2017

im Januar – Industriekultur in Schöneweide

Das neue Wanderjahr 2017 begann mit einer Stadtwanderung im Berliner Südosten.  Schöneweide stand auf dem Plan, ein Gebiet an der Spree, dass vor vielen Jahren noch ein beliebtes Ausflugsziel war. Am Wasser gelegen soll es hier eine Gaststätte gegeben haben, die Reisenden auf dem Weg nach Berlin Aufenthalt bot. Noch später, im 19. Jahrhundert hat der Industrieelle Emil Rathenau die gute Lage für die Ansiedlung seiner „Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft“ (AEG) mit Wasser, Straße und Schiene für sich entdeckt. Nach 1913, als das letzte Hochhaus vom Architekten Peter Behrens für die Automobilgesellschaft errichtet wurde, arbeiteten hier mehr als 70.000 Menschen. Ein Industriestandort war entstanden mit Werkhallen, Bürogebäuden und einem kleinen Kraftwerk.

Im Wendejahr 1990 wurde alles anders. Mit Massenentlassungen begann der Strukturwandel, der eigentlich heute noch andauert. Die Rathenau-Werkshallen werden saniert, haben teilweise schon neue Mieter oder warten auf eine andere Nutzung, eine Hochschule hat sich bereits angesiedelt und auch andere kleine Unternehmen. Im Peter Behrens Haus hatte kurz der Elektronikkonzern Samsung eine Zweigstelle seines Unternehmens untergebracht, aber Fernsehröhren braucht heute keiner mehr,  der Konzern hat die Produktion eingestellt.

Es bleibt ein Industriestandort, die Backsteinbauten haben zwar durch Reinigung eine helle Fassade, die Straßen haben Namen, aber leider keine Bürgersteige bekommen. Ein durchgängiger Uferweg an der Spree existiert nicht, obwohl die Brücke über die Spree, der Kaisersteg, saniert wurde. Am nördlichen Spreeknie steht an der Straße die sanierte Direktorenvilla, die den Namen Rathenaus trägt und direkt am Wasser das Kranhauscafé mit seiner originellen Einrichtung.

Wir hatten am heutigen Tag schon Vieles gesehen, hatten uns im Kranhauscafe gestärkt und aufgewärmt und wollten anschließend noch einen kleinen Abstecher in den nahe gelegenen Volkspark Wuhlheide machen. Dieser Abstecher fiel aber sehr kurz aus, der gefrorene Waldboden mit dem Schnee darüber verlangte beim Wandern vollste Konzentration und war deshalb anstrengend und wurde auch gekürzt. Dennoch haben wir Vieles entdeckt in einem Stadtteil, der zu Unrecht einen unschönen Beinamen erhalten und auch geschmäht wird.

im Februar – der Spektegrünzug

Dass die Spekte, nördlich von Spandau gelegen, mal ein kleiner Fluss war ist vielen nicht bekannt. Inzwischen ist hier ein Grünzug entstanden, der sich von Falkensee bis in Berliner Gebiet hinzieht.

Gleich nach unserer Ankunft liefen wir zuerst zu dem kleinen Geschichtspark – ein ehemaliges Außenlager des KZ Sachsenhausen.

Der Fluss, die Spekte ist in sein Bett gezwungen worden und ist heute teilweise nur noch ein kleines Rinnsal. Es entstanden bei den Renaturierungsmaßnahmen in den 1970er Jahren auch zwei Seen aus denen einst Kies gefördert wurde, der nötig war für Bauten in Spandau. Der erste See ist ohne Uferbefestigung und erfüllt wohl nur bei Überschwemmungen seine Funktion. Das Ufer des  zweiten Sees, an dem wir vorübergelaufen sind, wird wohl von den Spandauern im Sommer als Liegewiese genutzt. Wir sahen dass am zweiten See Bagger im Einsatz sind und auf den Hinweistafeln daneben stand, dass der Uferbereich als Naherholungsgebiet ausgebaut wird. Beide Seen sind bestimmt nicht tief, jetzt waren sie allerdings komplett zugefroren.

Beidseitig der Spekte sind Wander- und Radwege angelegt, die teilweise vorbei an Kleingartenanlagen oder neben einem Wohngebiet verlaufen.

