2011

Januar: im Großen Tiergarten

Der Große Tiergarten ist Berlins zweitgrößte Parkanlage mitten  in einer  Stadt.  Da er zu jeder Jahreszeit seine unterschiedlichsten Reize hat, war es Grund genug einmal über die vielen Wege zu laufen, die sich hier durchziehen, und wo man eigentlich nicht weiß wo kommen wir raus und was entdecken wir hinter der nächsten Kreuzung.  Vorbei am Englischen Garten, dem Hansaviertel mit seinen unterschiedlichsten Bauten, kamen wir zur Kaiser-Friedrich-Kirche, die geöffnet war und wo uns ein Organist zufällig ein kleines Orgelkonzert mithören ließ.

Der Weg vorbei am Neuen See und dem Gaslaternenmuseum war wegen Uferarbeiten gesperrt.  Weiter ging es dann zu den Bronzedenkmälern an der Fasanerieallee. Auf den vier großen Denkmälern werden Jagdszenen dargestellt. Nach einiger Zeit erreichten wir auch die Luiseninsel, darauf das Denkmal der Königin, die im vergangen Jahr ihren 200. Geburtstag gehabt hätte, was überall in Berlin gefeiert wurde. Die Statue des Königs steht außerhalb der Insel, er sieht in ihre Richtung. Dieser Teil des Tiergartens ist umgeben von Rhododendronsträuchern; bestimmt ein schöner Anblick zur Blütezeit.

Vorbei an Liegewiesen und teilweise noch zugefrorenen kleinen Seen erreichten wir dann auch das Musikerdenkmal.  Hier wurde eine gemeinsame Erinnerung an die Komponisten Mozart, Haydn und Beethoven in weißem Marmor geschaffen. Fast wurden wir geblendet von den vielen Goldverzierungen im oberen Teil des Denkmals. Der Goldfischteich daneben, dazu die angelegten Beete und viele Bänke laden in einer wärmeren Jahreszeit zum verweilen ein.  Vorbei am Rondell,  mit der Statue einer Amazone, erreichten wir später das Ende der Wanderung, das Schloss Bellevue.

Obwohl der Tiergarten von vielen Autostraßen gekreuzt wird, und man immer die leisen Geräusche der Straße im Ohr hat, wurde es von keinem als störend empfunden.  Als positiv haben wir auch entdeckt, dass viele Mitarbeiter des Gartenamts unterwegs waren, um die nötigen pflegerischen Arbeiten  auszuführen.

Wir kommen bestimmt wieder, denn gibt es noch viel entdecken!

 

Februar: Wanderung am westlichen Havelufer

 

Bei der schönen Busfahrt im Doppelstockbus der BVG hatten wir bereits vorab die Gelegenheit aus luftiger Höhe uns die Dörfer Spandaus anzusehen, die wir bald abseits der Straße und auf dem Uferweg an der Havel  erwandern wollten.  Nach einem kurzen Nieselregen am Morgen, der uns etwas Nebel brachte, starteten wir in Alt Kladow.  Am Uferweg angelangt, verzog sich der Nebel mehr und mehr- es sollte noch ein schöner Tag werden.  An den Kleingartenkolonien am Ufer mussten wir dann doch einen kleinen Umweg machen. Der Wasserstand der Havel war höher als erwartet und der Frost der letzten Tage hatte den Weg in eine Eisfläche verwandelt.

Beim Feld von einem der letzen  Bauern des Dorfes Gatow, muss auf jeden Fall der Uferweg verlassen werden, so hat man Gelegenheit den letzten Rest des Dorfkerns mit der alten Kirche und den wenigen Bauernhäusern zu sehen. Bald darauf läuft man wieder, vorbei an der Villa Lemm, auf dem Uferweg weiter. Der letzte kleine Park mit den alten Apfelbäumen war noch zu durchwandern, und dann waren wir auch bald  an der Scharfen Lanke, die von Bootshäusern und Segelklubs umgeben ist. Hier hat man nochmals einen schönen Ausblick auf den Tauchturm auf der Halbinsel Pichelswerder. Das ehemalige Fischerdorf Pichelsdorf ist als solches nicht mehr zu erkennen. Überall Hochhäuser, nur noch der alte Dorfkrug aus dem 18. Jahrhundert steht noch.

Fast während der gesamten Wanderung konnten wir an der  anderen Seite des Ufers den Grunewaldturm, später die Insel Lindwerder und die Lieper Bucht sehen. Das ist Grund genug,  auch einmal auf der östlichen Seite der Havel , und dem dortigen bewaldeten Höhenwanderweg zu laufen,  und uns wieder an diesen Uferweg erinnern.

 

Februar: von Altstadt Tegel bis Altstadt Spandau

 

Schon der Weg durch die Altstadt Tegel hatte was fürs Auge zu bieten, egal ob es die einstöckige ehemalige Dorfbebauung war, oder die Gründerzeithäuser, die entlang der Fußgängerzeile stehen, beide Bauarten hatten ihren Reiz.

An der Greenwichpromenade wurde erst ein Blick in die Ferne gewagt, was erkennen wir rings um den Tegeler See? Natürlich die Villa Borsig und die erste unbewohnte kleine Insel.  Wir liefen vorbei  an den hungrigen Enten und Graugänsen die hier immer auf einen Bissen warten, bis zum Rondell mit dem wohl schönsten Ausblick über den See. Die Bootsstände an der Halbinsel Gänsewerder waren noch verwaist, auch später vor der Jungfernheide die vielen Vereinshäuser der Wasserfreunde.  Da uns kein Laub die Sicht auf die weiteren Inseln im See versperrte, nutzten wir die gute Gelegenheit  zu sehen dass auf Scharfenberg, der größten Insel,  viel mehr Häuser stehen als wir vermutet hatten. Eine Schulfarm mit Internat nutzt die Insel, für Besucher ist sie gesperrt und nur an ein oder zwei Tagen des Jahres zu besichtigen.

In Saatwinkel, die kleine Fähre, die Gäste zu den Inseln bringt, hatte den Fährbetrieb auch noch nicht aufgenommen.  Egal, der gute Ausblick auf die Wasserstadt Spandau, den Tegeler See und den Hohenzollernkanal, die alle hier zusammenfließen bringt schon  etwas Nordseefeeling, inclusive Möwengeschrei.

