es richtig angenehm unter den schattenspendenden Bäumen zu laufen, wenn man mal von den Plagegeistern, den Mücken absieht.

Wir liefen nur eine kleine Runde durch das Becken, dann zurück, denn wir wollten noch über den Rundweg um den Großen Wukensee laufen. Hier am Uferweg stehen etliche originelle Bänke, die den Wanderer zum Sitzen einladen, um die Aussicht über den See zu genießen. Auch eine Abkühlung für die müden Füße war möglich, das Wasser war klar und angenehm.

Schade, dass die An- und Abfahrt für uns viel Zeit beanspruchte, denn hier gibt es viele Wandermöglichkeiten, das sahen wir an den gut ausgeschilderten Wanderwegen.

Juli: Wanderung von Karow bis Buch

Die geplante Wanderung im Juli konnten wir wegen dem Zugausfall der Heidekrautbahn nicht laufen. Schade, nun fährt die Bahn nur im 2-Stundentakt, dann noch Ausfälle. Alle Wartenden nahmen es gelassen und wir auch, wir änderten einfach die Route.

In Karow befindet sich das Naturschutzgebiet Karower Teiche. Das sind vier Teiche, die vor vielen Jahren erst ein Torfstichgebiet waren und später für die Fischzucht genutzt wurden. Weil sich ganz in der Nähe, in Hobrechtsfelde  auch Rieselfelder befanden wurden nach dem Bau von Klärwerken die Rieselfelder stillgelegt und es dauerte wieder lange bis der belastete Boden sich erholen konnte. Inzwischen sind die Karower Teiche als Naturschutzgebiet erklärt worden. Auf unserem Rundweg sahen wir immer wieder Schautafeln, auf denen das Gelände erklärt und Wissenswertes zu Flora und Fauna zu nachzulesen ist.

Vom Rundweg Karower Teiche liefen wir anschließend bis zur Lietzengraben-Niederung, auch ein Naturschutzgebiet. Im Gebiet befinden sich wieder kleinere Teiche, das ist die Bogenseekette. Nur ein kurzer Weg führte uns durch, schließlich wollten wir die Wanderung in Buch beenden.

In Buch liefen wir durch den gepflegten Schlosspark – das Schloss wurde leider abgerissen –  direkt an der Panke entlang, die von Bernau kommend bis in die Mitte Berlins fließt um dann in die Spree zu münden. Sehenswert ist in Buch auch die Barockkirche, im 18. Jahrhundert errichtet und auch der Künstlerhof Buch, letzterer ist im alten Stadtgut untergebracht. Buch war schon immer ein großer Krankenhaus-Standort, die Dr. Heim-Kliniken haben wir uns schon bei einer anderen Wanderung ansehen können, jetzt war es der Standort der Immanuel-Kliniken. Ein großer Gebäudekomplex, bestehend aus Backsteinbauten deren Träger die Diakonie ist.

Juli: Birkenwerder, Briesesee und Hohen-Neuendorf

Die zweite Juli-Wanderung führte uns in ein Gebiet, das nördlich von Berlin liegt.  Start war die Ortschaft Birkenwerder, die,  wie der Name schon verrät, ganz vom Grün der Wälder umschlossen ist.

Wir liefen zuerst in Richtung Briesesee. Die Briese selbst ist ein Nebenfluss der Havel, die im Barnim entspringt und auch wieder in die Havel mündet. Rechts und links der Briese ist eine naturnahe Bachlandschaft. Feuchtwiesen, Erlenbruchwald, Hecken und offene Wasserflächen bestimmen das Bild, das sich dem Wanderer bietet. Wir sind nur ein kurzes Stück dem Tal gefolgt, waren am Briesesee und haben über einen Holzbohlensteg laufend die ganze Ursprünglichkeit der Natur gesehen.