Die vorletzte Etappe der Wegstrecke führte zuerst durch den Ramingrünzug. Auch dieser Grünzug ist heute schön gestaltet, aus dem Aushub der Seen wurden Hügel gestaltet und wohl auch begrünt, dazwischen immer wieder viele Bänke. Dann, bereits kurz vor Spandau liefen wir noch durch den Münsinger Park. Dieser Park weist einen schönen alten Baumbestand auf, aber davon sieht man im Februar eben nicht viel.

Weil es doch nur ein kurzer Wanderweg war, verlängerten wir den Weg noch etwas am Ufer der Havel und liefen noch bis zur Insel Eiswerder.

Aber dann kam unweigerlich die „Februarkälte“, denn es war bitterkalt und trotz etwas Sonnenschein wollten wir nicht weiterlaufen.  Bestimmt lohnt sich dieser Weg noch einmal, wenn das Wetter einladender ist.

im März – durch die Stolper Heide

Die Stolper Heide liegt nördlich von Berlin zwischen Hennigsdorf und Birkenwerder an der Grenze zum Land Brandenburg und ist eigentlich wegen einem Golfklub bekannt. Aber golfen hatten wir nicht vor, sondern wir wollten die Heide zu Fuß erkunden.

Nur ein paar Schritte aus Hennigsdorf hinaus, vorbei am Hafen und wir betraten das Waldgebiet der Heide. Da hier ganz in der Nähe der Havel sich auch ein großes Wasserschutzgebiet befindet, ist die Landschaft auch als Schutzgebiet ausgewiesen. Deshalb fanden wir leider keine Bänke auf der Strecke und die Wanderzeichen waren auch sehr spärlich angebracht. Das Gebiet ist aber nicht sehr groß, ein Fernradweg führt hindurch und es wird rechts und links von großen Straßen begrenzt.

Ein Highligth war trotzdem zu entdecken. Das ist der Harzungspfad, ganz in der Nähe der Revierförsterei Stolpe, kurz vor dem gleichnamigen Dorf. Auf den Stationen des Rundwegs erfährt man alles wie das „Bernsteingold“ gewonnen und verarbeitet wird. Schön, dass sich gleich daneben ein großer Rastplatz mit Bänken und Tischen befindet.

Das kleine Dorf Stolpe ist genauso wie wir schon viele Dörfer rings um Berlin kennenlernen durften. Auf der Hauptstraße steht die Dorfkirche, das Pfarrhaus und der Dorfkrug, dazu ein paar  einstöckige Bauernhäuser. Die alte Kopfsteinpflasterung und die Gaslaternen unterstreichen noch den dörflichen Charakter. Ganz schnell ist das Dorf durchquert und wir standen vor dem Feldweg, der uns die letzten Meter bis nach Frohnau zur Invalidensiedlung führte.

Hier in Frohnau ist die Endstation einer S-Bahn-Linie, von wo wir den Heimweg antreten konnten. Schön, dass der für den Nachmittag angekündigte Regen ausfiel und sich stattdessen auch mal die Sonne zeigte.

im März – Wanderung von Grünau bis Schmöckwitz

Der Stadtbezirk Köpenick hat genügend Waldgebiete, durch die sich eine Wanderung lohnt. Einige  Waldgebiete sind zwar klein und es führen verkehrsreiche Straßen und auch Radwege durch, aber das reichte um den Frühling zu spüren.

Zuerst liefen wir bis zur Regattastraße, die parallel zur Dahme verläuft. An der Straße stehen noch einige alte Gebäude wie Ruderklubhäuser, die anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1936 errichtet wurden, sowie auch die große Tribüne für die Zuschauer und das Strandbad Grünau.

Das nächste Waldgebiet liegt schon an der Grenze zu Brandenburg und die Waldwege führen bis Eichwalde und bis zum südlichsten Köpenicker Ortsteil nach Schmöckwitz. Vor ganz langer Zeit war der Ort ein unscheinbares Fischerdorf, umgeben von Dahme, Seddin- und Zeuthener See.  Nur noch wenige alte Häuser prägen den Dorfkern, das naheliegende Wasser und der anhaltende Bauboom haben das Dorf in letzter Zeit nicht unbedingt schöner gemacht. Die Uferbahn, eine alte Straßenbahn ist für den öffentlichen Verkehr zuständig, aber die zuständigen Behörden denken immer mal wieder darüber nach, die Tramlinie einzustellen, was bis jetzt durch Proteste der Anwohner verhindert wurde. Wir haben sie auch für unsere Rückfahrt genutzt, denn die Strecke der Straßenbahn wird zu Recht als schönste Ausflugslinie bezeichnet.

