2012

Januar: das Bötzowviertel in Prenzlauer Berg und kreuz und quer durch den Volkspark Friedrichshain

Dass in Prenzlauer Berg vor 150 Jahren mehrere Brauereien ihren Standort hatten, ist kaum noch zu ahnen. Julius Bötzow war einer von den Besitzern, dem auch viele  Häuser gehörten, so kam das Viertel zu seinem Namen.

Wir liefen bei unserer Wanderung durch die Prenzlauer Allee, bogen in die Heinrich-Roller-Straße ein und setzten den Weg über die Winsstraße fort. Rechts und links dieser Straßen stehen viele Häuser aus der Wendezeit vom 19. ins 20. Jahrhundert. Die Gründerzeithäuser mit ihrem Fassadenschmuck und den kleinen Balkonen sind bis auf wenige Ausnahmen wieder saniert worden. In der Bötzowstraße standen die schönsten Häuser, und in vielen dieser Häuser gab es kleine Läden zu entdecken, oder Bistros, Weinstuben und Cafes.

Nach dieser Runde steht man auch schon fast am Eingang in den Volkspark Friedrichshain. Dieser Park, auch schon etwa 150 Jahre alt, war damals für die Friedrichshainer mit ihren beengten Wohnverhältnissen angelegt worden. Heute bietet er nach wie vor Gelegenheit für die verschiedensten Aktivitäten. Große Liegewiesen, ein Grillplatz, Tennisplätze oder die Anlage für Skater im östlichen Teil, hier kann fast jeder seinen Interessen nachgehen. Um den kleinen Teich stehen genügend Bänke. Auch der Namensgeber des Parks, Friedrich der Große hat einen Platz als Denkmal bekommen. Natürlich waren wir auch am wohl schönsten Brunnen von Berlin, dem Märchenbrunnen. Die erst kürzlich restaurierten Märchenfiguren sind allerdings im Winter mit Holz verkleidet.

Die Saison beginnt eben erst im Sommer, wenn im Becken Wasser, und die Fontäne in Betrieb ist. Aber auch weitere Skulpturen, Gedenksteine und Mahnmale sahen wir bei unserem Rundweg.  Auf dem Friedhof der Märzgefallenen ist jetzt in einer Baracke eine Ausstellung zu sehen, mit Bildern von den Anfängen der Demokratie im März 1848. Außen befinden sich die Gräber der Opfer der Märzrevolution.

Es ist immer wieder schön und interessant auch in einer bekannten Umgebung zu laufen. Berlin ist ständig im Wandel nicht nur durch die Jahreszeiten.

 

Februar: Kreuzberg Multikulti Teil 2

Die zweite Wanderung durch Kreuzberg begann in Treptow. Wir liefen in der Nähe der Spree vorbei am Molecule Man bis zur Puschkinstraße.

An der Lohmühleninsel betraten wir den Schlesischen Busch, in dem noch ein kleiner Grenzturm zu sehen war, kein Zweifel wir waren auf dem Mauerweg. Aber bereits hier beginnt auch der Landwehrkanal, in den wenig später der Neuköllner Schifffahrtskanal  einmündet. Dann beginnt ein schöner Teil der Wanderung über das Paul-Lincke-Ufer. Hier am Uferweg findet man in der Straße mit Gründerzeitbebauung ein Straßencafe neben dem anderen. Aber auch ein Kulturzentrum oder soziale Einrichtungen.

Wenn der Straßenlärm immer lauter wird, hat das seinen Grund, wir sind im Zentrum, am Kottbusser Damm. Jetzt läuft man nur noch ein kurzes Stück am Wasser, der Urbanhafen ist erreicht, aber der Landwehrkanal fließt in westliche Richtung bis er in die Spree mündet. Vorher haben wir uns noch für die eigenwillige Architektur der Häuser am Fraenkle-Ufer interessiert, inklusive der Hofgestaltung.

Wenig später betritt man das Gelände des ehemaligen Luisenstädtischen Kanals, heute ist hier ein Grünzug, der einst vom Gartenarchitekten Erwin Barth angelegt wurde. Zwischen Bäumen, Bänken und Steingruppen führt der Weg bis zum Engelbecken und zur Michaelkirche.

Von hier ist es nicht weit bis zum Gelände des ehemaligen Krankenhauses Bethanien. Schon seit vielen Jahren gibt es das Krankenhaus nicht mehr, die Häuser stehen unter Denkmalschutz und beherbergen soziale Einrichtungen, Kunstwerkstätten und ein Cafe. Nach der Besichtigung endete die Wanderung, diesmal mit vielen interessanten Kreuzberger Eindrücken.

 

Februar: Drei Ortsteile von Lichtenberg – Rummelsburg, Karlshorst, Friedrichsfelde

Eine unregelmäßig fahrende S-Bahn war der Grund, dass wir kurzentschlossen die geplante Wanderung im Forst Grunewald verschieben mussten.

Dieser eiskalte Tag begann mit dem ersten Abstecher nach Rummelsburg und wir standen an der zugefrorenen Rummelsburger Bucht. Die Sonne verzauberte die Eisfläche auf dem Wasser in ein wunderschönes Funkeln. Aber lange wollten wir nicht verharren, Bewegung war wichtiger als dieses Schauspiel. Vorbei am S-Bahnhof liefen wir am Rand des Hans-Loch-Viertels und durch den kleinen Tunnel bis in den südlichen Teil von Karlshorst, dann weiter bis zur Splanemann-Siedlung.  Die Siedlung wurde in den 1920er Jahren als eine von den ersten „Plattenbau“-Siedlungen errichtet. Nein, Hochhäuser stehen hier nicht, sondern Einfamilien-Reihen-Häuser. Das besondere war damals, dass die Betonplatten vor Ort gegossen, und nach dem aushärten aufgestellt wurden.

Von hier war es nicht weit bis wir wieder Karlshorst erreichten. Vorbei am Friedhof liefen wir bis zur Zwieseler Straße und konnten uns auch über das Baugeschehen auf dem Gelände der alten Pionierschule, bzw. den ehemaligen Kasernen überzeugen. Das Äußere der Häuser lässt nur erahnen, dass hier schon schmucke Wohnungen entstanden sein sollen.  Aber bevor die Siedlung komplett angelegt ist, wird wohl noch einige Zeit vergehen.