Zurück in Birkenwerder hieß das nächste Ziel Boddensee. Schilfbestanden von Seerosen bewachsen und mit einem Rundweg. Gleich daneben befindet sich der älteste Teil von Birkenwerder, zwei Bauernkaten aus dem vorigen Jahrhundert stehen hier und die ev. Kirche, 1849 eingeweiht. Anschließend ging es zum Briesesteig. Das ist ein idyllischer Promenaden-Wanderweg, hier wird der Wasserlauf der Briese auch für eine kleine Wassertretanlage genutzt, das haben wir zur Erfrischung gern getan.

Die Tour führte weiter und wir haben bald darauf fast unbemerkt den Ortsteil Birkenwerder verlassen und befanden uns in Hohen-Neuendorf. Das ist kein typischer Ort für Wanderer, zwar vom Wald umgeben, aber am Ortsrand zu viele Bahnlinien dazu am Rand die Autobahn Berliner Ring mit den entsprechenden Geräuschen. Durch den Stadtumbau sind damals etliche historische Häuser abgerissen und durch triste Neubauten ersetzt werden. Das Wahrzeichen ist der Wasserturm, nicht im typischen Backsteinbau gemauert, sondern hell verputzt, der Epoche des Jugendstils angelehnt, was auch der Bauweise Anfang des 20. Jahrhunderts entspricht.

Auf dem Weg zum S-Bahnhof liefen wir noch an der „Himmelspagode“ vorbei, das ist ein dreistöckiges chinesisches Restaurant. Am Bahnhofsvorplatz verabschiedeten uns zwei Fliegen, ein Denkmal, dessen Sinn uns leider nicht erschloss.

Das war wieder eine abwechslungsreiche Wanderung vor den Toren Berlins.

August: Wanderung von Tasdorf bis Strausberg

Diese Wanderung war eine Teilstrecke vom 66-Seen-Wanderweg, der rings um Berlin verläuft und wir starteten in Tasdorf, einem Ortsteil von Rüdersdorf.

Schön, dass diese Etappe gut mit dem Wanderzeichen, dem bekannten blauen Punkt  gekennzeichnet war, so war ein Gelingen schon vorprogrammiert. Als wir den direkten Uferwanderweg erreicht hatten liefen wir an der Westseite des Stienitzsees entlang. Wenn auch der See nicht immer wegen den Bäumen zu sehen war; so schimmerte doch manchmal das Wasser durch das dichte Grün.

Streckenweise war es nötig kleine Hügel zu erklimmen, um dann wieder auf den Wanderweg abzusteigen. Am Nordufer des Stienitzsees angekommen, haben wir uns dann vom See entfernt, um am Rand des Naturschutzgebietes „Lange Dammwiesen und Unteres Annatal“ weiterzulaufen. Dieser Weg war mit dem Wanderzeichen einer Orchidee gekennzeichnet, was darauf schließen lässt, dass wir auf den Wiesen diese seltenen Pflanzen entdecken können, vorausgesetzt es ist gerade Blütezeit.

Vorbei an der alten Walkmühle, die schon seit vielen Jahren ihren Betrieb eingestellt hat, hatten wir auch das Annafließ erreicht, dann muss ein letztes Mal über Treppen gestiegen werden, und wir waren in der Stadt Strausberg.

Heute hatten wir alle guten Wanderwegeigenschaften genießen können: ein Wald mit verschlungenen Pfaden, ein See mit Badestellen, genügend Rastplätze und die Schönheit eines Naturschutzgebietes.

August: Wanderung am Seddiner See bis Wildenbruch und Stücken

Zwar war die Anfahrt in die Region Nuthe-Neplitz etwas lang für uns aber ein schöner, vielseitiger Wanderweg hat uns entschädigt.

Zuerst liefen wir entlang des nördlichen Seddiner Sees. Die gesamte Strecke war wieder gut ausgeschildert mit dem Wanderzeichen blauer Kreis, dem 66-Seen-Wanderweg. Wir liefen über befestigte Wege, später auch auf Trampelpfaden, und hatten dabei immer wieder schöne Ausblicke auf den See. An der sandigen Badestelle badeten kleine Kinder, die weit ins Wasser hineingehen konnten, der See scheint nur eine geringe Tiefe zu haben.

