2013

Januar: Wanderung durch die Jungfernheide und die Siedlung Siemensstadt

Dass Schnee und Kälte uns nicht abschrecken können zu laufen, hat sich bei dieser ersten Wanderung des Jahres gezeigt. Obwohl wir bereits einmal durch die Jungfernheide gelaufen sind, bot sich nun im Winter ein ganz anderes Bild. Festgetretener Schnee erleichterte das Laufen und durch das fehlende Laub an den Bäumen konnten wir die Landschaft genießen, die sich uns zeigte. Im Sommer werden die Liegewiesen von Menschen genutzt, heute begegneten uns nur wenige Hundebesitzer mit ihren Tieren.

Nach dem durchlaufen der Jungfernheide ging es gleich in den nächsten anschließenden Park, nach Werner von Siemens benannt.

Die kleine Eigenheimsiedlung von Siemensstadt war das nächste Ziel. Zuerst die kleinen Reihenhäuser, die aussahen, als wollten sie sich gegenseitig wärmen. Die Straßen, meist nur Fußwege, dazu zugeschneite Vorgärten, es war ein schöner Anblick.

In der Siedlung Heimat konnten wir den Fassadenschmuck dieser ganz anders gestalteten Architektur sehen. Bestimmt wohnt es sich sehr angenehm in den Häusern, die auch noch genügend Raum für freie Plätze dazwischen bietet. Diese Siedlung wird durch einen großen Torbogen mit Überbauung verlassen, dann kommt man in die Großsiedlung Siemensstadt.

Hier haben die Architekten aus den 20er Jahren, wie z. B. Walter Gropius oder Hans Scharoun u. a. sich auf ihre Art ein Denkmal gesetzt. Die runden Balkone, das Laubenganghaus, der „Lange Jammer“, sind nur einige Bauten, die wir sahen und die mit Recht vor einigen Jahren in die Denkmalschutzliste aufgenommen wurden. Zur besseren Orientierung stehen hier auch Informationstafeln, die uns Wissenswertes über die Häuser und ihre Architekten vermittelten.

So hatten wir zusammengefasst den Tag mit Bewegung und Wissen bereichert.

 

Februar: Wanderung von der Heerstraße bis zum Schloss Charlottenburg

Diesmal waren wir nur eine kleine Gruppe, die sich aufgemacht hatte, wieder Neues in Berlin zu entdecken. Das erste Ziel waren die Siedlung Heerstraße und die Siedlung Eichkamp, beide gehören zum Stadtbezirk Charlottenburg. In der ersten Siedlung sahen wir die Doppelhaushälften, die ab 1919 für die städtischen Beamten erbaut wurde. In der  Siedlung Eichkamp überwiegen Reihenhäuser, ebenfalls etwa zur gleichen Zeit errichtet. Vom Bahnhof Grunewald liefen wir dann fast parallel an den S-Bahn-Gleisen bis zum Halensee, der auch vor 100 Jahren seine Blütezeit hatte, als sich hier der berühmte Lunapark befand.

Vorher warfen wir einen Blick auf die rege Bautätigkeit in Grunewald, hier werden mal viele neue Häuser im Kontrast zur alten Villenkolonie entstehen.

Anschließend ging es weiter zum Henriettenplatz – hier beginnt der Kurfürstendamm – und wir erreichten auch bald den Lietzensee. Diesmal führte der Weg nicht in Ufernähe weiter, sondern über Straßen bis in die Nähe des ehemaligen Reichskriegsgerichts in der Witzlebenstraße. Ob hier alle neuen Mieter und Bewohner ahnen,  wie viel Todesurteile hier ausgesprochen wurden und wie viel Leid über Menschen gebracht wurde? Der Investor, der den Umbau geplant und ausgeführt hat, musste bestimmt viel Kritik ertragen.

Bald darauf waren wir aber in Heinrich Zilles „Milljöh“. Der Kiez liegt parallel zur vornehmen Schloßstraße und lange Jahre hat der berühmte Maler hier gewohnt und ist seinen Studien nachgegangen. In der Danckelmannstraße entdeckten wir sogar ein Ziegengehege und einen großen Spielplatz für Kinder im Hinterhof.

Wir beendeten unsere Wanderung am Klausener Platz. Und mit etwas Phantasie konnten wir uns vorstellen, wie prächtig er im Sommer mit den Blumenrabatten aussehen mag.

 

Februar: Eine Wanderung entlang des Nordgrabens von Reinickendorf bis Pankow

Der Nordgraben ist ein Entwässerungsgraben, der die Panke mit dem Tegeler See verbindet. Da seitlich von diesem Graben Wege entlang führen, bietet es sich an, auch diese für eine Wanderung zu nutzen. Zuvor liefen wir allerdings über das Gelände des Karl-Bonhoeffer-Klinikums. Eine Einrichtung, die nach Entwürfen des Stadtbaumeisters Hermann Blankenstein als Irrenanstalt gebaut wurde. Den alten Backsteingebäuden wurden Neubauten hinzugefügt und ein großer Park umgibt das Gelände.

Am Rathaus Reinickendorf stößt man dann auf den Nordgraben. Zuvor sahen wir uns das mächtige Rathaus an, auch in Backsteingotik mit Verzierungen aus Muschelkalk. Die Erbauer von Rathäusern aus dieser Zeit scheinen alle nur ein das Ziel zu verfolgen: es muss das Größte werden. Neben dem Rathaus im kleinen Park wurden in den letzten Jahren Erinnerungsbäume gepflanzt, das ist auch eine schöne Art, die Bewohner an dem Stadtgrün zu beteiligen.

Der Weg am Nordgraben führt zwischen vielen Kleingartenanlagen hindurch, wenn man mal von der tristen Hochhaussiedlung des Märkischen Viertels absieht.

Zum Schluss liefen wir noch durch den Botanischen Volkspark in Blankenfelde. Zwar lag über allem noch eine Schneedecke, aber die Skulpturen und die mächtigen exotischen Nadelbäume waren trotzdem ein lohnenswerter Anblick. Es gibt auch zwei Gewächshäuser, in einem davon soll eine „Königin der Nacht“ im Sommer blühen. Dieser Kaktus ist ohne Blüte aber so unscheinbar, dass wir ihn nicht entdeckt  haben. Wahrscheinlich ist das der sogenannte „Wink“ nochmal in einer anderen Jahreszeit das Gelände aufzusuchen.