Vorbei am S-Bahnhof Karlshorst liefen wir auf unserem Rundweg weiter durch die Gundelfinger Straße. Hier stehen noch einige schmucke Landhäuser und Villen aus der Gründungszeit des Ortsteils. In der ehemaligen Gemeindeschule sahen wir, dass sie inzwischen in ein Mehrgenerationenhaus umgebaut wurde. Sicherlich wird auch bald auf dem großen Schulhof die Umgestaltung beginnen.

Vorbeigelaufen am Gelände der Hochschule und durch die Heinrich-Dathe-Promenade waren wir fast schon am Ziel. Beim durchlaufen der Kleingartenanlage konnten wir auch schon die ersten grünen Spitzen der Frühlingsblüher unter dem frisch gefallenen Schnee ausmachen. Ob sie, trotz Frost,  noch blühen werden?

Wir haben am Ende dieses Tages festgestellt: ein kalter Tag sollte Keinen vom wandern abhalten, im Gegenteil, die Bewegung und der anhaltende Sonnenschein haben uns allen gut getan.

 

März: von Potsdam nach Glienicke

Direkt vom Potsdamer Hauptbahnhof ist es nicht weit bis zur Freundschaftsinsel, die dicht neben dem Wanderweg im Wasser liegt. Zwar entwickelt sich die Blütenpracht der gepflanzten Stauden erst im Frühjahr und Sommer, trotzdem entdeckten wir Schneeglöckchen und Krokusse auf unserem Rundweg. Auch der schöne alte Baumbestand ist zu jeder Jahreszeit sehenswert.

Auf dem „Festland“ ging es dann weiter, direkt auf dem Europawanderweg bis zum Eingang in den Park Babelsberg. Hier konnten wir immer wieder die Gebäude des Parks erkennen. So einen freien Blick hat man nur, wenn keine belaubten Bäume die Sicht stören. Natürlich verließen wir auch den Uferweg und stiegen hinauf zum Flatowturm und der Gerichtslaube. Leider war die Aussicht von oben auf die Havellandschaft durch das Wetter etwas getrübt.

Auch der Weg bis zum Schloss ist ein „Muss“ beim Parkbesuch. Das Schloss war Sommersitz von Kaiser Wilhelm I. Der Baustil scheint so gar nicht nach Deutschland zu passen, hatten wir etwa ein englisches Landhaus vor uns? Fast schien es so.

Dann war es nicht mehr weit und wir erreichten den Ortsteil Glienicke, den Griebnitzsee und die Glienicker Lake. Die Glienicker Brücke konnten wir schon einige Zeit vorher erkennen.

Klein-Glienicke war vor 1989 komplett Sperrgebiet, von drei Seiten von Westberliner Gebiet umschlossen. Davon ist natürlich nichts mehr zu erkennen. Einige der älteren Häuser stehen unter Denkmalschutz. So die wenigen noch erhaltenen Häuser im Schweizer Stil.

Das Jagdschloss Glienicke ist immer noch nicht komplett saniert, hier war es nur möglich, eine kleine Runde durch den Park zu gehen.

Dann steht man bereits auf der Königsstraße, an der Grenze zu Potsdam und auch am Ziel der Wanderung. Noch ein Blick auf das Greifentor in den Volkspark Glienicke; hier ist der Start für unsere nächste Wanderung.

 

März: vom Volkspark Klein-Glienicke bis Villenkolonie Alsen

Die zweite Wanderung im März war praktisch die Verlängerung von unserer ersten Wanderung ab Potsdam. Damals endete sie am Volkspark Glienicke, der diesmal der Start war.

Natürlich haben wir uns zuerst die Gebäude im Park, das Schloss mit seinen Nebengebäuden angesehen. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gehörte es dem Prinzen Carl von Preußen, der seine Eindrücke von Italienreisen in die Umbauarbeiten des ehemaligen Gutshauses einfließen ließ. Wer anders als Schinkel aus Berlin konnte der Baumeister sein? Auch Peter Joseph Lenné war wieder einmal der Gartenarchitekt.

Wir liefen am Schloss und Casino vorbei und erreichten auch bald die ev. Kirche St. Peter und Paul mit ihren russischen Verzierungen. Hier war erst mal für uns Wanderer eine Pause angebracht, denn vom Kirchenvorplatz bot sich ein grandioses Bild über die Havel. Die Kirche konnte auch von uns besichtigt werden und eine freundliche Organistin gab uns ein kleines Orgelspiel.

Durch den Wald liefen wir weiter bis zum Fähranleger zur Pfaueninsel. Dass der Fährbetrieb noch in der Winterpause war, störte uns nicht weiter, denn wir wollten ja zu Fuß das nächste Ziel ansteuern.

Wir liefen auf dem Promenadenweg der Havel  bis zum Tiefenhorn, so heißt die Landzunge. Gegenüber liegen die Insel Schwanenwerder und auch das Strandbad Wannsee.

Dann steht man am Flensburger Löwen. Der stolze Löwe als kriegerisches Siegessymbol!

Hier beginnt auch die Villenkolonie Alsen, direkt in feiner Wohnlage am Wannsee. Viele Prominente bewohnten die Häuser, u.a. der Maler Max Liebermann.

Für uns blieb noch ein wenig Zeit in das Haus der Wannseekonferenz zu gehen. Hier ist eine Ausstellung über die Gräueltaten der NS-Regierung untergebracht, mit Texten zu besagter Konferenz im Januar 1942. Erfreulich viele junge Leute zeigten ebenfalls Interesse.

Aber an der Bushaltestelle war für uns die Wanderung beendet. Etwas geschafft aber voller schöner Eindrücke verging der Tag in der Natur.

 

 März: ein Tag in Neukölln

Dieser Tag war nicht für eine Wanderung bestimmt.

Der erste Teil begann in einem Restaurant mit einem herzhaften Brunch. Ein leckeres Frühstück konnten wir dort in Neukölln zu uns nehmen. Nette Gespräche entstanden, die sonst in einer Wanderpause nicht so rege geführt werden können. So ausgiebig gestärkt machten wir uns auf den Weg durch die Hasenheide. Als Erster schaute Turnvater Jahn mit ernstem Gesicht von  seinem steinernen Sockel auf uns. Hier war die Begründung seines Berliner Sportvereins.