Über einen Feldweg, jetzt etwas weiter vom Seddiner See entfernt, führte unser Weg dann in Richtung Wildenbruch. Blühende Felder auf der einen Seite und auf der anderen Seite standen viele Obstbäume, die voller Äpfel hingen, auch Schilder von einem Naturlehrpfad waren zu erkennen. Vielleicht sollte hier doch mal eine Hand eingreifen um etwas Ordnung in die Wildnis zu bringen, vielleicht aber ist es so gewollt, dass die aufgestellten Bänke nicht den Blick auf den See zulassen, sondern nur auf die Brombeerhecke davor.

Dann hatten wir die Ortschaft Wildenbruch erreicht und wir standen in einem schmucken Dorf mit schön sanierten Bauernhäusern und einer alten Feldsteinkirche. Wir stärkten uns im Garten eines Landhotels, unter einem riesigen Kastanienbaum sitzend, mit einer Tasse Kaffee für die weitere Tour.

Es ging weiter, vorbei an zwei Badestellen, neben Feldern und durch Waldstücke und auch vorbei am nächsten See, dem Kähnsdorfer See.

Bald darauf hatten wir den Ortolan-Wanderweg erreicht. Der Ortolan ist ein unter Artenschutz stehender Vogel, der seine Nester auf dem Boden baut und hier seinen idealen Lebensraum gefunden hat. Auf einem naturbelassenen Trampelpfad liefen wir oberhalb des ehemaligen Mühlenfließes durch den Wald bis Stücken.

Ein Bus brachte uns zurück nach Potsdam und auf der Rückfahrt sahen wir auf einem Feld noch mehrere Großtrappen stehen. Der Anblick dieser großen und seltenen Vogelart ist schon beeindruckend und rundete die anderen  Erlebnisse bei der Wanderung durch dieses Landschaftsschutzgebiet ab.

September: Im Mühlenbecker Land

Die erste September-Wanderung führte uns ins Mühlenbecker Land, das gleich nördlich hinter der Berliner Stadtgrenze beginnt.

Unser Ziel war das Naturschutzgebiet Schönerlinder Teiche mit seiner einzigartigen Natur. Ein Wegweiser zu Beginn hat das Finden des Geländes etwas schwierig gemacht. Aber es hat geklappt und wir begannen unseren Streifzug. Mehrere Teiche mussten wir meist auf Trampelpfaden halb umrunden und zwei nicht sehr vertrauenerweckende Holzbrücken galt es zu überwinden. Am Naturlehrpfad, der nach dem Löwenzahn benannt ist, konnten wir immer wieder nachlesen, welcher Vogel sich hier wohl fühlt und welche Pflanze gedeiht. Die Pflaumenbäume am Wegesrand bogen sich unter der Last der reifen Früchte. Hinter einem Stromzaun weideten wilde Konikpferde, die das ganze Jahr in freier Natur leben und jetzt neugierig zum Zaun kamen.

Anschließend liefen wir durch Mühlenbeck bis zur Mönchmühle, die Namensgeber für die Ortschaft ist. Kaum zu glauben, die Entstehung der Mühle geht auf das 13. Jahrhundert zurück, als Zisterzensiermönche sie bewirtschafteten. Der Mühlbetrieb wurde erst im Jahr 1973 eingestellt. Heute ist die Mühle saniert und sie wird von einem Verein betreut, der das Haus und die Nebengebäude zu einem kulturellen Zentrum ausbauen möchte.

Als die Sonne schon etwas gnadenlos auf uns schien, waren wir froh, als wir das nächste Naturschutzgebiet erreichten und unter schattenspendenden Bäumen am Fuß der Arkenberge weiterlaufen konnten.