 

März: Wanderung um Lichtenrade

Nach vielen Regentagen hatten wir diesmal nur Glück bei unserer ersten Wanderung im März. Wenn auch nicht die Sonne schien, so war es doch ein freundlicher, trockener Tag, den wir uns ausgesucht hatten. Lichtenrade ist der südlichste Ortsteil in Berlin, an seinem Ortsrand stand die Mauer, danach liegen die Brandenburger Felder und wir konnten in der Ferne bis nach Klein-Ziethen, später in Richtung Blankenfelde oder Teltow sehen.

Viele von uns kannten den Ortsteil nicht und so liefen wir etwas langsamer als sonst über die Bahnhofstraße in Richtung Alt-Lichtenrade. Dass wir hier die dörfliche Bebauung noch gut erhalten und instand vorfanden, machte einen schönen Eindruck. Die Gaslaternen und die Kopfsteinpflasterung ergänzten die Idylle.

Dann standen wir am Giebelpfuhl, der Berlins größter Dorfteich sein soll und dahinter steht groß und mächtig die Feldsteinkirche aus dem 14. Jahrhundert.

Wir liefen danach durch den Volkspark und durch eine Siedlung bis zum Mauerweg, um unseren Wanderweg fortzusetzen. Eine Erinnerungstafel an einen Mauertoten ließ uns noch mal an die Teilung Berlins denken.

Wir liefen weiter auf dem Mauerweg, bis uns die S-Bahnstrecke zwang, den Weg durch Lichtenrade zu nehmen. Schade, dass hier keine Möglichkeit für das gefahrlose überqueren der Gleise geschaffen wurde. Aber vielleicht wird es ja später geplant und durchgeführt.

Positiv für uns war der Umweg dennoch, so lernten wir auch das kleine Waldstück, die Nachtbucht kennen.

Wieder konnten wir einen Berliner Ortsteil kennenlernen, der uns einen insgesamt schönen Eindruck vermitteln konnte.

 

Mai: Mauerweg und Kirschblüten

An unserem Donnerstag-Wandertag meinte es Petrus gut mit uns. Die angekündigte „leichte Bewölkung mit Regenschauern“ traf einfach nicht zu, schon früh schien die Sonne, sie wurde ein treuer Begleiter der Strecke.

Wir waren dieses Mal in Lichterfelde unterwegs, das erste Ziel war der Fliegepark, wo Otto Lilienthal mit einem selbstgebauten Gleitflieger seine ersten Flugversuche unternahm. Ihm zu Ehren wurde deshalb in diesem Park ein Denkmal errichtet; eine große Weltkugel auf einem künstlich aufgeschütteten Berg.

Schon der Weg zum Denkmal führte durch einen Grünzug mit Bänken und Findlingen. Vom Fliegepark liefen wir weiter über den grünen Weg bis zum Mauerweg an der Stadtgrenze.

Dann begann der „Kirschblütenweg“ mit den buschförmigen Bäumen und wenig später standen wir am Japaneck.

Das ist ein Rondell mit Sitzbänken, wo die Radfahrwege aus vier Richtungen aufeinandertreffen. Am Japaneck steht ein Gedenkstein, der darauf hinweist, dass alle hier gepflanzten Zierkirschbäume vom japanischen Volk aus Freude über die Wiedervereinigung Deutschlands gespendet wurden. Hier stehen auch die Bäume in Reihen gepflanzt, daneben der Radweg und der unbefestigte Weg für Wanderer. Leider war die Kirschblüte nicht mehr vorhanden, aber mit etwas Phantasie konnten wir uns die Blütenpracht vorstellen. Bestimmt werden wir uns im nächsten Jahr davon überzeugen. Übrigens soll es die längste Kirschblütenallee in Berlin und Brandenburg sein.

An diesem Tag liefen wir sowohl an der Stadtgrenze Berlins, als auch im Land Brandenburg und mit dem Bus, der uns ins Zentrum Berlins zurückbringt, fährt man gerade mal 30 Minuten.

 

Juni: Tagesfahrt nach Wittenberge

Nach unendlich vielen Regentagen im Mai konnten wir uns an diesem Tag bei schönstem Ausflugswetter auf einen angenehmen Aufenthalt freuen.

Wittenberge, die Stadt mit den Türmen liegt an der westlichsten Grenze von Brandenburg, das Nachbarland ist Sachsen-Anhalt und Wittenberge liegt an der Elbtalaue.

Nach der Ankunft besichtigten wir das renovierte Gründerzeitviertel mit den schönen Bauwerken. Verzierte Fassaden, Erker, Sprossenfenster sahen wir, und das Haus der vier Jahreszeiten mit der üppig bemalten Fassade.

Es ging weiter durch das „Grün“ der Stadt, das sind der Clara-Zetkin- und der Stadtpark, der erstere ist erst ca. 50 Jahre alt, im älteren Stadtpark steht der erste Turm: der Wasserturm. Wir liefen an zwei Plätzen vorbei, auch mit einer schönen Baumbepflanzung, diesmal Exoten wie Gingkobäume, Mammutbaum oder der Trompetenbaum.

Unweit davon steht das mächtige Rathaus mit dem stattlichen Uhrenturm von 51 Metern Höhe als Beispiel für die aufstrebende Industriealisierung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts errichtet. Es wurde 1914 eingeweiht.

Am Nachmittag führte uns die „Ackerbürgerin Mathilde“ durch die Altstadt von Wittenberge. Der Rundgang begann am Steintor, dem ältesten Gebäude der Stadt. Erst war es Wohnhaus der Stadtgründer, der Edlen Herren von Putlitz, später das Stadtgefängnis.

Wissenswertes aus der Geschichte wurde uns vermittelt, wir sahen die kleinen Fischerhäuser der Altstadt und die Stadtkirche, auch die alte Apotheke, in der wenige Jahre Theodor Körner wohnte.

Inzwischen waren wir auch an der Elbe angekommen und sahen uns die Skulptur „Zeitreise“ von Christian Uhlig, einem Künstler der Prignitz an. Witzig, die Darstellung der Bürger dieser Stadt. Zusammen mit den beiden Musikanten auf der Elbmauer bilden die drei Bronzeskulpturen ein schönes Ensemble.