Unser Wegbegleiter war dann weiter die Havel bis zum überqueren der Insel Eiswerder, wo man sich angesichts der vielen Wohn- und Hochhäuser an der Havel fragt, wann mag die Bebauung dieser Insel beginnen? Hoffentlich gar nicht, denn hier stehen die denkmalgeschützten Backsteingebäude der alten Munitionsfabriken.

Immer näher kamen wir dem Rathaus Spandau, zuvor hatten wir noch einen schönen Ausblick auf die Zitadelle, der nur im Winter möglich ist. Die Schleuse, die alte Brauerei am Kolk – wo den männlichen Wanderern sofort ihr schon lange währender Durst einfiel – ließ uns etwas schneller laufen.

Fast waren wir ja auch am Ziel, ein Blick noch in die Nikolaikirche und auf den Reformationsplatz,  und  auch auf das älteste Haus an der Breiten Straße.

Eine Altstadt hat nicht nur alte Häuser zu bieten, sondern auch gemütliche Cafès mit Flair, die genau das Richtige für hungrige und durstige Wanderer anbieten.

 

März: die Altstadt von Bernau und die Wanderung auf dem Pankeweg bis Zepernick

Fast 800 Jahre alt ist Bernau heute. Die kleine Stadt am Rande des  Barnim  hat trotz viel neuer Bausubstanz immer noch etliche alte, und mehrere Häuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert zu bieten,  35 sollen es sein, ich denke wir haben fast alle gesehen. Egal ob es die Fachwerk- oder Gründerzeithäuser sind, sie alle erstrahlen wieder in ihrem alten Glanz und sind schön anzusehen.  Das lag nicht nur an der Sonne, die diesmal auf unserem Weg ständiger Begleiter war.

Die riesige St. Marienkirche, die man aus jeder Himmelsrichtung wahrnimmt ist fast zu groß für die kleine Stadt innerhalb der Stadtmauer ausgefallen.  Natürlich waren wir auch am ältesten Haus aus dem Jahr 1582, dem Kantorhaus, welches bis in die heutige Zeit eine Verbindung zur Musik hat. Etwas Besonderes war auch noch zu sehen. Der Altstadtkern wird von einer fast vollständigen acht Meter hohen Stadtmauer umschlossen und nicht nur die Lugtürme unterbrechen den Verlauf, nein auch ein zweistöckiges Haus, das Henkerhaus wurde direkt „eingemauert“.  Heute hat das Heimatmuseum hier seinen Sitz.

Außerhalb der Stadtmauer sollte ein dreifacher Wallgraben einst Feinde abwehren, heute ist hier ein Promenadenweg mit See angelegt. Wir haben ihn genutzt um unter den alten Bäumen auf der Promenade,  an einem Teich vorbei,  zum Ausgangspunkt zu gelangen.

Vom Bahnhof ging es dann weiter über den Pankeweg. Fast am Ursprung dieses Berliner Gewässers begannen wir unsere Tour. Manchmal führte der Weg vorbei an Feldern und Pferdekoppeln, dann wieder durch einen schönen Laubwald.

Wenig später – entlang einer neuen Siedlung – war dann der S-Bahnhof Zepernick erreicht.  Zum Glück war hier auch gleich ein nettes Café, wo wir uns bei einer Tasse Kaffee stärken konnten. Die insgesamt 27km lange Panke verspricht im weiteren Verlauf bis Berlin noch eine interessante Wegstrecke

 

März: Dorfkirchen im Osten von Berlin

 

Die für den vergangenen Dezember geplante Wanderung konnte endlich  nachgeholt werden.  War es damals der Schnee und die Ausfälle bei der S-Bahn, die unsere Pläne durcheinander brachten, so ließen wir uns diesmal aber nicht mal vom Regen abhalten.

In Rahnsdorf abgekommen liefen wir bis zum Müggeleck. Die Nachricht, dass das Strandbad einen neuen Investor gefunden hat, war nur wenige Stunden alt. Es wäre auch sehr schade wenn dieser schöne Erholungsbereich  nur der Natur oder den Wildschweinen überlassen wird.

Bis zur Dorfkirche in Rahnsdorf war es nicht mehr weit. Die alte Kirche mit der ebenso alten Orgel ist das Zentrum des ehemaligen Fischerdorfes.  Die Häuser um den Dorfkern sind schätzungsweise 150 Jahre alt. Eine uralte Flatterulme steht am Dorfanger.

Wir gingen weiter durch die Wochenendsiedlung Hessenwinkel. Viele Frühlingsblüher stehen schon in den Gärten, und die Boote der Hausbesitzer warten auf ihren Einsatz auf dem Wasser durch die Müggelspree, oder vorher durch die Kanäle.  Das Restaurant der Kolonie war geöffnet, so konnten wir unsere klammen Finger an einem warmen Getränk aufwärmen.

Weiter ging es nur noch durch den Rialtoring bis nach Wilhelmshagen, denn dort steht die nächste Kirche, die „Waldkapelle zum anklopfenden Christus“, die im vorigen Jahr ihr 100tes Bestehen hatte.  Und wenn man so dicht am Dämeritzsee ist, dann mussten wir einfach noch an das Ufer treten und die Sicht über das Wasser beurteilen. Hier in Wilhelmshagen steht außerdem noch eins von den wenigen „Kupferhäusern“, aus einer Hausbauserie, die damals um 1925, für Aufsehen in allen Architekturzeitungen sorgte.

Von hier ist auch bald das nächste Ziel erreicht: die Taborkirche in Wilhelmshagen. Groß und mächtig steht sie im Zentrum des kleinen Ortes und überragt alle anderen Häuser um ein Vielfaches.

Zum Glück hatte doch schon einige Zeit der Regen nachgelassen, so dass wir am Ende der Wanderung an der S-Bahn schon fast mit Sonnenschein rechnen konnten.

März: Führung durch das Bundesratsgebäude

 

Eine Führung durch das Gebäude des Bundesrates stand im März auf dem Programm. Gleich nach dem Einlass erfuhren wir etwas zu der wechselhaften Geschichte des Hauses in der Leipziger Straße. Sie geht zurück in das Jahr 1740 als der Kaufmann Gotzkowsky hier einzog und eine Manufaktur betrieb. Hundert Jahre später war es im Besitz des Bankiers Mendelsohn-Bartholdy, das Haus wurde zu einem Treffpunkt von Wissenschaftlern. Nach dem Untergang der Monarchie, nach der Zeit des Nationalsozialismus und dem zweiten Weltkrieg begannen die Sanierungsarbeiten und es entstand  das Haus, wie es sich heute präsentiert. Hinter der historischen Fassade des preußischen Herrenhauses befinden sich helle Sitzungssäle, die Wandelhalle und Büros der Angestellten.