Steigt man in Grünau an der Regattastraße wieder aus der Straßenbahn, steht man inmitten der baulichen Kontraste. Auf einer Seite der Straße steht das alte Forsthaus und ein paar Kleingärten an der Wasserseite reiht sich eine Stadtvilla an die nächste. Aber ein Schandfleck der Straße bleiben   zwei ehemalige historische Gebäude und Ausflugslokale der Jahrhundertwende vom 19. in das 20 Jahrhundert: das Riviera und das Gesellschaftshaus. Ersteres war in den 1870er Jahren mit einem Ballsaal errichtet worden, das Gesellschaftshaus diente mit seinen Bootsstegen mehr den sportlichen Interessen. Heute streiten sich die zuständigen Behörden mit den Besitzern und die Grünauer Bürger müssen dem allmählichen Verfall zusehen.  Schade.

Als der Wandertag zu Ende war konnten wir, wie schon oft, den Regenschirm zuklappen, wenn auch nicht die Sonne schien, so hatte sich doch der Nieselregen verzogen.

 im April – Süßer Grund

Gibt es eine Steigerung von „schöne Wanderung“? Wenn ja, war es diese Frühlingswanderung im Waldgebiet Süßer Grund in Märkisch-Oderland. Das lag nicht nur am sonnigen Wetter, es war eindeutig die Landschaft, die uns so begeistert hat.

Start war in Petershagen, ein kleiner Ort an der S-Bahnstrecke von Berlin nach Strausberg. Im Ort selbst reiht sich an den Straßen ein Einfamilienhaus an das andere. Gepflegte Grundstücke mit blühenden Sträuchern  sahen wir auf dem Weg in das Waldgebiet, aber die Bürgersteige waren bereits am Vormittag hochgeklappt. Im Wald angekommen liefen wir über breite  Waldwege bis zu einem Wasserwerk mit eingezäuntem Wasserschutzgebiet, auch der 66-Seen-Weg liegt an der Strecke. Er ist die Verbindung von Rüdersdorf mit dem Flakensee und Strausberg mit dem Stienitzsee. Wir liefen in Nord-Süd-Richtung am Stienitzsee entlang durch eine Landschaft, die etwas an ein Mittelgebirge im Miniformat erinnert. Teilweise war es nur ein Trampelpfad, Treppen mit Holzgeländer mussten überwunden werden, wir kamen an einer Quelle und an einer wild-romantischen Badestelle vorbei. Das schönste Bild ergab sich aber mit einem Blick auf den Waldboden. Tausende von Leberblümchen blühten gerade, dazwischen Szilla und Buschwindröschen, ein gelblühender Bodendecker und die Maiglöckchen schoben bereits ihre Blätter in die Luft, auch Bärlauch gedeiht. Hier gibt es scheinbar ideale Bodenbedingungen für die Pflanzen.

Tritt man aus dem Wald heraus und läuft am Rand der ehemaligen Rieselfelder in Richtung Petershagen zurück, kann man noch der Schäferei einen kurzen Besuch abstatten. Eine große Schafherde weidete abseits und die Muttertiere mit ihren Lämmern waren hinter einem Zaun zu sehen. Sicher ist sicher. Natürlich war das Geblöke groß, als wir vorbeigingen.

Zurück in Petershagen hat man als Wanderer noch eine längere Wegstrecke über das Pflaster vor sich bis zur S-Bahn. Der Ort wächst und hat sich zu einem beliebten Wohnort gemausert, denn es gibt praktisch keine Industrie, nur ländliche Abgeschiedenheit.

im April – Kremmen im Havelland

Die Ackerbürgerstadt Kremmen ist ca. 700 Jahre alt und ist in kurzer Zeit mit einem Regionalzug aus Hennigsdorf zu erreichen. Die historische Altstadt mit den teilweise über 300 Jahre alten Häusern ist heute liebevoll saniert. Unser Rundgang führte zum Markt, zur Kirche St. Nikolai und zum Scheunenviertel, das unter Denkmalschutz steht. Die 50 Scheunen entstanden im 17. Jahrhundert, außerhalb des Städtchens, denn viele Brände hatten immer wieder Kremmen zerstört.  Heute kümmert sich ein Verein um die Belange der Handwerker und Gewerbetreibenden, die hier arbeiten. So werden Kunst und Kultur in den Scheunen angeboten, Theaterstücke gezeigt und natürlich Kaffee und Kuchen ausgeschenkt, selbst ein Trauzimmer ist vorhanden. Direkt gegenüber des Scheunenviertels befindet sich der Spargelhof, der in der Saison gut besucht wird. Im danebenliegenden Hofladen kann sich jeder mit frischen Lebensmitteln eindecken.