Im dritten Teil des Tages machten wir uns auf den Weg zur Alten Ölmühle direkt an der Elbe gelegen. Hier finden wir nicht nur die Kulissen der Elblandfestspiele sondern auch Industriedenkmäler aus der Zeit um ca. 1850. Es wurde aus Getreide und Rüben Öl gemahlen, gelagert, mit den Rohstoffen gehandelt und über die Elbe nach ganz Europa verschickt. Salomon Herz hieß der Gründer. Auf dem Gelände stehen riesige Speicher. Schön, dass ein geschäftstüchtiger Unternehmer das Gelände wieder zum Leben erweckt hat. In der Ölmühle sind das Hotel, ein Brauhaus mit  Restaurant und ein Festsaal. Neben dem Uferturm eine Strandbar mit Sommerterrasse. Im Innenhof konnten wir unseren  Nachmittagskaffee genießen. Wer weiß, welche Ideen der Inhaber noch verwirklichen will, Platz genug wäre vorhanden.

Auf dem Weg zum Bahnhof sahen wir noch den Singerturm, Wahrzeichen der Singer-Nähmaschinen-Werke mit einer Höhe von 50 Metern. Die vier Zifferblätter mit einem Durchmesser von 7,30 m haben jedes ein eigenes Uhrwerk. Wieder gigantisch, die Werke waren damals größter Arbeitgeber der Region, heute dienen sie den Touristen als Museum.

Wittenberge in der Prignitz; mit diesem Ausflug haben wir unser Wissen über die Region nur bereichern können.

 

Juni: Die Wanderung am Fließgraben, von Blankenburg zum Malchower See

Keine trüben Wolken standen am Himmel, als wir uns an diesem Tag aufmachten, eine schon länger geplante Tour zu erwandern.

Es sind nur wenige Schritte vom Bahnhof Blankenburg, und wir erreichten den Fließgraben inmitten einer Kleingartensiedlung. Er sollte nun für die gesamte Strecke unser Wegweiser sein.

Außerhalb des Ortes liefen wir auf Feldwegen mit dem hohen Getreide und den leuchtenden Mohnblüten vorbei an Pferdekoppeln. Auf den Wegen standen Obstbäume, hier gibt es noch ländliche Idylle.

Dann wurde Berlins kleinster Ortsteil, Malchow erreicht und wir machten an der Naturschutzstation Malchow eine Rast. Inzwischen sind beide Storchennester besetzt, aus einem schauten drei Jungstörche heraus. Seit vielen Jahren nisten hier die Tiere und ziehen ihren Nachwuchs auf. Ein munterer Frosch quakte im kleinen Teich nebenan. Dann galt es noch die Station zu erkunden, die Kräuter- und Gemüsebeete, den Hofladen und den Vortragssaal mit der Ausstellung.

Von der Station liefen wir bis zum Naturschutzgebiet Malchower Aue. Hier verläuft ein Wanderweg hindurch, einige Infotafeln erläuterten das Gelände. Es gibt mehrere kleine, mit Röhricht umwachsene ehemalige Torfstichgewässer. Auch hier auf den Wiesen blühte es üppig.

Der Malchower See war unser nächstes Ziel. Seit ein Klärwerk die Reinigung des Sees übernimmt, ist er wieder angewachsen und hat eine bessere Wasserqualität. Das Gebiet um den Malchower See ist der ehemalige Gutspark, deshalb stehen auch einige untypische Bäume wie Platanen und Kastanien rund um den See. Am Ufer sind Erholungsbereiche, Findlinge und Bänke.

In Wartenberg, erstreckt sich seit wenigen Jahren ein Parkband neben den S-Bahngleisen. Es ist nur knapp 2 km lang, hier wurden einheimische Bäume und Sträucher gepflanzt, am Naturlehrpfad fehlten  leider teilweise die Informationen. Als wir die Anpflanzung mit den Obstbäumen erreichten, hatten wir auch gleichzeitig unser Ziel erreicht: den S-Bahnhof Hohenschönhausen.  

Dass es am Stadtrand von Berlin so viel ländlich Wissenwertes und Interessantes zu entdecken gibt, war für uns alle eine Bereicherung.

 

Juni: durch den Grunewald

Unsere Wanderung begann diesmal wieder am S-Bahnhof Grunewald, ein idealer Ausgangsort für eine Waldwanderung.

Auf bekanntem Wege liefen wir bis zur Kiesgrube und erreichten auch bald danach den Teufelssee. Aber heute war keine Abkühlung angesagt, das Wasser war zu kalt für eine Erfrischung.

So ging es weiter durch den Forst bis zum Dahlemer Feld. Hier stehen nur vereinzelte Sträucher und Gräser, zwischen den Gräsern blühte es bunt und wir erkannten auch einige bekannte Pflanzen und Blumen.

Weiter ging es durch den Forst, wir konnten uns an den herrlichen Grüntönen der Laub- und Nadelbäume erfreuen, so hat dieses Jahr mit den vielen Niederschlägen auch einige erfreuliche Folgen.

Wir liefen am Naturschutzgebiet Barssee und am Pechsee vorbei, bevor wir den Forst-Hauptweg in Richtung Düne erreichten. Diese Düne wurde künstlich errichtet, im Innern befinden sich alte Munitionsbunker der Alliierten, die Bunker wurden vor Jahren mit Boden bedeckt und inzwischen sind sie zugewachsen.

Anschließend führte uns der Weg in südliche Richtung. Als wir das eingezäunte Gelände des Sprengplatzes erreichten, und wir gerade darüber nachdachten wie oft und wann hier wohl alte Munition durch die Polizei entschärft wird, kam aus dem Wald wie zur Bestätigung ein ohrenbetäubender Knall. Es war mal wieder soweit, zum Glück waren wir darauf vorbereitet.

Wenn die Autogeräusche der Avus immer näher rücken sind bald der Tunnel an der Kronprinzessinnenstraße und auch das Ende dieser Waldwanderung erreicht.