Unbemerkt hatten wir auch die Landesgrenze überschritten und gelangten zu Berlins nördlich gelegenem Dorf: Blankenfelde. Es gehört zum Stadtbezirk Pankow und ist auch das kleinste Dorf, das 1920 zu Berlin eingemeindet wurde. Eine Dorfstraße mit der Dorfkirche, eine Schule, dazu alte Bauernhäuser mit Scheunen sahen wir auf dem Weg zur Bushaltestelle. Ein paar Schritte weiter steht das alte Stadtgut mit seinen Nebengebäuden. Auch hier ist ein Verein tätig und schuf in den vergangenen Jahren Wohnungen, eine Schule und andere soziale Einrichtungen und half so den Verfall zu stoppen.

September: Tagesfahrt in die Schorfheide

Die Schorfheide ist ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und stand schon lange oben auf unserer Wunschzielliste. Nach neunzig Minuten Fahrzeit waren wir in Joachimsthal, einer Kleinstadt in dieser wald- und wasserreichen Umgebung angekommen.

Der erste Weg führte uns in das Zentrum, zum Markt mit den schönen alten Bauernhäusern die hier stehen. Mitten auf dem Markt steht der Joachimsbrunnen, der den Gründer der Ortschaft darstellt. Gleich daneben das Rathaus und ein kleiner Park. Den Mittelpunkt bildet aber die ev. Kreuzkirche, auch hier hat Schinkel gewirkt. Und in Joachimsthal, das 1604 gegründet wurde, ist auch der Ursprung des berühmten Joachimthal’schen Gymnasiums, einer Bildungseinrichtung für begabte Knaben, das später seinen Sitz in Berlin hatte.

Wir liefen weiter über das historische Kopfsteinpflaster bis zum Denkmal des Heimatdichters Brunold und dann über einen Feldweg zum Aussichtsturm BIORAMA. An den alten Wasserturm haben 2006 tat- und finanzkräftige Geschäftsleute einen Fahrstuhl angebaut, der uns hinauf auf die Aussichtsplattform brachte. Oben angekommen hatten wir eine schöne Sicht, eine Spielzeuglandschaft lag vor uns, viele Waldgebiete, dazwischen kleine Ortschaften und Seen und ganz viel Horizont.

Das wandern sollte nicht zu kurz kommen, so liefen wir bis zum Werbellinsee, das wohl bekannteste Gewässer in der Schorfheide. Natürlich ist das Seeufer bebaut, aber wir konnten trotzdem an dessen nördlichem Ufer einen Blick auf den See werfen. Wir liefen auf dem Kaiser-Rundweg, mit den Informationstafeln zur Geschichte und Entwicklung des Werbellinsees.

Anschließend liefen wir wieder zurück und erreichten bald darauf das Ziel, den Kaiserbahnhof. Die Bahnstation erhielt ihren Namen, weil Kaiser Wilhelm II. von hier aus zur Jagd ging, das Gebäude ist heute wieder originalgetreu saniert. Ein schöner Fachwerkbau, der schon zu verfallen drohte, aber von freiwilligen Helfern und durch die Denkmalschutzbehörde gerettet wurde. Der Bahnhof hat als Hörspielbahnhof eine neue Funktion erhalten.

Wir hatten einen schönen sommerlichen Tag in einer eindrucksvollen Landschaft.

September: An den Havelseen: von Werder nach Marquardt

Als vor mehr als 300 Jahren der große Kurfürst in der Schweiz um Hilfe bei der Besiedlung und Trockenlegung des Golmer Luchs bat, kamen Schweizer Familien seiner Bitte nach und begannen mit ihrer Arbeit. Entwässerungsgräben wurden angelegt und Dämme errichtet, so ganz ist es aber leider nicht geglückt, noch heute ist hier ein Moorgebiet.

Die kleinen Ortschaften, durch die wir liefen liegen östlich der Havelseen, dem Großen Zernsee, dem Wublitz- und dem Schlänitzsee.

