Februar: von der Storkower Straße bis Neukölln

Diesmal liefen wir wieder eine Teilstrecke von einem grünen Hauptweg, dem Inneren Parkring um Berlin. Start war der S-Bahnhof Storkower Straße in Lichtenberg. Von hier ist der erste Park schnell erreicht, es ist der Blankensteinpark. Hier befand sich bis 1991 der zentrale Schlachthof von Berlin, die Hallen existieren nicht mehr, nur noch die Skelettträger sind als Industriedenkmal erhalten, gleich daneben wurden Bänke aufgestellt und Bäume angepflanzt. Und dahinter ist der nächste Park, der Forckenbeckplatz, benannt nach einem ehemaligen Bürgermeister.

Dann führte unser weiterer Weg durch das Friedrichshainer Szene- und Kneipenviertel. Erstaunlich wie viele Gaststätten es hier gibt, alle hatten bereits ihre Tische draußen aufgestellt und warteten auf die Sonne und auf Gäste.

Bis zur Spree ist es auch nicht mehr weit, wir überquerten sie und danach hatten wir auch Neukölln erreicht. Wir liefen zuerst am Landwehrkanal entlang, erreichten die Wasserkreuzung mit dem Neuköllner Schifffahrtskanal und liefen jetzt an dessen Ufer weiter. Hier änderte sich wieder das Landschaftsbild, Wohnbebauung und unmittelbar am Ufer standen Bänke und Riesenplatanen.

Und dann hatten wir Rixdorf erreicht, der alte Name von Neukölln wird aber kaum noch verwendet, trotzdem weiß jeder Berliner welcher Ortsteil gemeint ist. Es ist der Ortsteil, den König Friedrich Wilhelm I. den verfolgten und zugereisten Böhmen übergab und ihnen Glaubensfreiheit gewährte. Diese Familien, meist Bauern, brachten ihre Traditionen mit, bauten sich Häuser, das böhmische Dorf entstand. Noch heute erkennt man nicht nur am alten Kopfsteinpflaster die Dorfstruktur. Im Zentrum stehen die alte Schmiede und die Bethlehemkirche und auf dem Friedhof kann man die fremdklingenden Namen auf den Steinen lesen. Die Bauernhäuser stehen sozusagen in der zweiten Reihe dahinter, genau wie die Scheunen für die Tiere die mal gehalten wurden. Ich war mal hier zum Tag des Offenen Denkmals und war überrascht, welche Gemütlichkeit bei der Gartengestaltung sich hinter den Scheunentoren befindet. In der Kirchgasse steht ein Denkmal von Friedrich Wilhelm I. mit einem Dankeswort der Böhmen, und auch ein Gedenkstein mit einem Bild des großen böhmischen Universalgelehrten Comenius, der die Welt als Garten und das Leben als Schule verstand.

Von hier ist es nicht mehr weit bis zum S-Bahnhof, und wer Ortskenntnisse hat, verläuft sich nicht so wie wir in den engen Straßen.

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