Durch den Grunewald zu laufen, ist wohl zu jeder Jahreszeit immer wieder schön. Noch schöner würden wir es allerdings finden, wenn sich das Forstamt entschließt ein paar Bänke mehr aufzustellen. Gerade an den markanten Orten, hätten wir gerne eine Rast gemacht, um die Natur auf uns wirken zu lassen. 

 

Juli: Wanderung von Basdorf nach Summt

Die erste Wanderung im Juli führte uns in den Barnim, bzw. ins Mühlenbecker Land.

Dass wir wunderschönes Wanderwetter hatten, machte diesen Ausflug erst zu etwas Besonderem.

Die Heidekrautbahn brachte uns nach Basdorf und nur wenige Meter vom Bahnhof entfernt, konnten wir den Wald betreten. Es war ein angenehmes Laufen auf dem Weg; fuß- und rückenfreundlich. 

Unter dem hohen Kiefernbestand wuchsen die Heidelbeeren und Himbeeren. Erstaunlich wie viele es waren, wahrscheinlich findet sich kein Pflücker und wir waren auf die Möglichkeit der Ernte nicht vorbereitet, so reichte es nur fürs naschen.

Am Mühlenbecker See wurde die erste Rast eingelegt, auf einem umgestürzten Baum mit Blick auf den See, der uns riesengroß erschien. Der See ist ein Moorgewässer und der Abfluss ist das Tegeler Fließ.

Es sind noch mehrere Teiche im Forst zu finden, sie alle wurden früher als Torfstiche genutzt und die Straße an denen sie liegen heißt deshalb auch Deutsche Tonstraße.

Am Ortseingang von Summt liegt etwas im Wald versteckt eine größere Häuseransammlung, ungenutzt und dem Verfall preisgegeben, ein Gesundheitszentrum sollte hier entstehen, wurde aber – aus welchen Gründen auch immer – nie fertiggestellt.  

Dann erreichten wir unser Ziel den Summter See, ein schöner Promenadenweg führt am Ufer entlang, gesäumt von alten Buchen. Und hier fanden wir endlich genügend Bänke und auch eine Badestelle. Nachdem wir unseren Proviant verzehrt hatten, haben wir die Füße in das Wasser getaucht und die Erfrischung tat uns gut. Leider entdeckten wir auch am Ufer mehrere tote Fische, wohl ein Beweis dafür, dass der Sauerstoffgehalt im Wasser nicht ausreicht sie am Leben zu erhalten.

An der Bushaltestelle war unsere Wanderung beendet.

Das Mühlenbecker Land war eine schöne Entdeckung für uns, bestimmt kommen wir wieder. 

 

Juli: Wanderung durch Britz

Dass wir unsere Wanderung durch den Königswald nicht durchführten; die Hitzewelle hat uns abgehalten eine lange Anfahrtszeit auf uns zu nehmen. Ich denke, dass die kurzfristige Änderung im Sinne aller war.

Britz ist ein Ortsteil von Neukölln und in kürzester Zeit aus Lichtenberg zu erreichen.

Die Hufeisensiedlung an der Fritz-Reuter-Allee war das erste Ziel. Diese Siedlung wurde in den Jahren 1925-1933 nach Plänen von Bruno Taut errichtet. Sie heißt so, weil sie ringförmig mit einem Eingangsbereich gebaut wurde. Die Straßen um die Siedlung tragen Namen wie z. B. Onkel-Bräsig-Straße, der Figur eines Romans des mecklenburgischen Heimatdichters Fritz Reuter.

Danach liefen wir zum ersten Park mit einem Teich, dem Fennpfuhl. Große Liegewiesen mit hohen Bäumen, dazu viele Bänke, die zur Rast einluden.

Wiederum nach kurzer Zeit kamen wir zum Gutspark Britz, zum Schloss, zum Gutshof, und zum Dorfkern, nach Alt-Britz. Im Gutspark stehen viele seltene Laub- und Nadelgehölze. Durch eine Tür konnten wir auch den Schlosspark betreten und liefen auf der breiten Lindenallee direkt in die Nähe des Schlosses. Es geht hervor aus dem ehemaligen Rittergut der Familie Britzke und stammt aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts. Nach vielen Eigentümerwechseln, nach Umbauten und Restaurierungen, sieht es heute wieder aus wie im 19. Jahrhundert. Nur gehört es der Stadt Berlin, die hier ein Museum eingerichtet hat.

Alt-Britz sieht genau aus, wie mancher Dorfkern in Berlin: Dorfkirche mit kleinem Friedhof, Dorfteich, Pfarrhaus und ehemalige Dorfschule.

Dagegen ist der alte Gutshof wieder zum Leben erweckt worden. Eine Musikschule hat ihren Sitz im Gutsverwalterhaus. In der ehemaligen Scheune ist das Museum Neukölln untergebracht und auf dem Freigelände sind eine Freiluftbühne und ein Gehege mit alten einheimischen Tierrassen.

Aber die Wanderung war noch nicht zu Ende, immer unter schattenspenden Bäumen liefen wir auf einem Grünzug bis fast nach Gropiusstadt, dann über den Hochspannungsweg nach Mariendorf.

Fast könnte man meinen, aus dieser Wanderung, die mit vielen neuen Ansichten, Eindrücken und Ortsteilen angefüllt war, könnte man zwei kleine Touren machen, es wäre nicht minder interessant geworden. Nein, diese Wanderung betrug nur 10 km und war mitten in Berlin.

 

August: Wanderung durch Alt-Wannsee zum Böttcherberg und zurück

Unsere erste Augustwanderung fiel fast ins Wasser, bereits in der Nacht zuvor und auch morgens schüttete es wie aus Kannen, so waren wir nur eine kleine unerschrockene Gruppe, die sich mutig auf den Weg machte. Aber es geschehen doch noch Wunder, nach der S-Bahn- und Busfahrt fielen noch drei einsame Tropfen vom Himmel, es klarte sich auf und sollte auch so bis zum Ende der Wanderung bleiben.

Wir liefen durch Alt-Wannsee und kamen natürlich nicht an dem ehemaligen Ackerbürgerhof „Mutter Fourage“ vorbei. Der Hof mit seinen kleinen Nischen, dem Blumenladen, dem Hofladen, der Galerie und der kleinen Bühne ließ uns – das lag nicht nur am Kopfsteinpflaster – langsamer gehen, um alles zu erfassen, was es an schönen Dingen zu sehen gab.