Wir konnten von der Zuschauertribüne in den Plenarsaal sehen, wo die Abgeordneten sich zu den Abstimmungen treffen.  Hier saßen wir direkt unter der Glaskonstruktion der Decke und konnten hören, dass der Saal eine hervorragende Akustik besitzt.

Eine weitere Erklärung bekamen wir zu der Zusammensetzung des Bundesrates, wie kommt es  zu unterschiedlichen Stärken der einzelnen Bundesländer und was wird im Bundesrat entschieden?  Wir erfuhren, dass der Bundesrat sich aus den Regierungen der Länder zusammensetzt, die zwar über die Interessen der Länder abstimmen, aber auch als gesetzgebendes Organ im Einklang mit der Bundesregierung steht.  Kein Gesetz kann die Bundesregierung erlassen ohne es dem Bundesrat vorzulegen. Die Präsidenten des Bundesrates werden einmal jährlich für die Dauer eines Jahres gewählt. Frau Hannelore Kraft aus Nordrhein Westfalen ist die erste Frau in Deutschland, die heute Präsidentin ist. Im November wird sie von einem bayerischen Vertreter abgelöst.

Ein interessanter Tag mit reichlich Gelegenheit, einige offene Fragen an den netten Herrn von der Öffentlichkeitsarbeit zu stellen.

April: Waldwanderung ab Blankenfelde

 

Manchmal ist es kaum zu glauben, aber man erreicht tatsächlich innerhalb von 25 Minuten aus der Großstadt  heraus das  waldreiche  Umland.

Der kleine Ort Blankenfelde, der momentan wegen der Flugrouten des BBI um seine ländliche Idylle bangt, zeigte sich an diesem Tag von seiner besten Seite.  In den Vorgärten der Einfamilienhäuser blühte und grünte es. Es ist nicht weit vom Bahnhof bis zum Glasowbach, der nur noch ein kleines Rinnsal innerhalb der Feuchtwiesen ist. Dort wo er vor 70 Jahren den Blankenfelder See durchfloss, ist seine breiteste Stelle. Der See droht auch vollkommen zu verlanden, von einem Aussichtspunkt kann man ahnen, welche Ausmaße er mal hatte.

Bevor man aber an dieser Stelle steht, durchwanderten wir den Wald mit dem Naturlehrpfad. Es war interessant sich an die vielen Bäume mit den unterschiedlichsten Blattformen zu erinnern.  Eine nette Mitarbeiterin, wahrscheinlich vom Naturschutzbund, machte uns noch auf Sehenswertes in dieser Gegend aufmerksam. Dann wurde der Rangsdorfer See erreicht.

Außer einigen Windsurfern, die den Wind des Sees ausnutzten, war der Strandbereich noch leer.   Der See liegt so herrlich inmitten der Natur und hat trotzdem einen kleinen Sandstrand und  eine schöne Liegewiese. Kein Wunder, dass sich in den 1920er Jahren die Berliner hier wohlfühlten. Waren es damals noch Wochenendgrundstücke, so stehen heute hier schmucke Einfamilienhäuser.

Nach einer Rast in Wassernähe haben wir uns  wieder auf den Rückweg gemacht. Wieder war der Glasowbach unser Wegweiser, denn der Weg verlief nun auf der anderen Seite des Baches. Und in Blankenfelde  angelangt, erreichten wir auf bekanntem Weg  den Bahnhof und damit das Ende der Wanderung.

Da man auch auf einem anderen Wanderweg den Rangsdorfer See umrunden kann, kommen wir bestimmt wieder.

 

April: Durch den Spektegruenzug

 

Bevor sich der Grünzug in seiner heutigen Form den Spaziergängern, Joggern, Wanderern und auch Radfahrern so zeigen konnte, wurde er in den 1950er Jahren als Abbaugebiet für Kies und Sand zum Wiederaufbau Berlins genutzt. Auch die Spekte war damals nur ein kleines Flüsschen.

Die ehemaligen Kiesgruben sind heute mit Wasser gefüllt und es entstanden zwei größere Seen. Am ersten See ließen es sich Schwäne und Enten gut gehen. Sicherlich fühlen sich noch andere Tiere im Schilf sehr wohl, zumindest ein Frosch machte sich lautstark bemerkbar. Auf den Bänken am Ufer sitzend,  konnten wir ausgiebig an seinem Konzert teilhaben. Hier wurde durch die Spandauer eine Oase der Erholung geschaffen.

Die Wege sind beidseitig der Lake zu begehen, und im letzten Abschnitt verläuft der Berliner Mauerweg am Ufer. Geht man vom Ufer weg, so wird der Geschichtspark Falkensee erreicht. Die Barackenfundamente und Überreste des KZ-Außenlagers stehen noch. Gedenksteine erinnern an diese Zeit.

Wenn der Geschichtspark verlassen wird, ist man bereits in Brandenburg. Zwei Gartenstädte, einmal Staaken oder auch Falkenhöhe lohnen sich bestimmt auch für einen Spaziergang, aber der vorfahrende Bus zurück nach Spandau war schneller als wir eine Entscheidung getroffen hatten.

Da Falkensee – wie der Name schon sagt – auch zwei Seen mit einem ausgebauten Uferwanderweg hat, könnte dies als neue Tour berücksichtigt werden.

 

Mai: Ein Tag in Werder, das Baumblütenfest

 

Dieser wunderschöne Tag war wie geschaffen für eine Wanderung. In Werder angekommen, folgten wir nur den Menschen, die in Erwartung eines schönen Tages den Weg bereits kannten. Denn für etliche von uns war es das erste Mal, dass wir diese Brandenburger Kleinstadt vor den Toren Berlins besuchten.

So stiegen auch wir über die fast 200 Stufen hinauf zur Friedrichshöhe. Nachdem wir uns vom Aufstieg erholen konnten sahen wir die schöne Landschaft der Havel vor uns liegen.

Vorbei an den Ständen der Obstbauern liefen wir ein Stück in den Ort hinein. Aber die Wanderung sollte ja auch nicht zu kurz kommen,  so bogen wir in Richtung Stadtpark und Plessower See ab. Etwas enttäuscht von der Bezeichnung standen wir in einem kleinen Waldstück. Hier wurde uns klar, dass Werder vom Obstbau lebt, die Werderaner bestimmt fleißige Bauern der eigenen Scholle sind, und ihr Wirken sich speziell  auf das Obst bezieht.