Der Weg durch die Hasenheide ist nicht weit bis zum Columbiadamm und zum Eingang in die Sehitlik-Moschee, wo wir uns für eine Führung angemeldet hatten.

Zuvor machten wir noch einen kleinen Rundgang über den angrenzenden Friedhof. Wir sahen den neuerworbenen Teil und die Begräbnisstätten, wo die Grabsteine in Richtung Mekka ausgerichtet sind. Dazu die Gedenkstätte für die Gefallenen  vergangener Kriege. Das Gelände gehört schon zum Staatsgebiet der Türkei.

Dann betraten wir die Moschee und folgten dem Brauch, uns die Schuhe auszuziehen.

Ein junger Mann der türkischen Gemeinde machte uns dann mit den Gebräuchen in einer Moschee bekannt. Wir erfuhren Einiges über den Glauben und den Koran. Auch aus welchem Grund die Rituale stattfinden und was es mit dem Ramadan auf sich hat. Er erklärte uns was ein Imam macht, was die Besonderheiten der Gebetszeiten sind und warum Frauen und Männer getrennt beten.

Die Moschee ist komplett mit einem großen Gebetsteppich ausgelegt. Die Wände sind mit arabischen Schriftzeichen in Kalligraphie verziert. Das Deckengewölbe besteht aus einer großen und mehreren kleinen Kuppeln, alle mit kräftigen Farbmalereien verziert. Die Richtung nach Mekka kennzeichnet ein stilisierter Baum.

Der heutige Tag hat uns Einblicke in eine fremde Kultur und in einen anderen Glauben vermitteln können.

April:Wanderung durch die Köpenicker Mittelheide

Der Weg in die Köpenicker Mittelheide ist vom S-Bahnhof schnell erreicht.

Wir liefen über den Stellingdamm und vorbei am ehemaligen Gaswerk der Brüder Budde, aber zuerst in die Siedlung Elsengrund. Die Siedlung entstand in den 1920er Jahren und steht unter Denkmalschutz. Manchem ist sie bekannt unter dem Namen Märchenviertel, ein Teil der Straßen wurden nach Märchenfiguren benannt. Aber man darf auch nicht vergessen, dass sich während der NS-Regierung hier Grausamkeiten ereigneten. Damals begann die Köpenicker Blutwoche mit einem Überfall auf ein Lokal. Die Siedlungshäuser machten einen schmucken Eindruck, Einfamilienhäuser mit Vorgarten lagen an den Straßen. Der große Torbogen könnte der Ein-, oder Ausgang in das Viertel sein.

Hinter der letzten Straße beginnt aber dann die Mittelheide. Nicht groß, aber mit einem schönen Mischwaldbestand und mit genügend Bänken für Wanderer.

Im Ortsteil Hirschgarten liegt die nächste Siedlung, sie heißt Westend. Auch hier schmucke Häuser zwischen hohen Pappeln und blühende Frühjahrssträucher in den kleinen Straßen. Die Straßennamen wie Gilgenburger Pfad, paßt eigentlich nicht nach Berlin und wir rätselten ein bisschen über die Herkunft.

Danach liefen wir bis zu den Kleingartenkolonien im Erpetal. Über den Waldweg, die Ravensteiner Promenade ging es weiter  bis zum Mühlenweg. Hier stand vor mindestens 200 Jahren eine der vielen Mühlen, die durch das Wasser der Erpe angetrieben wurden. Der gepflasterte Waldweg, der wieder in Richtung Berlin führt, wurde von uns eindeutig als Zufahrtsweg zur Mühle erkannt.

Bald darauf erreichten wir die  letzte Siedlung Waldesruh, das ist ein Ortsteil von Mahlsdorf-Süd. Vorbei an vielen Einfamilienhaus-Neubauten standen wir danach an der Endhaltestelle der Buslinie und konnten die Heimfahrt antreten.

Berlin dehnt sich immer mehr aus und der Speckgürtel wird auch breiter. Hoffentlich bleiben uns all die kleinen grünen Waldgebiete erhalten, die es uns ermöglichen nach kurzer Fahrzeit die Natur zu genießen.

 

April: Wanderung um den Wernsdorfer See

Die Wanderung begann in Grünau, sie wurde fast schon wieder verworfen, weil die Straßenbahn sich verspätete und es befürchtet werden musste, dass wir zum Umstieg in den Bus nach Wernsdorf nicht pünktlich sind.

Es sollte eine Wanderung werden, die unmittelbar auf Wegen neben Berliner und Brandenburger Gewässern entlangführt.

Sie begann an der Wernsdorfer Schleuse am Oder-Spree-Kanal. Das technische Denkmal ist über hundert Jahre alt und ist für die Wasserwanderer in Richtung Frankfurt im Einsatz.

Danach liefen wir weiter zum Seddinsee und durch einen schönen Laubmischwald bis zu einer Wochenendsiedlung, die sich neben den Gosener Bergen angesiedelt hat. Einige Bewohner waren schon fleißig damit beschäftigt, ihre Boote für die kommende Saison startklar zu machen.

Der Blick auf den Wernsdorfer See war nur an einer einzigen Stelle möglich, obwohl wir aber schon lange vorher das Geschrei der Wasservögel gehört hatten.  Schilder wiesen darauf hin: wir sind in einem Landschaftsschutzgebiet. Fast hätten wir auch übersehen dass wir auf einem Naturlehrpfad laufen.

Auch durch diesen  Wald lief es sich sehr angenehm. Die Bäume zeigten sich in ihrem Frühlingsgrün, deshalb verzichteten alle, die Wanderung wie geplant zu beenden. Wir liefen auf dem nördlichen Schmöckwitzer Werder zurück zur Straßenbahn in Schmöckwitz.

Ein Blick noch auf die Dahme und den Zeuthener See, dann war diese Wanderung aber endgültig beendet.

 

 Mai: Tagesausflug nach Kremmen

Kremmen liegt am Rand des Rhinluchs und nur 50 Minuten von Berlin entfernt, hieß es in dem Flyer, den wir in den Händen hielten. Stimmt. Der Regionalzug brachte uns hin und alle waren gespannt, was uns erwartet.