Bald darauf erreichten wir auch Alt-Wannsee, mit der markanten Kirche am Stölpchensee. Auch hier ist noch die alte Pflasterung vorhanden. Weiter ging es, vorbei am Hahn-Meitner-Institut und dem Golfplatz Wannsee bis nach Klein-Glienicke. Hier galt es dann den fast 70m hohen Böttcherberg zu ersteigen. Von oben hat/ hatte man bestimmt mal eine schöne Aussicht auf den Park Babelsberg, mittlerweile sind aber die Bäume so hoch gewachsen, dass wir nur noch den oberen Teil des Turms vom Schloss Babelsberg sehen konnten. Auf dem Gipfel steht auch die Loggia Alexandra, die an Charlotte von Preußen erinnert, sie hatte durch Heirat in das russische Zarenhaus den Namen Alexandra angenommen.

Wir liefen anschließend durch Klein-Glienicke, durch den Park vom Jagdschloss und vorbei an den letzten verbliebenen Schweizer Häusern bis zum Griebnitzsee mit seiner Uferpromenade.

Auf dem sehr schönen Waldweg, umsäumt von Buchen und Eichen, hat man immer wieder eine schöne Sicht auf das gegenüberliegende Ufer, welches zu Potsdam-Babelsberg gehört, und wo zu unserem Bedauern der Uferweg nicht mehr frei zugänglich ist.

Tritt man aus dem Wald und überquert den Prinz-Leopold-Kanal ist man auch schon an der Bushaltestelle und kann den Heimweg antreten.

Diese schöne Wanderung, wo Kultur und Natur ganz nah aufeinandertreffen, hat die vollste Zustimmung der Wandergruppe gefunden.

 

August: Waldwanderung von Rüdnitz über Lobetal nach Lanke

Ein angenehmes Wanderwetter erwartete uns an diesem Tag; er begann mit einer Fahrt mit der Regionalbahn und die Hinfahrt dauerte weniger als 30 Minuten.

Der Bahnhof Rüdnitz liegt etwas außerhalb der Ortschaft, so hatten wir Gelegenheit, das kleine Dorf mit den neugebauten Reihenhäusern entlang der Bahnhofstraße zu sehen. Erst rund um den alten Dorfkern, ist die ländliche Bebauung zu finden.

Aber dann ging es gleich hinein in den Wald. Unter hohen Kiefern und auf sandigem Boden – Himbeer- und Brombeersträucher am Wegrand – überquerten wir den Fernradweg, liefen bis zum Mechesee, und erreichten wenig später Lobetal.

Dieser kleine Ort hat eine besondere Ausstrahlung. Uns fiel sofort auf, dass Straßen und Plätze so sauber waren, als ob sie uns auf eine besondere Art empfangen wollen. In den Vorgärten blühte es und in der kleinen Waldkapelle spielte die Organistin gerade auf der Orgel und wir kamen in den Genuss eines kleinen Orgelkonzerts. Schnell war danach die Ortschaft erkundet. Der Dorfplatz, die Schmiede, die Christusstatue und das Begegnungshaus, das Freilufttheater, sowie auf dem Friedhof ein ganz besonderer Gedenkstein.

Vom Mechesee ging es weiter durch die schöne Landschaft des Barnim mit den Eichen, Buchen und Waldwiesen bis wir den Hellsee erreichten. Auch dieser Waldsee ist etwas Besonderes, er wird als der schönste des Barnim bezeichnet. Er ist von hohen Bäumen umgeben, die sich im klaren Wasser spiegeln.

Nicht mehr lange, dann kann man im Wald die schöne Herbstfärbung der Laubbäume bewundern.

Auf dem Uferweg entlang, erreicht man dann auch den kleinen Ort Lanke. Zuvor liefen wir durch den Schlosspark, von Peter Josef Lennè einst angelegt. Wie würde er sich ärgern, könnte er ihn heute in seinem bedauernswerten Zustand sehen. Das Schloss Lanke, gleich nebenan, wird gerade rekonstruiert, vielleicht wird nach Ende der Bauarbeiten auch der Schlosspark wieder schöner. Wir werden auf einer späteren Wanderung – falls Schloss und Park öffentlich sind – uns bestimmt mal davon überzeugen.

Voller neuer Eindrücke von der schönen Landschaft des Barnim fuhren wir wieder zurück nach Berlin.

 

September: Rundwanderung Schönower Heide

Als Auftakt unserer Herbstwanderungen ging es wieder in den Barnim. Das Ziel war die Schönower Heide nördlich von Berlin.

Bevor wir über den Rundweg liefen, galt es zuerst einen Blick auf die kleine Ortschaft Schönow zu werfen. Genau im Zentrum steht die alte Dorfkirche, noch aus Feldsteinen errichtet, der Turm ist gemauert, also zu einem späteren Zeitpunkt aufgesetzt worden. Links und rechts an der Dorfstraße stehen die Wohnhäuser mit den Scheunen. Vor den Wohnhäusern sind kleine Vorgärten, fast alle mit eisernen Zäunen eingefasst.

Die Schönower Heide, ein Naturschutzgebiet, betritt man durch ein Eingangstor und nach wenigen Metern beginnt der Rundweg entlang des Zaunes. Jetzt im Spätsommer erfreute uns die blühende Heide, schöner, als wir es erwartet hatten. Viele Informationen zu Flora und Fauna des Gebietes konnten wir auf den Tafeln vom Berliner Forst nachlesen. 

Der Zaun um das Naturschutzgebiet hat natürlich auch einen Grund. Hier leben einheimische Wildtiere, wie Rehe und Hirsche, die sozusagen die Heide offenhalten, indem sie die wildwachsenden Büsche fressen. Sie „arbeiten“ als Naturpfleger, wo gibt es das schon;  zwar sind sie nicht zutraulich, aber einige konnten wir doch hinter dem Zaun entdecken.

Vom Aussichtsturm auf dem kleinen Heideweg hat man einen schönen Überblick auf die Landschaft. Auch zwei überdachte Rastplätze sind vorhanden, wo sich der Wanderer ausruhen und picknicken kann.