Aber es gibt ja auch eine nette kleine Altstadt auf der Insel.  Wir liefen über die Brücke, machten den empfohlenen Inselrundweg und stärkten uns im Restaurant am Wasser. Natürlich wollten wir auch den Obstwein probieren, obwohl die Auswahl sich fast als zu schwierig erwies, aber ohne zu kosten die Stadt verlassen, wollten wir auch nicht. Dann liefen wir den Weg zurück, ebenfalls über die Friedrichshöhe, saßen in einem privaten Garten und ließen uns den Blechkuchen schmecken.

Das Baumblütenfest hat bestimmt seine Anhänger. In unserer Gruppe waren alle Meinungen zu diesem Tag vertreten, vielleicht lassen sich die versteckten Reize Werders außerhalb der Baumblüte entdecken.

Mai: Angermuende und Naturschutzzentrum Blumberger Muehle

 

Gut gelaunt, mit einer Prise Unternehmungslust ausgerüstet und der Sonne als Begleiter, fuhren wir im Mai vom Hauptbahnhof los, um Angermünde und das Naturschutzgebiet Blumberger Mühle zu besuchen.

Die Biberbahn brachte uns das letzte Stück zu der urwüchsigen Landschaft am Rande der Schorfheide.  Dort machten wir den Rundgang über das Gelände, sahen den Lehmbackofen, die Streuobstwiesen, die Fischteiche und die kleinen Sumpfschildkröten.  Von einem Aussichtsturm hatten wir einen schönen Ausblick über das Gelände. Bevor der Ausgang erreicht ist muss man über eine Hängebrücke balancieren; diese sportliche Herausforderung meisterten alle.

Dann stand die Besichtigung der Altstadt bevor.  Der Marktplatz mit dem außergewöhnlichen Marktbrunnen, gab uns ein paar Rätsel auf und beflügelte die Phantasie. Schöne Häuser aus den unterschiedlichsten Epochen begrenzen den kopfsteingepflasterten Platz.  Die mächtige St. Marien Kirche überragt um ein Vielfaches die umliegenden Fachwerkhäuser. Natürlich war auch der kurze Weg zum angrenzenden Mündesee geplant, hier am Ufer stehen Stein- und Holzskulpturen.

Angermünde ist fast 800 Jahre alt, die alte Stadtmauer aus dem Mittelalter ist noch teilweise erhalten, auch ein Franziskanerkloster steht hier.  Wir verließen uns auf die Angaben der Ferienzeitung und hofften auf eine Besichtigung am Wochenende. Leider war dies nicht möglich, das Kloster wird scheinbar nur noch bei Vermietungen und Veranstaltungen geöffnet.

Als Entschädigung besichtigten wir den Garten eines Angermünder Künstlers, der seine Kunstwerke im Freien ausstellt.

Als Fazit aus diesem Tag kann man mitnehmen, dass, wer auf eigene Faust dieses Städtchen besuchen will, manchmal etwas allein gelassen wird. So habe ich z.B. Informationstafeln an den Häusern vergeblich gesucht. Die Gastronomie könnte noch ausgebaut werden, wer nicht unbedingt in der Nähe des Bahnhofs Pizza oder Döner essen möchte hat es schwer, wenn das einzige Restaurant am Marktplatz hoffnungslos überfüllt, und zwei weitere wegen privater Vermietungen ausgebucht sind. Ein Hotel in der Fischerstraße ließ uns trotzdem im Hof Platz nehmen, so dass wir nicht hungrig den Ort verlassen mussten.

Eine schöne Altstadt mit interessanter Architektur und schützenswerter Landschaft in der Umgebung begleitet von einem: „es könnte aber noch……“

Juni: Wanderung durch die Seeburger Fichten

 

Diese schöne Wanderung verlief von Berlin, ein kurzes Stück durch das Land Brandenburg und zurück  nach Berlin. Start war an der Heerstraße und wir liefen durch eine mittlerweile schön bebaute Siedlung, bis wir fast auf den Feldern standen und die erste freie Sicht auf den Hahneberg hatten.

Der „neue“ Hahneberg ist ein aufgeschütteter Berg, der von vielen Freizeitsportlern, im Sommer von Drachenfliegern, genutzt wird. Der „alte“ Hahneberg ist natürlich gewachsen und beherbergt das im 19. Jahrhundert angelegte Fort.

Wir liefen auf den Feldwegen, immer wieder durch oder vorbei an kleinen Nadelwäldern, eben den Seeburger Fichten. Viele  Hochsitze konnten wir entdecken. Dann standen wir vor den ehemaligen Rieselfeldern. Schon lange nicht mehr als solche genutzt, sondern als Landschaftschutzgebiet gekennzeichnet, konnten wir noch gut die  Separationsgräben erkennen.

Auf dem Mauerweg musste auch ein kurzes Stück gelaufen werden  bis man zum wohl schönsten Teil des Wanderwegs gelangt: das ist der Landschaftsweg von Gatow. Er verläuft von Laubbäumen gesäumt zwischen den Feldern. Vor uns war in der Ferne der Grunewaldturm zu erkennen. Der Weg führt  bis in das Dorf Gatow.

Im Anschluss der Wanderung war eine Erdbeerpflücke im dortigen Beerengarten geplant, aber die bereits leer gepflückten Beete versprachen uns keine Ernte. So ließen wir uns in einem Hofcafe, den bereits gebackenen Kuchen gut schmecken.  Gatow, bezeichnet sich selbst als Dorf in der Stadt, und tatsächlich gibt es noch ein wenig vom ländlichen Charme zu spüren. Hier kann auch am Wochenende das Gutshaus besichtigt oder in weiteren  Hofläden eingekauft werden.

Juni: Wanderung im Dahmetal

 

Das Dahmetal liegt südlich von Berlin und bezeichnet die wasserreiche Gegend um Königs-Wusterhausen bis zum Spreewald.

Der Bahnhof war auch Ausgangspunkt für die zweite Wanderung im Juni. Als wir über den Kirchsteig liefen, erfreuten wir uns gleich am Anblick der schmucken Einfamilienhäuser rechts und links des Weges; vorbei sind die Zeiten der grauen DDR-Architektur. Der Landgasthof vor der Schleuse war uns allen noch in Erinnerung.