Eine Ackerbürgerstadt und ein Scheunenviertel, beides unter Denkmalschutz stehend. Der Rundgang durch das Städtchen war einfach, denn alles war gut beschrieben. Fachwerkhäuser an den Straßen, einige die den Brand überstanden hatte, sogar bereits von 1680. Viele Häuser haben große Toreinfahrten, für die Durchfahrt der Bauern in das hintere Grundstück zu den Scheunen und Ställen. Am großen Marktplatz stehen das Rathaus und dazu die kleinen Häuser, ein schöner Anblick.

An der Nikolaikirche, die noch teilweise mit Feldsteinen gemauert ist und aus dem 13. Jahrhundert stammt, nahmen wir uns etwas mehr Zeit. Im Innern ein Altar aus dem Barock, zwei Emporen mit Bildern, die Orgel und ein Taufbecken.  Auch hier konnten wir nachlesen: Brände, bzw. Kriegszerstörungen erforderten eine intensive Renovierung. Die Kirche ist so groß, sie nimmt fast den gesamten Kirchplatz ein. Und noch eine Besonderheit ist am Mauerwerk zu erkennen. Die Fieberlöcher, die nur noch ganz selten an alten Kirchen zu finden sind.

Aber für uns war es Zeit für eine Stärkung. Im Kremmener Spargelhof ließen wir uns die Gerichte schmecken, anschließend war es Zeit für etwas Bewegung.

Wir liefen aus dem Dorf, zuerst auf einer Straße, später vorbei an Feldern bis zum Kremmener See, der unter Naturschutz steht.  Hier ist die Seelodge, auf Pfählen errichtet, mitten im schilfbewachsenen See. Eine große Seebrücke ist Anlegeplatz für Boote. Strand, Liegewiese und Bistro sind für Gäste da. Leider machte Petrus nicht mit, viel zu kalt für eine Pause und im romantischen Restaurant wurde eine Hochzeitsgesellschaft erwartet.

Aber wir hatten noch nicht alles im Scheunenviertel gesehen, so führte uns der Weg wieder zurück. Etwas außerhalb des Dorfes stehen die ca. 40 renovierten Scheunen, aus dem 18. Jahrhundert. Heute beherbergen sie so Manches für Touristen. In einigen sind Gaststätte oder Cafe, ein Museum war zu finden, ein Privattheater, wieder andere bieten Kunst oder Trödel an. An diesem kalten Tag waren aber auch einige geschlossen. Im Scheunenviertel finden regelmäßig Veranstaltungen statt, sicherlich finden sich dann mehr Gäste ein.

Mai: Wanderung vom Ruhwaldpark bis zum Schloss Charlottenburg

Nach einer wechselvollen Geschichte präsentierte sich uns der 150 Jahre alte Park von seiner schönsten Seite. Die angelegten Parkwege führten über Brücken unter großen Bäumen bis zu dem kleinen Teich an der Spreeseite.

Wir liefen weiter im Grünen, diesmal vorbei an den Kleingärten, erst oberhalb der Spree, später direkt an der Spree weiter. Wegen dem niedrigen Zaun sahen wir die unterschiedlichsten Grundstücke. Mal hatte jemand einen akkurat geschnittenen Rasen und Blumenbeete,  mal wucherten hohe Stauden und aus einem kleinen Teich hörten wir das Quaken von einem Frosch, ein Anderer liebt wahrscheinlich die Natürlichkeit der Wildkräuter und gibt seinen Pflanzen viel Freiraum. Alle Gärten hatten ihren eigenen Charme.

Die Farbe Grün ist auch im Schlosspark Charlottenburg reichlich vertreten, der gepflegte Park ist zu jeder Jahreszeit schön anzusehen. Natürlich fiel uns auf, dass im Barockgarten weniger blühende Pflanzen gesetzt wurden, aber der große Springbrunnen sprudelte seine Fontäne in die Höhe. Da der Spree-Ufer-Weg gut ausgebaut ist liefen wir noch weiter als geplant. Bald waren wir deshalb auch an der großen Wasserkreuzung, wo Landwehrkanal und Charlottenburger Kanal in die Spree fließen. Am S-Bahnhof Tiergarten endete diese schöne Wanderung und einige Teilnehmer hatten wieder ein unbekanntes Gebiet von Berlin für sich entdeckt.

 

Juni: Eine Wanderung entlang der alten Bahnstrecke zwischen Berlin und Potsdam

Bei schönstem Sommer-Wander-Wetter machten wir uns auf den Weg, um einmal neben den alten Bahngleisen der 1838 gebauten Bahn zwischen Berlin und Potsdam zu laufen. Schon nach dem zweiten Weltkrieg, aber erst recht mit der Teilung Berlins verlor diese Bahnstrecke komplett an Bedeutung. Seitdem wird sie bewuchert von Pflanzen und Bäumen, die sich ihren Weg durch die Schienen bahnen. Zwei einsame und verrostete Bahnschilder gab es noch zu sehen, u. a. der ehemalige Bahnhof Zehlendorf-Süd.

Ab Kleinmachnow liegen keine Schienen mehr, hier wurde der Mauerweg für Radfahrer und auch Wanderer ausgebaut. Von der Autobahnbrücke sieht man den ehemaligen Grenzkontrollpunkt Dreilinden. Bestimmt ist der in wenigen Jahren auch verschwunden oder umgebaut und saniert. Wir werden abwarten ob sich mutige und kreative Architekten diesem annehmen, aber vielleicht hat Berlin ganz andere Pläne damit.

Die weitere Wanderstrecke verläuft immer im Forst, durch einen schönen Laubmischwald bis zum Forsthaus Dreilinden und dem S-Bahnhof Wannsee.

Da es diesmal nur eine kürzere Strecke war, liefen wir entschlossen weiter durch den Ortsteil Nikolassee. Nachdem wir das Wagner-Viertel durchquert hatten ging es hinab zum gleichnamigen See, der vermodert und zugewachsen in einer Senke liegt.

Die letzte Wanderstrecke verlief durch die Rehwiesen. Ganz romantisch gelegen führte der Weg oberhalb der blühenden Wiesen und unter schattigen Bäumen bis zum S-Bahnhof Nikolassee, an dem wir die Wanderung beendeten.

Wieder war es ein Tag, an dem einfach alles stimmte; Petrus ließ uns nicht im Stich, wir hatten genügend Sauerstoff getankt und haben wieder ein unbekanntes Stück von Berlin kennengelernt.