Ein sonniger Tag, blühende Sträucher und einheimische Tiere, diesmal war unser Wandertag perfekt.

 

September: Tagesfahrt in den Spreewald, Lübbenau und Lehde

Endlich wurde der Plan in den Spreewald zu fahren, in die Tat umgesetzt. Der Regionalzug braucht nur eine Stunde Fahrzeit,  dann waren wir in Lübbenau angekommen.

Im Spreewald ging in den letzten 20 Jahren ein Strukturwandel vor sich. Der bis dahin vom Braunkohletagebau geprägte Landstrich hat sich jetzt zu einer schützenswerten  Landschaft  gewandelt. Der  seltene Eisvogel ist wieder heimisch geworden und der Biber fühlt sich fast schon zu wohl. Etliche Storchenarten  verbringen die Sommermonate im Spreewald und viele seltene Orchideenarten blühen wieder. An einigen Stellen wurde durch den Mensch behutsam in die Natur eingegriffen. Die Kahnfahrt führte durch viele Fließe und wir sahen die einmalige Landschaft an uns vorüberziehen. Es stehen noch viele der typischen Spreewaldhäuser aus Holz mit ihren Nebengebäuden auf den weitläufigen Grundstücken. Und überall blühten die Sonnenblumen oder leuchteten Kürbisse auf den Feldern.

Mit dem Kahn ging es auf dem Wasser um Lehde herum, so war der kleine Ort am besten zu erkunden. Denn für einen Besuch des Freilandmuseums fehlte uns dann leider die Zeit.

Zurück in Lübbenau gingen wir zum Schloss und liefen eine Runde durch den angrenzenden Schlosspark mit den seltenen Bäumen und dem wiederhergestellten Schlossteich. Das weiße Schloss mit den beiden Türmen strahlte in der Sonne. Hier hat sich die Familie der Grafen zu Lynar seit der Rückübertragung in den letzten Jahren sehr eingesetzt, ein wahres Schmuckstück daraus zu machen. Im Schloss ist ein Hotel eingerichtet, im ehemaligen Marstall werden Ferienwohnungen ausgebaut und in der Orangerie befindet sich das Schloss-Restaurant. Dass viele Gäste die Räumlichkeiten nutzen, sahen wir an dem voll besetzten Parkplatz.

Zum Abschluss machten wir einen Streifzug durch Lübbenau. Auf dem Marktplatz steht die Nikolaikirche und wacht über die Häuser der Altstadt. Vor der Kirche steht der Sagenbrunnen, der aus Figuren der „Lutki“ besteht. Diese kleinen Wesen sollen der Sage nach vor vielen Jahren freundliche und lustige Bewohner des Spreewalds gewesen sein. Als Kirchen gebaut wurden und überall Glocken erklangen, haben sie sich in das Erdinnere zurückgezogen.

Lübbenau hat sich bereits gut entwickelt und bemüht sich trotz zurückgehender Einwohnerzahlen, für Touristen attraktiv zu werden. Aber, da geht noch was. Für uns Berliner stellte sich u. a. die Frage, warum Spreewald-Spezialitäten hier vor Ort fast doppelt so teuer verkauft werden, wie auf unseren Wochenmärkten.

Mit vielen Fotos und Eindrücken von dieser einmaligen Landschaft ging ein schöner Tag zu Ende.   

 

September: Rundwanderung Kleinmachnow

Die zweite Wanderung im September führte uns in das südliche Berlin, und von dort in das angrenzende Brandenburg. Was gibt es in Kleinmachnow zu entdecken, wie hat es sich in den letzten Jahren entwickelt, einigen Fragen wollten wir nachgehen.

Dass es sich um eine attraktive Wohngegend handelt, sahen wir schon bei Aussteigen aus dem Bus. Schöne Ein- und Mehrfamilienhäuser standen rechts und links an der Hauptstraße, nette Vorgärten davor.

Die Kleingartenanlage Alt-Schönow durchliefen wir, hier leuchteten die Herbstblumen um die Wette und die Äpfel hingen an den Bäumen und warteten auf die Ernte. Einige Kleingärtner machten sich auf den Grundstücken zu schaffen, für den kommenden Winter muss eben so manche Vorsorge getroffen werden.

Geht man über den Teltowkanal so steht man auch bald im ältesten Teil Kleinmachnows, mit der Dorfkirche und dem angrenzenden Friedhof, der Dorfschule und der alten Bäkemühle. Vom ehemaligen Gutshaus stehen nur noch die Reste der Grundmauern, am Eingangsportal zum Gutshof lasen wir auf Infotafeln etwas über die Geschichte und die Gutsherren. In dem angrenzenden Park stehen einige über hundertjährige Bäume, leider wirkte der angelegte Naturlehrpfad inzwischen etwas vernachlässigt.

Wir liefen zurück zum Teltowkanal, der sich hier zum Machnower See ausweitet, um auf der anderen Uferseite und zu Füßen des Seeberges den Wanderweg fortzusetzen.

So erreichten wir auch den Gipfel des Seebergs. Hier oben steht die neue Hakeburg. Errichtet vor über hundert Jahren, groß und mächtig. Es scheint, dass Kleinmachnow sich über eine Nutzung wenig Gedanken macht, oder dass ungeklärte Vermögensverhältnisse vorliegen, wir wissen es nicht. So steht die Burg, und wartet wahrscheinlich auf einen Investor, der viel Geld in die Hand nimmt um sie zu erhalten. Auch das Gebiet um die Burg könnte attraktiver gestaltet sein. 

Durch das große Eingangsportal verließen wir den Seeberg und liefen zurück zum Bus, der uns wieder sicher nach Berlin brachte.

Vielleicht sollten wir in einigen Jahren zurückkehren und nachsehen, ob sich die Gemeinde doch noch zu einer Nutzung der Hakeburg entschlossen hat. Es wäre sonst sehr schade darum.

 

Oktober: Durch die Barnimer Feldmark, von Ahrensfelde bis Falkenberg

Nur eine kleinere Wandergruppe war diesmal am Treffpunkt zu unserer Herbstwanderung, denn die Wettervorhersage war nicht erfreulich. Mit Regenschirm oder Regenmantel ausgerüstet, konnten wir aber den Widrigkeiten trotzen. 