Gleich dahinter liegt die Schleuse, die  einen Höhenunterschied von ca. 6m überbrücken  hilft. Mehr als hundert Jahre steht sie bereits hier und hilft den Freizeitkapitänen den schmalen Wasserweg zu überwinden. Von der Brücke an der Straße kann man das Geschehen gut beobachten. Was mag wohl hier an einem schönen Sommer-Wochenende für ein Betrieb sein?

Wir liefen nun an der Staabe entlang bis zum Zaun des Freibades und mit Blick auf den Krimnicksee ließen wir uns auf den Bänken am Ufer nieder und machten die erste wohlverdiente Pause.

Das nächste Ziel, der Tiergarten liegt direkt gegenüber. Hier hatte Friedrich Wilhelm I. Anfang des 18. Jahrhunderts sein Jagdrevier. Durch den schönen  Buchenwald liefen wir  weiter. Das gesamte Gelände steht unter Naturschutz, viele Hinweistafeln  zum Thema „Wald“ bieten Informationen.

Daach liefen wir zurück in Richtung Bahnhof, aber die Zeit erlaubte uns noch, dem Schlosspark und dem Jagdschloss einen Besuch abzustatten. Seit dem Jahr 2000 strahlt das weiße Schloss mit den Blumenrabatten in alter Pracht. Das Schloss stammt aus dem 16. Jahrhundert und gehört zu den wenigen Renaissancebauten Brandenburgs. Gegenüber steht die Schlosskirche, nicht minder schön anzusehen.

Dass wir wieder kommen in diesen Ort, der nur etwa 30 Minuten Fahrweg vor den Toren Berlins liegt, haben wir uns fest vorgenommen

Juli: Wanderung um den Schmöckwitzer Werder

 

Ziel dieser Juli-Wanderung war die Halbinsel mit der kleinen Ortschaft Rauchfangswerder. Wir ließen in der Straßenbahn von Grünau nach Schmöckwitz die Landschaft an uns vorüberziehen, es wäre wirklich schade wenn die Einstellung dieser Linie beschlossen wird. Den Kampf um den Erhalt haben die Schmöckwitzer für dieses Jahr wieder gewonnen.

Gleich hinter der Brücke liefen wir nach rechts zum Parkplatz, weiter bis zum Spielplatz und bis zur Teikyo – Universität, bzw. dem Gästehaus.  Nach nur wenigen Schritten ist man auf dem Uferwanderweg. Hier läuft man unter schattenspendenden Bäumen neben dem Zeuthener See bis zur Wasserrettungsstelle. Vom Steg bietet sich ein wunderschöner Ausblick, über den See mit der kleinen unbewohnten Insel und auch bis zum gegenüberliegenden Ufer, wo man nacheinander Eichwalde, Zeuthen und später Niederlehme erkennen kann.

Später liefen wir durch Rauchfangswerder, wo eine Bushaltestelle den müden Wanderer bis Schmöckwitz zurückbringen kann. Hinter den Häusern führt ein kleiner Waldweg zur Badestelle am Großen Zug. Während einer längeren Pause,  haben wir auch die Füße im Wasser abgekühlt. Diese Badestelle scheint kaum bekannt zu sein, so menschenleer war es an diesem Sommertag.

Am Krossinsee entlang – wir haben jetzt Ausblicke über diesen See bis Ziegenhals und Wernsdorf – stehen etliche Bänke entlang des Wanderwegs. Als wir den nächsten kleinen Waldcampingplatz erreichten,  haben wir den Uferwanderweg  verlassen und sind quer durch den Wald zurück bis zum Spielplatz gelaufen.  Weil es in Berlin deutlich wärmer war, haben wir  diese Wanderung am Wasser und im Schatten als sehr angenehm empfunden

Juli: Wanderung durch die Stolper Heide

 

Die zweite Wanderung  im Juli führte uns in das Land Brandenburg, genauer gesagt in die Stolper Heide.

Start war der Bahnhof Hennigsdorf, dieser Ort war vor Jahren nur von Industrie geprägt und hatte wenig Anziehungskraft. Wir schlugen gleich den Weg in Richtung Oder-Havel-Kanal ein, tatsächlich waren einige Freizeitkapitäne auf dem Wasser.

Wenn man die Stolper Heide betritt, ist man verblüfft wie wenig diese Landschaft mit einer Heide zu tun hat. Zwar gab es hier den typischen Sandboden, aber auch Laub- und Nadelbäume und das Unterholz.

Bald erreichten wir eine kleine Siedlung mit schmucken Einfamilienhäusern und anschließend den Kletterpark Hennigsdorf. Wir waren froh, dass wir bei dem einsetzenden Regen im Park einen trockenen Platz für unsere Rast fanden. Und es waren sogar wagemutige junge Familien da, die mit ganzem Körpereinsatz sich an die Kletterei und Bewältigung des Parcours machten.

Trotz Dauerregens musste es aber weiter gehen, nachdem wir die Autobahn über eine Brücke überquert hatten, ging es bald darauf wieder in die Stolper Heide hinein. Nun machte uns zwar der Regen, der unter den Blättern kaum zu merken war, weniger zu schaffen, dafür kämpften wir uns durch den aufgeweichten Boden.  Und so änderten wir kurzerhand den Verlauf, liefen nicht bis zum Golfplatz, sondern bogen schon vorher in Richtung Frohnau ab.

Und es kam natürlich wie erahnt, kaum ist das Ziel erreicht, so zeigt sich das schönste Wetter.

August: Wanderung um den Lehnitzsee

 

Rein wettermäßig sollte es ein vielversprechender Tag für diese Rundwanderung werden, es sollte mal nicht regnen!

Start war Oranienburg; vom Bahnhof ist es nur eine kurze Wegstrecke bis zum Uferwanderweg. Dieser Weg ist auch der Fernradweg bis Kopenhagen, das erklärt die Asphaltierung und auch die Radler, die uns entgegenkamen oder überholten.

Auf dem Lehnitzsee war es ruhig, keine Freizeitkapitäne waren zu sehen. Das Restaurant kurz vor der Schleuse hatte noch nicht geöffnet, deshalb machten wir eine Rast an der Schutzhütte, am westlichsten Ufer. Hier hat man eine schöne Aussicht sowohl über den See, bis Oranienburg und Lehnitz und natürlich auch bis zur fast hundertjährigen Schleuse, die den Höhenunterschied am Oder-Havel-Kanal überwinden hilft.