Start unserer Wanderung war Werder. Über die große Brücke zwischen Havel und Zernsee, über die nicht nur die Bahn aus Berlin fährt, sondern die auch eine Passage für Wanderer und Radfahrer hat, liefen wir am Rande des Golmer Luchs bis zum Schloss Golm. Das Schloss, das wohl mehr ein Gutshaus ist, liegt mit seinem großen Park direkt am See, alles von einer hohen Mauer umschlossen. Das Gebäude ist eine ehemalige Direktorenvilla, war auch mal ein Kurhaus, ist heute aber in privatem Besitz. Über den Mühlendamm ging es weiter über Einhaus – etwas untertrieben – bis wir die Kolonistensiedlung Nattwerder erreichten. Mehrere schöne alte Bauernhäuser an der Dorfstraße und eine Dorfkirche, die nur für die Schweizer Siedler errichtet wurde, alles war schön restauriert.

Inzwischen hatten wir auch den Wublitzsee erreicht, aber wie schon an der gesamten Strecke vorher konnten wir keinen Blick auf den See werfen, Pappeln und Weiden und das Schilf am Ufer versperrten die Sicht. Die nächste Ortschaft heißt Grube, die auch wieder schnell durchlaufen war. Jetzt liefen wir am Rande von Feldern, vorbei an Pferdekoppeln bis zum Schlänitzsee. Der Sacrow-Paretzer-Kanal musste anschließend über eine Brücke überquert werden, dann hatten wir den Ort Marquardt erreicht. Einen großen Teil dieses Ortes nimmt der Schlosspark mit dem dazugehörigen Schloss ein. Das Haus hat auch eine wechselvolle Geschichte und war Wohnort und Sommersitz adliger Besitzer. Später waren ein Hotel und ein Universitätsinstitut hier untergebracht. Seit 2013 steht es leer und wird nur noch für Filmaufnahmen vermietet.

Für einen Rundgang durch die Parkanlage fehlte uns dann doch die Zeit, denn der nur einmal stündlich fahrende Bus hielt direkt vor uns und brachte uns zurück in das Zentrum von Potsdam.

Wir hatten wieder einen unbekannten Teil Brandenburgs vor den Toren von Berlin erkundet, und das alles bei schönstem Herbst-Sonnen-Wetter.

Oktober: Durch den Grunewald

Ein beliebtes Ausflugsziel für Naturliebhaber ist immer der Ortsteil Grunewald mit dem gleichnamigen Stadtwald.

Wir begannen die Tour am Olympiastadion, am S-Bahnhof. Gleich nebenan ist das erste interessante Bauwerk zu sehen, das Corbusierhaus, welches anlässlich einer Bauausstellung im Jahr 1957 errichtet wurde. Gleich daneben hatte der Bildhauer Georg Kolbe sein Atelier, im Grünzug, durch den wir liefen stehen große Bronzestatuen, von ihm gefertigt. Über die stark befahrene Heerstraße gelaufen steht man aber kurz danach an einem Eingang in den Grunewald.

Vorbei am höchsten Berg, dem Teufelsberg mit der verlassenen Abhörstation der Alliierten erreichten wir auf Waldwegen das historische Wasserwerk im Grunewald. Das Wasserwerk wurde 1870 erbaut und versorgte bis zu seiner Stilllegung 1969 die Umgebung mit Trinkwasser. Heute hat hier das Naturschutzzentrum Ökowerk seinen Sitz. Ein Förderverein hat mit Hilfe der Denkmalschutzbehörde die nötigen Umbaumaßnahmen veranlasst und lädt Gäste zu Führungen und zum Experimentieren ein. Viele Schüler machen davon Gebrauch, es gibt auch ein vielfältiges Veranstaltungsangebot im Haus.