Ahrensfelde liegt im Nordosten von Berlin und ist noch ländlich geprägt. Zwar gibt es keine typische Landwirtschaft mit Bauernhöfen, dafür aber eine Vielzahl von   Pferdekoppeln und Reiterhöfen und etlichen Kleingartenanlagen.

Nach einem kurzen Weg standen wir auf der Fläche der ehemaligen Rieselfelder Falkenbergs. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts angelegt, wurden sie bis zum Bau des Klärwerks genutzt. Da inzwischen die Pflanzen sich ausgebreitet haben, konnten wir nur noch die Lage der Sickerbecken mühsam auf der Aussichtsplattform erkennen. Mehr als fünfzig Jahre sind inzwischen vergangen, seit die letzten Abwässer hierher geleitet wurden. Vermutlich hat sich der Boden immer noch nicht vollständig von den Belastungen erholt.

Eine Gruppe von kleinen Wildpferden übernimmt hinter einem Zaun die Bodenpflege. Eine weitere Gruppe von robusten Rindern weidet auch hier, sie waren kaum zu erkennen, denn sie standen unter Bäumen und warteten wohl den Regen ab.

Inzwischen sind viele Wanderwege angelegt worden, und das Gebiet wurde als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Ein „Grüner Hauptweg“, der Barnimer Dörferweg führt durch die Felder, am Wegrand stehen Hecken und Obstbäume. Letztere bogen sich unter der Last der Früchte und unter den Bäumen lag reichlich Fallobst.

Durch den neu gestalteten Gutspark von Falkenberg zu laufen, gehörte bei unserer Wanderung einfach dazu. Im dazugehörenden Gutshaus – leider abgerissen – wohnten die Eltern der Brüder Humboldt, ihre Familiengruft befindet sich auf dem nahe gelegenen Dorffriedhof.

Nachdem wir die Falkenberger Dorfstraße erreichten, war schnell geklärt dass wir noch durch die Krugwiesen laufen. Hier entstand auf einer brachliegenden Fläche vor ca. zehn Jahren ein Grünstreifen, der zum wandern einlädt. Für Kinder gibt es eine Blockhütte im Grünen, darin betreibt die Naturschutzstation Malchow eine Außenstelle und lädt mehrmals im Jahr zu Veranstaltungen ein.

Und auch auf diesem letzten Teil der Wanderung konnten wir uns an den Farben der Natur erfreuen. Die ganze Palette der herbstlichen Farben zeigte sich von ihrer schönsten Seite. 

 

Oktober: Rundwanderung um den Liepnitzsee

Die zweite Oktoberwanderung stand ganz unter dem Motto „Goldener Herbst“. Mit der Heidekrautbahn in Wandlitzsee angekommen, liefen wir kurz vor dem Wald zuerst an den Heiligen Drei Pfühlen vorbei. Nicht ohne uns die dort errichteten Häuser der Villenkolonie anzusehen. Es handelt sich um Einfamilienhäuser, die nach einem Architekturwettbewerb, Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet wurden.

Kurz danach taucht man ein, in die Wälder des Barnim. Da hier fast ausschließlich Buchen stehen, konnten wir uns nicht sattsehen an den Farben des Herbstes. Die Sonne schien durch die Bäume, ein leichter Wind wirbelte vor uns die kleinen Blätter zu Boden. Das bereits liegende Laub war ein besonderer natürlicher Teppich für unsere Füße. Bevor wir direkt am Ufer des Liepnitzsees laufen konnten, standen wir zuerst an dem kleineren Regenbogensee.

Der Uferwanderweg am Liepnitzsee ist mit einer Absperrung befestigt, wir liefen oberhalb des Sees weiter und machten bei einer Sitzgelegenheit Rast. Von hier konnten wir die Aussicht auf den glasklaren See genießen.

Dann passierten wir den Badestrand mit dem Fähranleger, liefen über einen kleinen Holzsteg und setzten die Wanderung bald wieder in Ufernähe fort.

Nach kurzer Zeit wird Ützdorf erreicht, auf der Hauptstraße läuft man weiter und bald trifft man auch wieder auf den Rundweg um den Liepnitzsee. Auf dieser südlichen Seite des Weges mussten wir zwar im Schatten laufen, aber die direkte Aussicht auf den See entschädigte uns immer wieder.

Wenn man die Badestelle passiert hat, den Radweg überquert, steht man nach einer rot/weißen Schranke bei den ersten Häusern von Wandlitzsee. Jetzt ist es nicht mehr weit bis zum Bahnhof. Bevor wir aber den Ort wieder mit der Heidekrautbahn verließen, mussten wir uns natürlich noch den gleichnamigen See, der direkt gegenüber vom Bahnhof liegt, ansehen. 

Wandlitzsee, wir kommen wieder.

 

November: Stadtwanderung vom S-Bahnhof Steglitz bis S-Bahnhof Mexicoplatz

Trotz anfänglichen Nieselregens konnten wir unsere geplante Wanderung am S-Bahnhof beginnen. Wir überquerten die Schlossstraße und „stiegen“ hinauf zum Fichtenberg. Natürlich nicht ohne uns vorher das Wrangelschlösschen, das ehemalige Gutshaus, anzusehen. Weiter ging es vorbei an dem großen Gebäude der Blindenschule bis wir auf der Anhöhe waren. Hier oben steht der mächtige Wasserturm, in dem heute ein metereologisches Institut seinen Sitz hat. Fichten stehen hier kaum, aber es war noch genügend grün auf den Grundstücken vorhanden.

Inzwischen im Ortsteil Dahlem angelangt, liefen wir weiter, vorbei  am Eingang zum Botanischen Garten, an den Instituten der FU, die in einzelnen Häusern verteilt sind und den Museen Dahlem bis zum alten Dorfkern. Hier stehen noch der alte Dorfkrug, die Dorfkirche mit Gemeindehaus, einige alte Gutsarbeiterhäuser sowie die Domäne Dahlem, das Freiluftmuseum. Fast alle hatten wir letztere schon mal zu den beliebten Marktfesten besucht.