Auf der anderen Seite des Sees beginnt der Naturlehrpfad mit den Hinweisen zu Flora und Fauna des Waldstückes. Dass hier mal ein großes Ausflugslokal stand, entnahmen wir ebenfalls einem Schild kurz vor dem sandigen Badestrand. Dahinter beginnen bald die ersten Einfamilienhäuser am Ufer des Lehnitzsees. Direkt im Ort sahen wir dann die Gründerzeitvillen, aus der Zeit als Lehnitz sich einen Namen als Erholungsort vor den Toren Berlins machte.

Da diese Wanderung relativ kurz war – und sich immer noch keine Regenwolken am Himmel zeigten – liefen wir auf der Havelpromenade bis Oranienburg. Seit der Gartenschau ist ein Besuch des Parks immer wieder zu empfehlen. Die Rosen und Lilien blühten und in den Schaugärten wuchsen Obst und Gemüse. Fleißige Hände waren dabei, das Unkraut in Schach zu halten.

Dieser Abstecher war ein schöner Abschluss der ersten Augustwanderung.

September: Tagesfahrt nach Templin

 

Der September der uns in den letzten Wochen so viel Regen brachte, meinte es sehr gut mit uns und zeigte sich wettermäßig von seiner besten Seite. So machten wir uns gut gelaunt auf den Rundgang durch die Altstadt entlang der aus Feldsteinen errichteten Stadtmauer, immer von den informativen Hinweisen des netten Stadtführers begleitet. Er bezeichnete Templin als flächenmäßig sechstgrößte Stadt Deutschlands, kaum zu glauben wie viel Ortsteile in der Umgebung dazugehören.

Die Stadtmauer ist gut erhalten, hat eine Höhe von ca. 6m und wird von den Stadtoren in vier Richtungen begrenzt. Die halbrunden Einbuchtungen in der Mauer heißen Wiekhäuser und wurden im Mittelalter zur Verteidigung oder Abwehr gebaut. In der Altstadt sahen wir auch die Häuser mit dem typischen einfachen Fachwerk und die St. Georgenkapelle, aus dem 14. Jahrhundert, das älteste Gebäude der Stadt.

Der mühsame Auf- und Abstieg auf die Aussichtsplattform der evangelischen Kirche wurde belohnt durch den Rundumblick auf Templin.

Ein Spaziergang am Kanal über die Pionierbrücke zum Weinberg und ein Kaffeegedeck im Ausflugslokal durften auch nicht fehlen.

Einige aus unserer Gruppe zogen nach diesem Tag sogar einen längeren Aufenthalt in Templin, der Perle der Uckermark, für ihre Urlaubsplanung in Betracht.

September: Spaziergang von Ruhleben bis Westend

 

Heute begannen wir unsere Wanderung in einem langsameren Tempo, denn es galt so viel Interessantes an der Wegstrecke zu entdecken.

Zuerst betraten wir das Naturschutzgebiet Fließwiesen. Die Wegstrecke ist eingezäunt und viele Tafeln informierten über Flora und Fauna. Wir waren zwar etwas den Angriffen der Mücken ausgesetzt, aber dagegen gibt es ja auch Hilfsmittel. Anschließend galt es vom Talweg den Höhenweg der Murellenberge zu erklimmen. Wir liefen auf dem Denkzeichenweg weiter und lasen auf den aufgestellten Spiegeln die grauenhafte Vergangenheit der letzten Kriegstage. Dann wieder Treppen hinab und hinauf.

Inzwischen hatten wir die Waldbühne umrundet,  und bis zum Olympiastadion ist es nicht mehr weit. Ein Bauwerk mit gigantischen Ausmaßen, errichtet für die Olympischen Sommerspiele 1936, die Überdachung erfolgte erst in den letzten Jahren. Weiter führte uns der Weg zum Corbusierhaus in der Flatowallee. Auch hier konnten wir uns ausgiebig das Gebäude ansehen, welches zur Bauausstellung 1957 von dem französischen Architekten errichtet wurde.

Ein paar Meter weiter und wir erreichten den Georg Kolbe Hain, in dem fünf große Bronzestatuen des Künstlers stehen, der ganz in der Nähe seine Wohnung und sein Atelier hatte.

Danach kamen wir zum Waldfriedhof Heerstraße. Der beliebte Ortsteil Westend war schon immer ein bevorzugtes Wohngebiet. So lasen wir auch am Eingang auf der Liste der Ehrengräber, viele uns bekannte Namen.  Und wir fanden auch den Weg zur Grabstelle des erst kürzlich verstorbenen und von uns allen verehrten Vicco von Bülow, genannt Loriot.

Nun stand uns nur noch der Weg zum Brixplatz in Westend bevor. Zu Recht verdient die kleine Siedlung den Namen Künstlerkolonie, wir konnten uns bei den Gedenktafeln an den Häusern ein Bild davon machen, wer wann hier lebte, das war u. a. der Schriftsteller Joachim Ringelnatz. Nun hatten wir das Ziel erreicht.

Der Doppelstockbus, den wir für die Rückreise nutzten, machte noch eine abschließende Fahrt quer durch Berlin, die uns oben in der ersten Reihe sitzend,  noch viele interessante Ausblicke bot.

September: Die Dörfer des Barnim

Spaziergang von Lübars bis Karow

 

Als wir in Lübars ankamen, konnten wir uns dieses kleine und älteste Dorf im Norden von Berlin mit seiner gut erhaltenen dörflichen Struktur ansehen: die Dorfkirche, das alte Schulhaus und den Dorfkrug. Von den Bauern, die hier lebten und einst ihre Äcker bestellten, haben einige aus ihrem Anwesen Reiterhöfe und Pferdepensionen gemacht.  Vorbei am Kräuterhof verließen wir das Dorf und gingen in Richtung Osterquelle. Von einer kleinen Anhöhe hat man schöne Rundumblicke auf die märkische Landschaft, die herbstlichen Felder, die kleinen Teiche und das Tegeler Fließ.

Unter schönen alten Obstbäumen liefen wir bis zum nächsten Dorf, nach Blankenfelde. Am alten stillgelegten Bahnhofsgebäude hingen Gardinen an den Fenstern, vermutlich haben sich hier neue Nutzer niedergelassen.  Wir liefen weiter in Richtung Französisch-Buchholz.

Aber vorher machten wir noch eine Rast bei zwei Wanderfreunden, die hier in einer der vielen Kleingartenkolonien den Sommer in ihrem Schrebergarten verbringen. Nach ausführlicher Bewunderung der letzten Sommerblüten und des angebauten Gemüses kam eine leckere Bratwurst vom Grill auf den Tisch. Das war eine willkommene Abwechslung und die passende Stärkung für die vor uns liegende Strecke!

