Januar: von Alt-Blankenburg bis Wartenberg

Die erste Wanderung im Jahr 2019 führte uns bei frostigen Temperaturen in den nördlichsten Stadtrand von Berlin. Hier entstand im 13. Jahrhundert das Dorf Blankenburg, die alte Feldsteinkirche in der Dorfmitte stammt auch aus dieser Zeit. Wäre da nicht die stark befahrene Hauptstraße in Richtung Karow könnte man direkt von ländlicher Idylle schwärmen. Um die Kirche stehen die ehemaligen niedrigen Bauernkaten und auch Gehöfte mit Stallungen.

Und südlich des Dorfes wurden vor vielen Jahren die Rieselfelder angelegt, die bis in die 1960er Jahre in Betrieb waren. Heute sind die Rieselfelder verschwunden, geblieben sind die Entwässerungsgräben, aus den Feldern sind Pferdekoppeln entstanden, auch ein Golfplatz gehört jetzt zu dem Ort. Neben den Entwässerungsgräben gibt es Wege auf denen es sich bequem von Dorf zu Dorf laufen lässt, für uns hieß das nächste Dorf Malchow.

Auch das ist ein typisches Straßendorf und obendrein der kleinste Ortsteil von Berlin. Entlang der Dorfstraße stehen die alten Bauernhäuser, das ehemalige Gutshaus, die neue Dorfkirche mit dem Pfarrhaus und die alte Gemeindeschule. In einem der alten Bauernhöfe ist eine Naturschutzstation eingerichtet worden. Die Station wird von einem Förderverein betreut, hier lernen Kinder in der Ausstellungshalle und in den Seminarräumen ihre Naturverbundenheit zu entwickeln. Ein Hofladen und ein Cafè sind auch vorhanden. Im Frühjahr nisten Störche auf dem hohen Schornstein und wenn die kleinen Störche flügge sind wird das Storchenfest gefeiert.

Wir liefen weiter, nun durch das Naturschutzgebiet Malchower Aue. Das ist ein Wiesen- und Bruchwaldgebiet, in denen sich noch alte Torfstichteiche befinden. Das Feuchtgebiet ist ein idealer Rastplatz für Vögel und Amphibien, auch gut geeignet als Futterplatz für die Störche der Naturschutzstation nebenan, wenn sie im Frühjahr wieder ihre Nester beziehen. Auch der größere Malchower See ist gleich in der Nähe, umgeben von einer Grünanlage mit vielen Bänken. Mitunter sahen wir auch ungewöhnlich große Bäume, die wohl noch aus der Zeit stammen als sich hier der große Gutspark befand.

Und bereits hier sahen wir sie: die ersten Hochhäuser des Stadtbezirks Hohenschönhausen; wir hatten unser Ziel erreicht.

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