Die Wanderung führte uns aber weiter durch den Thielpark bis zur Clayallee. Wir waren jetzt mitten im ehemaligen amerikanischen Sektor Berlins. Vorbei am ehemaligen amerikanischen Kino Outpost, heute das Alliiertenmuseum, am Denkmal Steuben und am Denkmal zur Luftbrücke liefen wir bis zur Truman-Plaza, einst das Einkaufszentrum der Amerikaner. Hier herrschte rege Bautätigkeit, ein exklusives Wohnviertel mit Namen Urban Village wird hier entstehen.

Bald danach erreichten wir die Onkel-Tom-Siedlung. Ab den 1920er Jahren errichtet, gehört die Siedlung seit 2008 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Interessant waren die einfachen Reihenhäuser mit den bunten Fassaden und  den kleinen Vorgärten, aber auch die mehrgeschossigen Häusern. Viel Grün wächst dazwischen. Bruno Taut, der große Stadtplaner hatte hier mitgewirkt. Am nahe gelegenen U-Bahnhof sahen wir auch gleich die nächste Besonderheit: Eine unterirdische Ladenstraße, rechts und links der U-Bahngleise.

Unserem Ziel immer näher kommend – inzwischen hatte auch der Regen nachgelassen – kamen wir dann zum Waldsee. Dieser kleine See liegt idyllisch inmitten der städtischen Bebauung. Nur von einer Brücke aus ist er zu sehen, kein Uferweg führt um ihn herum.

Vorbei an mehreren Gründerzeit-Villen erreichten wir bald darauf  den S-Bahnhof Mexicoplatz. Inzwischen wurde der Platz vor dem Bahnhof wieder fast originalgetreu gestaltet. Das Bahnhofsgebäude, im Jugendstil gebaut, ist der schönste Bahnhof an der Berlin-Potsdamer Bahnstrecke.

Voller neuer Eindrücke, und endlich begleitet von Sonnenschein, traten wir den Heimweg an.

 

November: Der Stadtspaziergang durch die Villenkolonie Lichterfelde und nach Steglitz

Etliche von uns kannten sie noch nicht: Berlins älteste Villenkolonie in Lichterfelde West. Sie wurde 1865 vom Bauunternehmer Carstenn gegründet, der hier Bauland kaufte und das Wohnen im Grünen ermöglichte. Während des Baubooms der Gründerzeit entstanden die meisten repräsentativen Villen. Wir sahen viele Türme auf den Dächern, Skulpturen an den Hauswänden, Säulen und große gepflegte Grundstücke. Selbst die alte Straßenpflasterung war noch erhalten, und auch die alten Gaslaternen.

In dieser Kolonie wirkte auch der Bruder des Flugpioniers Otto Lilienthal, als Architekt. Gustav Lilienthals Häuser sehen aus wie aus einer englischen Filmkulisse. Steinhäuser mit Verzierungen,  zu einigen führen Brücken, wie über einen „Burggraben“. Eins dieser Häuser wurde auch von Gustav Lilienthal selbst bewohnt.

Das Militär hat auch den Ortsteil geprägt; nicht nur die Straßennamen zeugen davon, wir kamen auch an der ehemaligen Preußischen Hauptkadettenanstalt vorbei, heute hat das Bundesarchiv seinen Sitz auf dem Gelände.

Beim alten Dorfanger von Lichterfelde stößt man wieder auf den Namen Carstenn. Sein Grab befindet sich auf dem kleinen Friedhof neben der alten Dorfkirche. Und auch das Gutshaus Lichterfelde steht ganz in der Nähe, wo er ab 1862 wohnte.

Weiter ging unser Stadtspaziergang durch den Bäkepark bis zum Stadtpark Steglitz.  Bereits auf der Albrechtstraße erkennt man in welche Richtung man laufen muss, um unser Ziel, den S-Bahnhof Steglitz zu erreichen. Der Steglitzer Kreisel steht ungenutzt als Hochhaus da und fungiert zumindest als Wegweiser.

 

Dezember: Kreuzbergs Nordwesten

Die letzte Wanderung des Jahres ging erneut durch Berlin, sozusagen eine Entdeckertour für Berliner.

Am Potsdamer Platz wurde die S-Bahn verlassen und wir liefen durch die Stresemannstraße in Richtung Askanischer Platz. Hier befand sich der Anhalter Bahnhof, vor mehr als hundert Jahren als Berlins größter Bahnhof errichtet, von dem aus die Züge in Richtung Süden abfuhren. Das Bahnhofsgebäude wurde im zweiten Weltkrieg stark beschädigt, nur eine Wand ist als Mahnmal und Erinnerung erhalten.

Wir liefen am Tempodrom vorbei, ein ungewöhnlicher zeltähnlicher Bau, der heute Veranstaltungsort für viele kulturelle Ereignisse ist und gleich darauf am Technikmuseum mit dem Rosinenbomber auf dem Dach und mit dem großen Freigelände.

Anschließend war der Park am Gleisdreieck unser Ziel. Das riesige Gelände stammt noch aus der Zeit der Bahnhofsnutzung. Alte Gleisanlagen liegen noch, auch einige bahntypische Verkehrszeichen waren zu sehen. Heute ist hier ein Freizeitpark mit Liegewiesen, Bänken und Spielplätzen entstanden.

Als technisches Denkmal sind auch die Yorckbrücken an der gleichnamigen Straße ausgewiesen. Unzählige Bahngleise führten damals über Brücken aus Berlin heraus. Teilweise sind diese Brücken verziert, und ein paar davon werden auch heute noch genutzt. 

Bald danach kamen wir zum Alten St. Matthäus Kirchhof. Dieser parkähnliche Friedhof liegt etwas am Hang und gehört bereits zum Stadtbezirk Schöneberg. Mitte des 19. Jahrhunderts eingeweiht, ist er letzte Ruhestätte vieler prominenter und verdienstvoller Bewohner Berlins. Wir sahen ein Stück preußische Geschichte und  lasen Namen wie Rudolf Virchow, Adolf Diesterweg oder auch die von Jacob und Wilhelm Grimm auf den teilweise reich verzierten Grabsteinen.

Auf diesem Friedhof gibt es noch eine Besonderheit: im alten Gärtnerhaus befindet sich ein Cafe, zur Ruhe und Einkehr bestimmt, hier ließen wir den Tag ausklingen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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