Juni: Auf dem Spreeweg

Dank Petrus, der uns schon am Morgen viel Regen bescherte, haben wir kurzentschlossen die geplante Wanderung geändert und sind auf sicheren Wegen in Berlin, bei einer Stadtwanderung unterwegs gewesen. Entlang des Spreeweges in Richtung Charlottenburger Schloss liefen wir ab dem Hauptbahnhof. Im Laufe des Weges überquerten wir mehrfach die Spree, allein auf diesem Abschnitt sind zwölf Brücken vorhanden.

Auf dem Bahnhofsvorplatz war der erste beeindruckende Moment. Die Open-Air-Ausstellung über die Wunder der Natur, stimmte uns auf den Tag ein.

Dann liefen wir durch den menschenleeren Tiergarten – nur ein paar Hasen fühlten sich auf den Wiesen sicher – vorbei am Schloss Bellevue, nach Moabit.

Anschließend  wählten wir den Weg durch den kleinen Tiergarten, der sich hier befindet, dann zu Berlins kleinster Allee, der Thusnelda-Allee, die nur fünfzig Meter lang ist und wo nur die Heilandskirche steht.

Hier in Moabit, wo eine der letzten Berliner Markthallen steht, machten wir eine Pause und stärkten uns für den weiteren Weg.

Danach liefen wir zum ehemaligen Güterbahnhof, wo der Erinnerungsstein zur Deportation der Juden steht und im Straßenpflaster auf Steinen viele Namen von Berliner Synagogen zu lesen sind, die nicht mehr existieren.

Nach diesem Abstecher ging es zurück zur Spree und wir liefen an ihrem Ufer weiter. Da der Spreeweg nicht durchgängig auf beiden Seiten begehbar ist, wechselten wir nochmals über Brücken jeweils auf die für uns angenehmere Seite.

Ein letztes Mal über die Schlossbrücke gegangen, dann standen wir im Charlottenburger Schlosspark. In der Parkanlage, gepflegt wie immer, blühten vor dem Karpfenteich die Sommerblumen und auch die Fontäne des Brunnens war in Betrieb.

Natürlich hatte es längst aufgehört zu regnen und alle konnten von dieser Wanderung interessante Eindrücke mit nachhause nehm

Juli: Die Wanderung von Ruedersdorf bis Erkner

Ideales Wanderwetter hatten wir uns ausgesucht, um diesen ca. 10 km langen Weg zu laufen. Die beiden großen Seen, der Kalksee, und später der Flakensee waren immer an unserer Seite. Nicht nur schöne Aussichten auf das gegenüberliegende Ufer waren möglich, durch die Wassernähe war immer eine angenehme Frische zu spüren. Der Weg selbst führt anfangs durch Bruchwald, aber der Waldweg war breit genug, um bequem zu laufen. In Ufernähe waren auch einige Bänke aufgestellt, so dass man die Ausblicke genießen konnte.

Am Flakensee ist eine schöne Badebucht. Natürlich „testeten“ wir die Wasserqualität und kühlten unsere Füße. Der schöne Waldweg endet an der Straße, wo man sich entscheiden muss: über die Hauptstraße Erkners bis zum S-Bahnhof laufen, oder mit dem Bus fahren. Die Wartezeit an der Bushaltestelle kann man mit einer Einkehr am dortigen Restaurant abkürzen.

Diesmal war unsere Wanderung ein Streckenabschnitt des 66-Seen-Wanderwegs, der rund um Berlin führt. Ich bin mir sicher, dass wir dem blauen Wanderzeichen irgendwann wieder begegnen werden.

Juli: Wanderung von Alt-Tegel bis Spandau

Die zweite Wanderung im Juli führte uns am Uferweg des Tegeler Sees entlang. Eigentlich sollten Badepausen eingelegt werden, was im Sommer immer eine erfrischende Abkühlung bedeutet. Aber wie schon oft machte uns Petrus einen Strich durch die Planung.

Wieder sahen wir während der Wanderung zwischen dem See und dem Forst eine schöne Landschaft mit den Laubbäumen auf der einen und dem Wasser auf der anderen Seite. Beim Blick über das Wasser frischten wir unsere Kenntnisse über die Bauten  jenseits des Ufers auf. An einer Stelle hatten wir einen besonders freien Blick auf die Borsig-Villa auf Reiherwerder. Nicht nur diese Halbinsel liegt im Tegeler See, auch sechs weitere waren zu sehen. Die Größte ist die Insel Scharfenberg mit der darauf befindlichen Schulfarm. Zwar fährt eine Fähre hinüber, aber die Überfahrt ist nur den Schülern und Mitarbeitern gestattet.

Und dann schüttete es wie aus Kannen, sofort legte sich ein Nebelschleier auf den See und zauberte einen fast gespenstisch wirkenden Anblick. Vor uns beeilten sich ein paar Wildschweine, vor den Wassermassen den Schutz unter die Blätter zu finden.

Nach der Fährfahrt über die Havel und der anschließenden Kaffeepause auf dem Gelände des Johannisstifts konnten wir gestärkt und trocken die Heimfahrt mit dem Bus antreten.

Nein, ein sommerlicher Regenschauer ist kein Grund eine Wanderung vor dem Ende abzubrechen. Oder sind wir nur weitergelaufen mangels Möglichkeit dies zu tun?

 

August: Wanderung von Rahnsdorf nach Friedrichshagen

Die erste Wanderung im August war von einer ungünstigen Wetterprognose begleitet, aber trotzdem machten wir uns mit großem Optimismus ausgestattet auf den Weg. Wir liefen von Rahnsdorf durch den kleinen Ort bis zur Fähre, ließen uns übersetzen und jetzt auf der Uferpromenade begann die eigentliche Wanderung. Sie führte uns direkt zwischen Bürgerheide und Wasserkante bis nach Friedrichshagen. Obwohl vielen von uns die Strecke bekannt war; etwas Neues gibt es immer zu entdecken.  Der „Thyrn“, ein Feuchtbiotop, eingezäunt und mit einer Informationstafel ausgestattet war uns nicht bekannt.

Wir konnten auch gut das warme Wetter ertragen, denn unter den schattenspendenden Bäumen  waren kaum die Sonnenstrahlen bemerkbar.

An einer kleinen Badebucht erfrischten wir uns sogar im Wasser.