Über den Schildhornweg liefen wir weiter in Richtung Havel. Ganz versteckt im Wald liegt ein kleiner Waldfriedhof, der einst von Förstern für namenlose Bestattungen angelegt wurde. Wir haben diesem Friedhof einen kleinen Besuch abgestattet, bevor wir auf dem Schildhornweg weiter liefen. Nachdem die Havelchaussee überquert war standen wir auch bald darauf am Ufer der Havel. Von hier ist es auch nicht weit bis zum Grunewaldturm. Groß und mächtig steht der 55 m hohe Backsteinturm im Wald. Schon über hundert Jahre alt, ist er seit einiger Zeit wieder geöffnet und soll aus luftiger Höhe einen grandiosen Blick in die Umgebung bieten. Nein, wir haben ihn nicht erklommen, Nebel stand über der Havel von einer Aussicht ganz zu schweigen. So ist es eben im Herbst.

Die Rückfahrt bis in die City Berlins war dann aber doch noch schön, wir konnten die Fahrt in einem Oldtimerbus genießen, der ab und zu auf dieser Strecke fährt.

Oktober: Stadtwanderung Oranienburg

Wenn die Bäume ihr Laub verlieren und der Herbstwind uns umweht, bietet es sich an, eine Stadtwanderung zu machen. Nördlich von Berlin liegt im Havelland die Stadt Oranienburg, die in diesem Jahr wie viele andere Gemeinden in der Umgebung, ihr 800jähriges Bestehen gefeiert hat.

Wir starteten unsere Tour in Lehnitz, einem Ortsteil von Oranienburg. Zuerst liefen wir auf der Havelpromenade bis in die Altstadt. Schön, dass an den Sehenswürdigkeiten Informationstafeln angebracht waren, dabei konnten wir vieles aus der Stadtgeschichte erfahren, z. B. an der Nikolaikirche und am Waisenhaus.

Wir wollten aber zuerst in die von Vegetariern gegründete Obstbaukolonie Eden laufen. Schon ca. 120 Jahre alt ist diese Siedlung mit den teilweise noch sehr alten Häusern, mit der Mosterei, einem Kindergarten, der Musikschule und einem Vereinshaus mit Cafè, wo das Feiern der Gartenfeste schon eine lange Tradition hat. Es gibt einen Apfelmarkt oder auch ein Erdbeerfest. Da die Ernte im Oktober schon lange vorbei ist, sahen wir uns deshalb die relativ kleinen Häuschen mit den großen naturbelassenen Gärten nur an.

Wir liefen wieder zurück, überquerten den Oranienburger Kanal und standen bald darauf vor dem Schloss. Ein großer, weißer Prachtbau aus dem 17. Jahrhundert, der nicht zu übersehen ist. Gleich nebenan der Schlosspark, ein Lustgarten im holländischen Stil angelegt. Ein Name findet sich sehr häufig in Oranienburg: es ist der Name der Gattin des brandenburgischen Kurfürsten, Luise Henriette von Oranien, die viel zu ihrer Zeit für die Entwicklung von Oranienburg getan hat. Ein Denkmal auf  dem Schlossplatz erinnert an die Gönnerin. Über einen Steg, der auch ihren Namen trägt, liefen wir auf der kürzesten Verbindung vom Schlossplatz bis zum Bahnhof.

Wir hatten wieder eine interessante und abwechslungsreiche Wanderung, zwar ohne Sonnenschein, aber auch ohne den befürchteten Herbstregen.

November: durch Potsdam

Wieder war die Brandenburger Landeshauptstadt Potsdam mit ihren vielen Baudenkmälern und den beeindruckenden Parks aus der Regierungszeit der Hohenzollernkönige Ziel unserer Wanderung.