Wir liefen weiter bis zur Dorfmitte und konnten die Dorfkirche mit dem Erinnerungsstein für die Hugenotten sehen. Sie waren vor mehr als 300 Jahren die Gründer von Französisch-Buchholz.

Als letztes Dorf galt es noch Karow, das jüngste Dorf des Barnim zu erreichen. Immer an der Panke entlang, machten wir uns erst auf die Suche nach den Zugvögeln, die an den ehemaligen Fischteichen und auf den feuchten Wiesen im Naturschutzgebiet eine Rast einlegen, bevor sie in den Süden abfliegen. Aber kein Zugvogel war zu sehen, noch haben sie sich nicht auf ihre große Reise begeben.

Von hier war es nicht mehr weit bis zum S-Bahnhof, wo wir unsere Wanderung beendeten.

Oktober: Kreuzberg Multikulti

ein Stadtspaziergang

 

Die Diskussionen um Multikulti haben uns bei unserem Stadtspaziergang durch Kreuzberg weniger interessiert. Wir wollten uns selbst einen Eindruck machen, was uns auch gelungen ist. Das erste Ziel war der Viktoriapark und der Aufstieg zum Denkmal. Das schöne Wetter sorgte dafür, dass wir eine gute Sicht hatten und jeder versuchte zu erraten, welche Türme oder Hochhäuser es in der Ferne zu entdecken gab.

Von hier ist es nicht weit bis zum Gründerzeitensemble von Riehmers Hofgarten.  Prächtige Gründerzeitbauten um einen schönen Innenbereich zeigten sich. Gleich nebenan steht die St. Bonifatiuskirche, sie ist so in die Nachbarhäuser eingebaut, dass man sie als Kirche auf den ersten Blick gar nicht wahrnimmt. Hier konnten wir uns überzeugen, dass eine schöne herbstliche Bepflanzung auf einem dunklen Innenhof, umgeben von Backsteinbauten, wunderschön anzusehen ist. Sogar einen Blick in das Innere der Kirche war möglich.

Wir liefen weiter bis zur Bergmannstraße, das ist „die“ Einkaufs- und Szenestraße von Kreuzberg. Uns bot sich ein buntes Bild von Modegeschäften, Bioläden und Cafés. Letztere, und waren sie noch so klein, hatten Stühle und Tische draußen aufgestellt.

Bald waren wir auch an der Marheinike-Markthalle. Es gibt nicht mehr viel solcher Markthallen in Berlin, deshalb machten wir hier eine größere Pause, stöberten im Angebot, aßen eine Kleinigkeit und versäumten auch nicht in der zweiten Etage die Ausstellung – diesmal über Heinrich Zille – zu besuchen. Läuft man weiter auf der Bergmannstraße so kommt man an insgesamt vier Friedhöfen vorbei. Beim Lesen der Tafel am Eingang des Dreifaltigkeitskirchhofs stießen wir auf Namen wie Gustav Stresemann oder Theodor Mommsen. Bestimmt interessant, aber wir hatten noch eine Wegstrecke vor uns. Denn danach führte der Weg durch die Hasenheide.

Das ist das Erholungsgebiet der Kreuzberger. Große Liegewiesen, ein Tiergehege, ein Rosengarten, das Freilichtkino und Denkmäler sind auf dem gesamten Gelände zu finden. Leider sind in der Presse auch manchmal negative Schlagzeilen über die Hasenheide zu lesen.  Hier war unser Stadtspaziergang mit vielen interessanten Eindrücken beendet.

Oktober: Biesdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf und ein Balkon

 

Unsere zweite Herbstwanderung führte uns durch die östlichen Berliner Dörfer. Begonnen haben wir in Biesdorf, wo uns der Weg zuerst zum Schloss und dem heute so schönen Park führte. Etliche Teilnehmer kannten noch beides aus den 70er- und 80er Jahren als sie hier außer einem maroden Schloss und Bäumen nichts Interessantes entdecken konnten. Ein gepflegter Park  ist entstanden, mit noch blühenden herbstlichen Blumen und einem  Lesegarten. Auch der Teepavillon, der See und das Siemens-Denkmal, alles machte einen gepflegten Eindruck. Ebenfalls das Schloss, jetzt mit einer freundlichen Fassade ausgestattet, zeugte davon, dass es sich lohnt historische Bauten zu erhalten und unter Schutz zu stellen. Wir sahen uns noch im Innern die Ausstellung über die Geschichte des Schlosses und seiner ehemaligen Bewohner, der Familie Siemens an. Das Schloss ist heute im Besitz der Stadt Berlin und im Innern hat ein sozial ausgerichteter Verein seinen Sitz.

Von Biesdorf ist es nicht weit bis nach Kaulsdorf, dem Nachbardorf. Über den Wuhle-Wanderweg, liefen wir vorbei am alten Dorfkern von Kaulsdorf, wir hatten immer die alte Kaulsdorfer Kirche in Backsteingotik dabei im Blick.

Dann sahen wir wieder die Berliner Bautätigkeit, wir hatten die neue Einfamilienhaus-Siedlung von Biesdorf und wenig später den ersten Kaulsdorfer See, den Butzer See erreicht. Das ist ein ehemaliger Kiessee, der heute mehr zum sommerlichen baden und angeln genutzt wird.

Anschließend liefen wir über den „Berliner Balkon“, den Übergang von der Barnim-Hochebene zum Berliner Urstromtal. Ein neu angelegter Weg führte uns hinauf, wir ließen uns den Wind ins Gesicht wehen und blickten auf die Kaulsdorfer Seen, die vor uns lagen und in die Ferne war die Aussicht bis zum Müggelturm möglich.

Das letzte Ziel, Mahlsdorf war nicht mehr weit entfernt. Wir kamen zum  Gutshaus Mahlsdorf, in dem sich das Gründerzeitmuseum befindet. Es ist nur zweimal wöchentlich geöffnet, so nahmen wir mit einem Rundweg durch den Park vorlieb.

Vorbei am Mahlsdorfer Friedhof mit der alten Feldsteinkirche – wir konnten auch einen Blick in das Innere werfen -liefen wir bis zum S-Bahnhof Mahlsdorf.

Hier endete die Wanderung, die uns wieder  ein Stück Berlin näherbrachte.