Kurz vor dem Tunnel, der die Spree unterquert, fielen uns alte Steinfundamente im Waldboden auf. Hier stand einst das größte Ausflugslokal Friedrichshagens, das Müggelschlößchen. Kaum vorstellbar war für uns die Größe. Schon Theodor Fontane beschrieb auf seinen Wanderungen die Gegend und das Haus. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges zerstörte ein Bombenabwurf die damals sehr beliebte Gaststätte, die niemals wieder aufgebaut wurde.

Die letzte Strecke liefen wir durch Friedrichshagen, über die Bölschestraße bis zur S-Bahn. In der Hauptstraße stehen noch viele Kolonistenhäuser aus der Zeit Friedrich II. der auch hier seine Maulbeerbäume setzen ließ. Dazu kommen die vielen unter Denkmalschutz stehenden Häuser aus dem 19. Jahrhundert, die meisten sind bereits saniert, bei anderen sind die Bauarbeiten noch nicht beendet. Eine Wanderfreundin machte uns auf einige besondere Lokale aufmerksam, die sich den knapp bemessenen Gastraum mit der Einbeziehung des angrenzenden Hofes vergrößerten. Dadurch entstanden begrünte Oasen inmitten eines belebten Ortsteils.

Kein Regen konnte uns diesen Tag vermiesen, erst am Abend schüttete es aus den Wolken wie schon oft in diesem Sommer.

August: Wanderung von Potsdam nach Pirschheide

Mit Verpflegung und guter Laune im Rucksack machten wir uns bei herrlichem Wanderwetter auf den Weg. Das erste Ziel war der Brauhausberg. Schon der Name verrät es; wo Wasser ist, wurde vor etlichen Jahren Bier gebraut.  Gleich nebenan steht das Gebäude des Brandenburger Landtags. Vom Aussichtspunkt hatten wir einen schönen Blick auf die Havel.

Nach dem Abstieg liefen wir auf dem Uferweg zur Halbinsel Hermannswerder, die mal eine Insel war, aber die Brücken über den Judengraben brachten sie näher an Potsdam. Die schönen alten Backsteinbauten der sozial ausgerichteten Hoffbauer-Stiftung auf der Halbinsel waren ein schmucker Blickfang. Wir machten eine kleine Runde über die Insel.

Danach führte die Wanderung weiter durch den Wald und auf den Kieskutenberg. Es ergaben sich auch immer wieder schöne Ausblicke auf die Havel und die Straße unterhalb des Berges. Dann galt es wieder eine Herausforderung zu überwinden, der Abstieg über die Treppe hinunter. Ganz in der Nähe ist hier auch am Templiner See – so heißt die Ausbuchtung der Havel – eine Landzunge und eine Fußgängerbrücke, die ans jenseitige Ufer führt.

Der dortige Ortsteil von Potsdam ist bereits die Pirschheide und hier hatten wir das Ende der Wanderung erreicht. Der Wandertag war diesmal mit einigen Hürden, in Form von Auf- und Abstiegen verbunden, aber trotzdem war es insgesamt auch eine Entdeckung in unserer Nachbarstadt Potsdam.

August: Tagesfahrt nach Warnemuende

Der Warnemünde-Express ist eine sehr gute Möglichkeit, in den Sommermonaten uns Berlinern einen Tag an der Ostsee zu ermöglichen. Und wenn eine Gruppe unterwegs ist, vergeht auch die 3-stündige Bahnfahrt wie im Flug.

Das erste Ziel in Warnemünde war der Hochseehafen, in dem gerade die Costa Fortuna vor Anker lag. Während wir uns von der beeindruckenden Größe des Kreuzfahrtschiffes überzeugten, stärkten wir uns gleichzeitig mit einer kleinen Fischmahlzeit für den weiteren Tag.

Wir liefen am Alten Strom entlang – die Straße führt weiter als Mole in die Ostsee hinein –  und dann standen wir am kleinen Leuchtturm. Ein wunderschöner Anblick auf die Weite des Meeres, die Wellen und die Boote. Inzwischen hatte sich auch der Nebel verzogen.

Wir liefen danach zurück, zogen gleich die Schuhe aus und begannen mit der unverzichtbaren Wanderung am Strand durch das seichte Wasser. Das ist zwar etwas mühsam, aber tat uns allen so gut.

Natürlich hat auch Warnemünde außer Strand noch mehr zu bieten. So liefen wir anschließend vorbei am alten Leuchtturm und dem Teepott durch den Ort. Die schönen schmucken kleinen Fischerhäuser mit ihren großen Fenstern und den Mini-Vorgärten, leuchteten mit ihrem weißen Außen-Anstrich mit der Sonne, die sich endlich zeigte, um die Wette. Über Kopfsteinpflaster laufend, sahen wir uns auch den Markt und die Kirche an.

Ein letzter Besuch auf dem Fischmarkt am Alten Strom, wo die Fischer direkt vom Boot ihren Fang verkaufen und wo die Räucheröfen mit ihrem Duft Appetit machen; hier konnten wir uns mit Proviant für die Rückfahrt eindecken.

Das war wieder ein erlebnisreicher Tag voller neuer Eindrücke, an den wir gern zurückdenken werden.

September: Wanderung durch die Parks am Wuhlefließ

Für unsere erste Wanderung im September hatten wir uns einen Teil des Weges neben dem Wuhlefließ, welches sich von der Quelle in Ahrensfelde bis nach Köpenick erstreckt, ausgesucht.

Zuerst konnten wir uns in Ahrensfelde von dem Rückbau der Plattenbauten überzeugen, schöne Häuser mit jetzt nur drei Geschossen stehen hier. Die abgetragenen Betonteile fanden auch noch Verwendung; ein Kletterfelsen, der „Wuhletalwächter“  entstand im Eichepark. Eine gute Idee fanden wir. Im Eichepark wurden viele Bäume gepflanzt, wir konnten uns gut vorstellen, wie schön es mal sein wird, wenn sie in wenigen Jahren größer sind.

Der nächste Park durch den wir liefen, war der Landschaftspark Wuhletal. Hier erheben sich die Ahrensfelder Berge, aus der Ferne niedrig anzusehen, aber mit einer Höhe von 112 Metern immerhin Berlins drittgrößte Erhebung.

Noch ein Park galt es zu durchwandern: den Wiesenpark, mit der Heidelandschaft.