Wir starteten an der Landesgrenze, an der Glienicker Brücke. Nachdem die Brücke überquert war liefen wir auf dem Mauerweg weiter. Er verläuft direkt neben dem Jungfernsee im Neuen Garten bis zu einer Landzunge. Schon auf diesem Weg sahen wir die ersten Bauten im Neuen Garten. Das Marmorpalais, das am Heiligen See steht, das Schloss Cecilienhof und direkt am Wasser die Eremitage, die Muschelgrotte und die alte Meierei. Es ist kaum mehr vorstellbar, wie es aussah als hier noch der Mauerstreifen verlief und die Gebäude dem Verfall preisgegeben waren. Mit privaten Spenden, der Denkmalschutzbehörde und Fördervereinen ist es gelungen, die nötigen Restaurierungsarbeiten durchzuführen und den Originalzustand herzustellen.

Als wir uns von See entfernten, galt es den Pfingstberg zu ersteigen. Oben angekommen steht auf der Höhe das Belvedere, ein Renaissancebau, in der Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet. Von den 25m hohen Türmen wird eine tolle Aussicht versprochen. Nach dem Abstieg liefen wir weiter bis Alexandrowka. Wie der Name schon verrät eine Siedlung, die durch die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Hohenzollern und dem Zar Alexander I. entstand. Zwölf im russischen Stil erbaute Bauernhäuser mit jeweils einem großen Garten daneben, stehen hier.

Unser nächstes Ziel war nicht weit entfernt, der Park Sanssouci mit dem gleichnamigen Schloss. Das Schloss wurde errichtet in der Regierungszeit Friedrich II. der es nach seinen persönlichen Skizzen und Bedürfnissen errichten ließ. Das Haus blieb lange sein bevorzugter Aufenthaltsort, hier fanden seine berühmten Tafelrunden statt, hier erklangen die Flötenkonzerte und hier starb er auch.

Gleich neben dem Schloss steht das Orangerieschloss, das zur Unterbringung der vielen Kübelpflanzen des Schlossparks dient. Und tatsächlich waren Gärtner gerade damit beschäftigt mit schwerem Gerät die Übersiedlung der Pflanzen zu bewerkstelligen. Die Palmenausfahrt im Frühjahr ist auch wieder ein Event, dazu finden sich viele Schaulustige im Park ein.

Im Schlosspark Sanssouci befindet sich auch der Botanische Garten der Freien Universität Potsdam, klein aber fein. Hier kann man Pflanzen aus allen Kontinenten sehen, sowohl auf dem Freigelände, als auch in den acht Schaugewächshäusern. Egal ob Kakteen, Orchideen, tropische Bäume, Wasser- und Sumpfpflanzen und Farne, man kann gar nicht alles aufzählen; es war eine erstaunliche Vielfalt.

Nach dem gesamten Rundgang war unser Bedarf an Kultur und Sehenswürdigkeiten gedeckt und mit müden Füßen strebten wir dem Ausgang zu. Nur noch durch den Marlygarten gelaufen, dann schritten wir wie einst die Könige durch das Eingangstor, das Grüne Gitter, und waren wieder in Potsdams lebendiger Innenstadt.

November: Wanderung von Wannsee nach Stahnsdorf

Heute waren wir in einem Teil von Berlin, in dem wir noch nie waren. Es ist der Ortsteil Kohlhasenbrück des Stadtbezirks Steglitz/Zehlendorf im Süden von Berlin.

Ein Bus brachte uns nach  Alt-Wannsee. Im Zentrum auf dem kopfsteingepflasterten Wilhelmplatz stehen noch die vom Architekten Stüler errichtete Dorfkirche, der Dorfkrug und die alte Schule. Und nach nur wenigen Metern erreichten wir auch das erste Gewässer, den Stölpchensee, an dem unser Wanderweg entlang führte bis wir den Griebnitzsee erreichten. In diesen See münden zwei Kanäle, der Prinz-Friedrich-Leopold-Kanal und der Teltowkanal, an letzterem führte unsere Wanderung weiter bis wir an einer Brücke den Teltowkanal überqueren konnten; wir hatten Kohlhasenbrück erreicht. Der Ortsteil ist klein und nach Hans Kohlhase benannt – Heinrich von Kleist hat ihm ein literarisches Denkmal gesetzt –  und liegt direkt in der Nähe der Mauer.