November: Herbstwanderung von Heiligensee bis Alt-Tegel

 

Die erste Wanderung im November begann im grünen Norden von Berlin. Das wir uns einen sonnigen Tag ausgesucht hatten trug wesentlich zur allgemeinen guten Stimmung bei.

Der kleine Ort Heiligensee war vor vielen Jahren noch landwirtschaftlich geprägt, bevor die Entwässerungsgräben gelegt wurden, die das sumpfige Gebiet trocken legten. Neben diesen Gräben sind schöne Wanderwege, immer von Laubbäumen gesäumt.

So erreichten wir auch vom S-Bahnhof kommend den See, der dem Ort den Namen gab. An der Aussichtsplattform konnten wir sehen, wie groß er ist und wie klar sein Wasser. Zuvor machten wir uns aber ein Bild vom alten Dorfkern, mit den einstöckigen Häusern, der Schmiede und dem Dorfgasthaus. Sogar ein altes Straßenbahndepot ist hier. Ein Zeugnis für den damals regen Ausflugsverkehr der Berliner ins Grüne.

Am Rand von Heiligensee ist eine Binnendünenlandschaft die teils eingezäunt ist, also nicht betreten werden darf. An wenigen Stellen kann man aber hineingehen, hier soll der Boden offengehalten werden. Während der Zeit der Alliierten soll hier ein Manövergebiet gewesen sein –  heute kann sich die Natur frei entwickeln.

Der letzte Teil der Wanderung führte durch den herbstlichen Tegeler Forst.  Ein Farbspektrum bot sich hier, wie man es nur zu dieser Jahreszeit findet, wunderschön.

An der Großen Malche angekommen, erfreuten wir uns noch über die Aussicht über den Tegeler See. Die Halbinsel Reiherwerder versank schon fast im Nebel und an den Liegeplätzen der Sportklubs herrschte ein reges Treiben, viele wollten noch ihre Boote vor dem Wintereinbruch sicher im Trockenen unterbringen.

Das Fazit der Wanderung: im Herbst ist es im Wald am schönsten.

November: Eine Stadtwanderung

vom Innsbrucker Platz in Schöneberg und durch das südliche Charlottenburg bis Bahnhof Zoo

 

Für die zweite Wanderung im November stand die Fortsetzung einer Tour auf dem Plan, die vor einiger Zeit am Innsbrucker Platz endete.

Der Beginn wurde etwas verzögert, weil die S-Bahn wieder mal verspätet abfuhr.

Wir liefen gleich zuerst durch die Innsbrucker Straße bis zum Rudolf-Wilde-Park, zum Rathaus Schöneberg und daran anschließend zum Bayerischen Platz. Rings um diesen Platz ist seit einigen Jahren das flächendeckende Denkmal „Orte des Erinnerns“ zu sehen. Das sind Tafeln, die mit Verordnungen und Piktogrammen an die NS-Zeit und die Judenverfolgung erinnern und mahnen. Wenig später erreichten wir den Viktoria-Luise-Platz mit seiner Gründerzeitbebauung und danach den Fasanenplatz. Wir sahen an den Häusern viele Gendenktafeln, die auf ehemalige berühmte Bewohner hinwiesen.

Die große stattliche St. Ludwigkirche war das nächste Ziel, hier hatten wir auch Gelegenheit die Kirche von innen zu besichtigen. Die geplante Rast im kleinen Park davor musste auf ein Minimum gekürzt werden, das Wetter war einfach zu ungemütlich.

Im weiteren Verlauf kamen wir über die Bleibtreustraße zum Savignyplatz und im letzten Abschnitt liefen wir durch die Uhlandstraße und die Fasanenstraße. In beiden Straßen gibt es eine Fülle von Galerien und Antiquariaten. Bemerkenswert ist das Wintergartenensemble mit Literaturhaus, der Villa Grisebach und dem Käthe-Kollwitz-Museum.

Gegenüber steht der Neubau des Jüdischen Gemeindehauses, in der Fassade sind Elemente aus dem alten niedergebrannten Gebäude als Schmuck angebracht.

Vorbei am Kino Delphi und dem Theater des Westens ist auch bald das Ziel, der S-Bahnhof erreicht. Das war  eine etwas andere, nicht minder interessante Wanderung durch die City von Berlin.

Dezember: Stadtspaziergang durch Pankow

 

Die letzte Wanderung des Jahres begann am S-Bahnhof in Pankow. Die rege Bautätigkeit am Bahnhofsplatz ist zwar erfreulich, war für uns aber ein kleines Manko, denn große Baukräne versperrten uns die Sicht.

Wir liefen durch die Florastraße, die jetzt mit ihren restaurierten  Hausfassaden einen schönen Anblick bot.  Die erste Pause war dann im Heimatmuseum, wo uns die nette Leiterin zu einer Führung empfing. Im Haus wird das bürgerliche Leben, speziell der Familie Heyn dargestellt. Zwei große Räume mit Gründerzeitmöbeln und riesigen Kachelöfen konnten wir uns ansehen. Auch eine Küche mit Schlafstelle für das Hausmädchen und ein Bad sind noch gut erhalten. Im Speisezimmer war ein großer Weihnachtsbaum im Stil der damaligen Zeit geschmückt.

Vom Heimatmuseum ist es nicht weit bis zum Bürgerpark. Im Sommer bietet sich den Besuchern natürlich ein bunter Anblick, aber jetzt waren die riesigen Bäume beeindruckend.

Weiter ging es vorbei an der Francke-Siedlung, durch den Majakowskiring bis zum Eingang in den Schlosspark Niederschönhausen. Das Schloss selbst hat eine wechselvolle Geschichte. Einst für Elisabeth-Christine, die Ehefrau von Friedrich II. errichtet, ist heute nach jahrelangen Renovierungsarbeiten ein Museum darin untergebracht. Auch der Schlosspark mit seinen großen Bäumen wie Platanen, machte einen sehr gepflegten Eindruck.

Nach einem kurzen Weg entlang der Panke, liefen wir zu unserem letzten Ziel: dem Amalienpark. Das ist eine kleine Parkanlage mit Doppelhäusern, die auch um die Jahrhundertwende gebaut wurden. Die Grünanlage trägt den Namen der Schwester  Friedrich II.

Über die Breite Straße gelaufen, das Rathaus immer im Blick, liefen wir bis zum Marktcafe, wo wir uns mit einem Imbiss stärkten und über die vielen Eindrücke des Tages austauschen konnten.

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