Neben dem Marzahner Erholungspark mit den internationalen Gartenlandschaften liegt der Rohrbruchpark. Hier ist die höchste Erhebung der Kienberg mit seinen 102 Metern Höhe. Über Treppen kann man bis nach oben steigen, wo uns ein schöner Ausblick erwartete, allerdings sind die Bäume dort bereits sehr hoch.

Nachdem wir eine Straße überquert hatten, konnten wir den Wuhlegarten mit dem Griesinger Park betreten. Eine Reihe von noch kleinen neu gepflanzten Bäumen, dazu aufgestellte Bänke bekamen wir zuerst zu sehen. Dann ging es direkt in den Griesinger Park. Das ist ein Krankenhausstandort seit 1893, geleitet von Wilhelm Griesinger, einem bekannten Neurologen seiner Zeit. Als es errichtet wurde, bestand sein Anliegen darin, den Patienten sowohl Behandlung als auch Unterkunft zu geben. So entstand direkt ein kleiner eigenständiger Ortsteil. Alle Backsteingebäude stehen heute unter Denkmalschutz, einige sind aber bereits verkauft und in Wohneigentum umgewandelt worden. In dem schönen Park auf dem Gelände stehen viele alte und seltene Bäume.

Das war unsere Wanderung auf einem der grünen Hauptwege Berlins, dem Wuhleweg. Wir wählten allerdings die fußfreundlichere Variante durch die Parks und nicht den Radwanderweg.

 

September: Wanderung durch die Kämmereiheide und über die Kanonenberge bis zum Teufelssee

Bei unserer zweiten Wanderung im September stimmte einfach alles. Laut Wetterprognose sollte es ein schöner und sonniger Herbsttag werden, das traf auch zu. Nach einer kurzen Anfahrt standen wir am Köpenicker Forst und konnten starten. Schon die erste Strecke durch den Laubmischwald war sehr schön. Die Sonne malte Lichtreflexe auf die Wege, eine ganz eigene Stimmung entstand. Etliche Fahrräder standen herrenlos und angekettet am Weg; es ist wieder soweit, die Pilzsaison hat begonnen.

Nachdem wir den Gipfel der Kanonenberge erstiegen hatten, konnten wir uns auf den Bänken ausruhen und die weite Sicht genießen. Die Sichtschneisen machten es möglich.

Dann folgte der Abstieg hinunter, fast bis ins Tal, welches nicht natürlich entstanden ist, sondern durch Sandabbau, das Ende des 19. Jahrhunderts für die Berliner Baumaßnahmen abgebaut wurde. Vor dem Ersten Weltkrieg hat die preußische Armee hier ihre Übungen durchgeführt. Daher stammt auch der Name: Kanonenberge.

Ein schöner, mittlerweile mit einem Holzgeländer ausgestatteter Waldweg, führt um das Tal.

Dann ist es nicht mehr weit bis zum Teufelssee um den sich etliche Berliner Sagen ranken. Stand hier mal eine Burg, die versunken ist, oder war es das Burgfräulein, welches ertrunken ist? So ein morastiges Feuchtgebiet bot früher wahrscheinlich oft Anlass für jede Art von Phantasie.

Den Teufelssee, in dem noch viele Seerosen blühten, kann man gut auf dem Holzsteg halb umrunden. Noch ein Blick in das Lehrkabinett und auf den Wurzelpavillon daneben, dann lag nur noch die letzte Wegstrecke zum Bus am Müggelheimer Damm vor uns.

Auch scheinbar bekanntes Gebiet hat doch immer wieder seine Reize, denn dank fleißiger Forstmitarbeiter werden alte und vernachlässigte Wege zu den Aussichtspunkten erneuert und zugänglich gemacht.

 

 Oktober: Wanderung durch Tegel und Borsigwalde

Die erste Wanderung des Monats Oktober führte uns nach Tegel. Hier sind die Gelehrtenbrüder von Humboldt geboren und hier wirkte und lebte der Industrielle August Borsig.

Wir waren am Tegeler Schloss, das weiß leuchtend inmitten eines Parks steht, und liefen anschließend zum Freizeitpark. Letzterer war natürlich menschenleer, das Herbstwetter konnte keinen hierher locken. Und dann ist es  einfach nur Pflicht: ein Besuch bei der „dicken Marie“, dem ältesten Baum im Tegeler Forst.

Der Name Humboldt taucht hier mehrfach auf, egal ob Hafen, Mühle oder Bibliothek.

Die letzten Boote der Wassersportler wurden gerade in ihr Winterdomizil geschleppt und ein paar einsame Dampfer warteten noch auf Gäste für die Seen-Rundfahrt.

Von Alt-Tegel bis zum Brunowplatz ist es nicht weit. Alle dachten an den letzten Sturm, der hier einige Bäume entwurzelt hatte.

Das nächste Wanderziel waren die Borsighallen. Hier war der Standort des Lokomotivbaus von August Borsig. Das Denkmal einer Lokomotive erinnert an die Industriegeschichte. Aus den ehemaligen Werkhallen ist ein Einkaufszentrum entstanden, hier haben die bekannten Ketten verschiedener Hersteller ihren Sitz gefunden. In die moderne Außenfassade wurden ein paar Backsteinelemente aus dem ursprünglichen Bau verarbeitet. Das ist den Architekten gut gelungen.

Aber auch der Wohnort der Arbeiter, die in den naheliegenden Backsteinhäusern von Borsigwalde lebten, war es wert von uns besucht zu werden. Schöne und interessante Häuser aus der Gründerzeit stehen hier.

Bevor wir den Heimweg antraten, liefen wir noch bis zum russisch-orthodoxen Friedhof. Die blauen Zwiebeltürme machten neugierig.  Als dieser Friedhof angelegt wurde, hat man eigens aus Russland Erde hierher gebracht, so konnte sicherlich das Heimatgefühl gestärkt werden. Ob der Komponist Glinka tatsächlich hier beigesetzt wurde, oder erinnert nur ein Denkmal an ihn?

Obwohl wir nun schon mehrmals in Tegel waren, es gab für einige von uns wieder Neues zu entdecken.

 

Oktober: Herbstwanderung am Tegeler Fließ

Mit guter Laune. mit Regenschirm und Sonnenbrille ausgerüstet, liefen wir an diesem wunderschönen Tag entlang des Tegeler Fließ, auf dem Barnimer Dörferweg.

