Februar: Stadtwanderung Bornholmer- bis Storkower Straße

Auf dem Inneren Parkring um Berlin

Unterschiedlicher konnten die Parks, die wir diesmal auf unserer Teilstrecke auf dem „Grünen Hauptweg Nr. 18“, dem Inneren Parkring liefen, nicht sein.

Da war zuerst der Mauerpark, entstanden auf der Brache zwischen dem Westberliner Ortsteil Gesundbrunnen und dem östlichen Prenzlauer Berg, inzwischen begrünt und mit Freizeitflächen für die sportliche Betätigung ausgestattet, weiter der Falkplatz, vor vielen Jahren angelegt um genügend Luft und Licht zwischen der städtischen Bebauung zu erhalten. Der dritte Park heißt Ernst-Thälmann-Park und galt als das Prestigeobjekt der Ostberliner Regierung vor dem Mauerfall. Um diesen Park anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins zu gestalten, wurde ein altes Gaswerk gesprengt, das Carl-Zeiss-Planetarium erbaut und das Monumentaldenkmal mit dem Kopf des Namensgebers an der Protokollstrecke aufgestellt. Gerade um letzteres gab es viele Diskussionen, abreißen oder nicht hieß es, inzwischen sind die Debatten verstummt, das Denkmal steht unter Schutz und dient heute als Fläche für Graffittikünstler, oder solche, die sich dafür halten.

Der vierte Park ist eigentlich kein Park, sondern nur ein Grünstreifen neben der S-Bahn-Trasse, und trägt den Namen des Widerstandskämpfers Anton Saefkow. Hier war erfreulicherweise das Gartenamt tätig und besserte die Wege aus.

Der fünfte Park hat wieder eine ganz andere Geschichte, der Volkspark Prenzlauer Berg war vor hundert Jahren eine einfache Müllkippe, nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auch der Trümmerschutt hier entsorgt und Anfang der 1970er Jahre wurde er begrünt und mit Bäumen bepflanzt. Immerhin hat er eine Höhe von 90 Metern erreicht, Rundwege und Treppen ermöglichen den Aufstieg.

Der letzte Park wiederum, der Fennpfuhlpark ist Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden als Lichtenberg noch ein Dorf war und Betriebe wie Gärtnereien und Holzhandel sich außerhalb des Dorfes ansiedelten. Ein kleiner Teich befindet im Park, das gab den Anstoß für den Bau von Ausflugsgaststätten, von denen aber heute keine einzige mehr existiert. Er wird wohl mehr als Grillplatz für die Anwohner oder Hundeauslaufgebiet genutzt.

Dass wir bei unserer Tour auch die Gelegenheit hatten die unterschiedlichsten Architekturstile Berlins kennenzulernen, war ein erfreulicher Nebeneffekt. Im Prenzlauer Berg sahen wir viele schmucke und sanierte Gründerzeithäuser mit reich verzierten Fassaden und selbst die Hochhäuser rund um den Ernst-Thälmann-Park oder am Fennpfuhlpark strahlten einen gewissen Charme aus, wurden sie doch immer am Rand der Parks errichtet und geben damit einen Rahmen für die Grünflächen ab. Wir konnten auch durch eine nette, kleine Einfamilienhaussiedlung mit dem Namen Blumenviertel und durch eine Kleingartenkolonie laufen, wo wir uns an den ersten Frühlingsblühern erfreuten.

Noch zwei Teilstrecken des Parkrings liegen vor uns, dann schließt sich die Tour um Berlins Innenstadtbebauung.

 

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