Gleich dahinter beginnt das Gebiet der Parforceheide. Dieses Waldstück wurde unter dem Soldatenkönig zur speziellen Treibjagd mit Hunden genutzt. Auf dem sandigen Gelände gedeihen viele Kiefern, und auf dem ehemaligen Mauerstreifen wurden ebenfalls Kiefern nachgepflanzt. Es war ein schöner Wanderweg durch die Heide, einziger Nachteil ist die Autobahn A 115, die den Wald durchschneidet.

Die Wüste Mark liegt ebenfalls in der Parforceheide. Ein freies Feld mitten im Wald, eine ehemalige Exklave.

Bald darauf hatten wir Stahnsdorf erreicht, bzw. den Südwestkirchhof, den zweitgrößten Friedhof Deutschlands. Die Einmaligkeit des Friedhofs besteht darin, dass hier viele Denkmale von bedeutenden Bildhauern der damaligen Zeit zu sehen sind, und dass viele Prominente aus Wissenschaft, Politik und Kunst hier bestattet wurden. Sehenswert ist auch die ganz im norwegischen Stil gebaute Stabholzkirche. Wir hatten nicht den Eindruck, dass wir über einen Friedhof liefen, nein diese verschlungenen Pfade und Rundwege kennen wir nur von Parks.

Es war wieder ein schöner Herbst-Wandertag und wir hatten wieder 3xW = Wald, Wasser, Wiese gesehen, auch das Wetter war ganz nach unseren Vorstellungen.

Dezember: durch die Schönholzer Heide und über den Pankeweg

Bei der letzten Wanderung in diesem Jahr verabschiedete sich auch unser bisheriges schönes Wanderwetter. Der Himmel war grau verhangen, Regentropfen fielen vereinzelt, zum Glück gab es aber keine befürchteten verschlammten Wanderwege als wir in Wilhelmsruh aus der S-Bahn stiegen.

Zuerst liefen wir zum Volkspark Schönholzer Heide, der weitgehend eine naturbelassene Grünanlage ist und schon im 19. Jahrhundert ein beliebtes Ausflugsziel war. Im nördlichen Teil steht das sowjetische Ehrenmal mit einem Obelisk und dem Denkmal „Mutter Erde“. An den Granitpfeilern sind Bronzetafeln mit den Namen der gefallenen Soldaten angebracht. Im Park schließt sich eine Liegewiese an und eine Kriegsgräberstätte. Zahlreiche Wege führen durch den Waldpark, wir haben auch zwei sehr alte Platanen gesehen, die als Naturdenkmal ausgewiesen sind.

Tritt man aus dem Wald sind es nur wenige Schritte bis zum nächsten Park, dem Bürgerpark Pankow. Das ist ein ehemaliges privates Grundstück, das die Gemeinde Pankow dem Eigentümer abgekauft hat. Alle Gebäude des Parks wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört, nur das prächtige Eingangstor und ein Musikpavillon wurden wieder aufgebaut. Hier finden auch heute hin und wieder Konzerte inmitten des schönen Rosengartens statt. Große Liegewiesen sahen wir, auf denen einige Skulpturen stehen, dazwischen die ruhig fließende Panke und ein beeindruckender Baumbestand. Es sollen auch einige exotische Bäume darunter sein. Nun hatten wir schon mehr als die Hälfte des geplanten Wanderwegs geschafft. Obwohl der Regen einige Pausen eingelegt hatte ärgerte er uns erneut. Wir liefen noch ein kurzes Stück auf dem Pankeweg in Richtung Wedding, beschlossen aber doch die Wanderung abzubrechen. Vor einigen Jahren waren wir auch hier schon mal, die Wanderstrecke ist bekannt und wurde an dieser Stelle bereits beschrieben.

 

 

 

 

 

 

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