Das Fließtal gehört mit zu den schönsten Landschaften in Berlin. Gerade jetzt im Herbst hat das Moorgebiet seinen besonderen Reiz. Tatsächlich lag der Morgennebel am Anfang der Wanderung über dem Tal, nicht lange, dann kamen die ersten Sonnenstrahlen.

Diesmal machten wir einen kleinen Abstecher in die Siedlung „Freie Scholle“ mit den kleinen Häusern, entworfen und gegründet von Gustav Lilienthal, einem Bruder des bekannten Flugpioniers. Auch Bruno Taut wirkte hier.

Im Laufe der Wanderung waren wir auch im übertragenen Sinn auf dem Holzweg, denn über die feuchten Wiesen wurden Stege gebaut.

Der zweite Abstecher war dann in Alt-Hermsdorf. Der Dorfkern ist noch gut erhalten und lässt erahnen, wie es hier vor hundert Jahren aussah. Die niedrigen Bauernhäuser, die Dorfkirche und auch die ehemalige Dorfschule, in der heute das Heimatmuseum untergebracht ist. In der ersten Etage des Museums sind Handwerksstuben, in der zweiten Etage private Wohnräume und ein Klassenzimmer und im Keller ist die alte Küche mit den Küchenutensilien ausgestellt.  Auf dem Freigelände steht ein germanisches Gehöft.

Dann verließen wir doch den vorgegebenen Weg und liefen durch das Landschaftsschutzgebiet Eichwerder und über einen weiteren Holzsteg mit den Infotafeln zum Naturlehrpfad.

Bald zeigten sich die ersten Bauern- bzw. Pferdehöfe von Lübars. In diesem alten  Dorf, das etwas auf einer Anhöhe liegt, stehen viele der Häuser aufgrund ihres Alters unter Denkmalschutz. Auf der Dorfstraße mit dem Kopfsteinpflaster ist seit dem Jahr 1990 ein reger Durchgangsverkehr, vielleicht ist doch mal eine Umgehungsstraße geplant.

Fazit: Eine Wanderung am Tegeler Fließ ist zu jeder Jahreszeit schön, wir kommen bestimmt wieder.

 

November: Villenkolonie Grunewald und Wanderung zum Grunewaldturm

Im ersten Teil unseres Tages wollten wir einen Spaziergang durch die Villenkolonie unternehmen. Diese Kolonie wurde um 1895 gegründet. Ein Gründungsmitglied war der Bankier Felix Koenig, nach ihm wurde die Hauptstraße benannt. Durch die waldreiche Lage mit den künstlichen Seen entstand damals eine beliebte Wohngegend.

Wir sahen uns die unterschiedlichsten Architekturstile der Villen und Landhäuser an und machten Halt bei den Gedenktafeln, die auf die ehemaligen prominenten Bewohner hinwiesen. Auch die eingelassenen Stolpersteine entgingen uns nicht.

Den Abschluss bildete die Besichtigung der Mahn- und Gedenkstätten zur Deportation der Juden am Bahnhof Grunewald.

Nachdem der S-Bahntunnel unterquert war ging es hinein in den Forst. Vorbei an der Gärtnerei mit der Waldschule standen wir auch bald an der Kiesgrube, wenig später am Teufelssee. Der Nebel, der über dem See stand, regte unsere Phantasie an. Kein Wunder, dass sich um den See einige Berliner Sagen ranken.

Dann hatten wir das nächste Ziel schon fast erreicht. Der Grunewaldturm ragt mit einer Höhe von 55 m weit in die Landschaft hinein. Ein Koloss in Backsteingotik, der 1897 zu Ehren von König Wilhelm I. erbaut wurde. Nachdem er erst im vorigen Jahr nach langer Renovierungszeit wieder öffnen konnte, ist er erneut ein beliebtes Ziel für Berliner und Touristen.

Den Aufstieg, der mit einer herrlichen Aussicht belohnt werden soll haben wir nicht gemacht. Zu dicht wurde inzwischen der Nebel. Schade, aber dafür wurde bei der Rückfahrt zum S-Bahnhof ein historischer Bus eingesetzt, so bildete die Busfahrt den Abschluss des Tages.

 

November: Stadtspaziergang durch Tempelhof

Bei der zweiten Novemberwanderung hatten wir zwar andere Pläne, aber der  Dauerregen ließ uns keine andere Wahl; lieber eine Option zum kurzfristigen Abbrechen offenhalten, als eine unsichere Strecke über nasses Laub.

Die Gartenstadt Neu-Tempelhof wurde unser Ziel. Diese Siedlung neben dem Tempelhofer Feld ist schon was Besonderes. Errichtet nach dem Ersten Weltkrieg für Kriegsheimkehrer wurden die Reihenhäuser mit einem kleinem Vorgarten angelegt. Erst auf den zweiten Blick fallen dann die äußerlichen Veränderungen auf. Mal eine bunte Fassade, mal Sprossenfenster, dann ein Erker oder Stuckverzierungen, mal rankt sich Efeu in die Höhe, dazu die unterschiedlichsten Eingangstüren oder Treppen. Obwohl es Reihenhäuser sind, gleicht kein Haus dem anderen. Manchmal stehen sie nicht mal in einer Front. Ein Sammelsurium unterschiedlichster Fehlgriffe, die trotzdem eine Einheit bilden.

Wir liefen weiter bis zum unter Denkmalschutz stehenden General-Pape-Kasernengelände. Hier erwarteten uns andere Eindrücke. Schön, dass auf den Tafeln des Geschichtsparcours die Daten zu den Backsteingebäuden nachzulesen waren. So erfuhren wir auch, dass bereits 1840 eine Berliner Pferderennbahn hier ansässig war und wie die spätere Nutzung aussah.

Hinter den Kleingärten ein letztes Relikt der NS-Zeit: der Schwerbelastungskörper aus dem Jahr 1941, errichtet um die Standhaftigkeit eines Triumphbogens zu testen.

Die nahe gelegene Bushaltestelle verlockte zum beenden des Spaziergangs, zumal der Regen nicht aufhörte, und auch noch ein leichter Wind aufkam.

Ein Stadtspaziergang ist schon interessant, verlangt aber eine gute Vorbereitung zu Daten und Fakten. Das positive Echo der Gruppe war eine Bestätigung für weitere Touren.

 

 

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