im April – durchs Briesetal

Das Briesetal im Barnim ist ein kleines Tal mit einem Fließ das seinen Ursprung im Wandlitzsee hat und bei Birkenwerder in die Havel mündet. Das ist noch nichts Besonderes, nein die Einmaligkeit liegt in der Schönheit der umliegenden Natur. Rechts und links der Briese stehen große Laubbäume, im Fließ gedeihen Erlen, und Heidelbeerkraut oder Waldblumen stehen am Weg. Wir liefen von der Ortschaft Zühlsdorf, vorbei am Forsthaus Wensickendorf über einen breiteren Waldweg in südliche Richtung bis zur Kolonie Briese. Hier steht der Briesekrug, der Wanderern Getränke und einen Imbiss anbietet. Erfreulich war für uns, dass der gesamte Weg mit einem Wanderzeichenschild gut beschildert, und dass auch genügend Bänke für eine Rast vorhanden waren. Dazu die Schilder des Naturlehrpfades, die Aufschluss gaben was es alles zu sehen gibt. Es war eine schöne Tour, die etwas länger als sonst war, aber für alles entschädigt hat.

im Mai – Tagesfahrt nach Wittstock

Wittstock gehört mit zu den ältesten Städten Brandenburgs und hat viel Historisches zu bieten. Einen Altstadtkern mit einer fast komplett erhaltenen Stadtmauer, Reste der Bischofsburg, die Bischofskirche, rings um den Markplatz restaurierte Häuser  und das Ganze wird umschlossen von einem begrünten Wallgraben, der gleich hinter der Stadtmauer beginnt.

Schade, dass der Tag vom Dauerregen begleitet wurde, aber so hatten wir auch dank der umsichtigen Stadtführerin die Möglichkeit etliche Besichtigungen in Häusern zu machen.

Erstes Ziel war das historische Rathaus mit seinen bleiverglasten Fenstern, das 1905 im neugotischen Stil umgebaut wurde, im Anbau befindet sich die Gerichtslaube, die noch aus dem Mittelalter stammt.  Auf einem großen Gemälde im Plenarsaal wurde die Übergabe der Stadtrechte aus dem 13. Jahrhundert dargestellt. Die nächste Besichtigung galt der gut 700 Jahre alten St. Marienkirche, der Hauptkirche der Havelberger Bischöfe. Sie war bis zur Reformation eine katholische Kirche. Im Inneren ein schöner Altar, von einem Holzschnitzer angefertigt, ebenso die reich geschmückte Kanzel und das Taufbecken. Der Aufstieg auf den Kirchturm versprach aber heute leider keine gute Sicht.

Wir wurden weiter geführt in das Kontorgebäude einer ehemaligen Tuchfabrik. In dem großen Backsteinhaus arbeiteten zuerst die Gewandschneider des Mittelalters und nach den späteren Um- und Anbauten die Beschäftigten eines Obertrikotagenwerkes. Nach der Wende wurde restauriert und die Stadtbibliothek zog ein. Es ist ein Schmuckstück entstanden denn es wurden viele alte Balken und Einrichtungsgegenstände in den Neubau integriert. Eine gelungene Mischung aus alt und neu wurde geschaffen.

Im letzten Teil unseres Besuches war noch ein Spaziergang entlang der Stadtmauer geplant, der aber etwas kürzer ausfiel. Wir liefen vom Gröpertor, dem letzten erhaltenen Stadttor, vorbei an der Heiliggeistkirche, dann am Haus mit der alten Ratswaage vorbei und weiter auch außerhalb der Stadtmauer. Wir sahen die Wiekhäuser in der Mauer, teils rund, teils eckig mit ihren Öffnungen zur Altstadt. Dann standen wir vor der Bischofsburg mit dem Amtsturm. In diesem Turm  ist das Museum des Dreißigjährigen Krieges untergebracht und in einem weiteren historischen Haus nebenan befindet sich das Museum für die Regionalgeschichte. Im großen Innenhof spürt man direkt das Mittelalterflair und niemand hätte sich gewundert, wenn gleich ein Mönch herausgetreten und an uns vorbeigehuscht wäre.

Auf unserem Spaziergang durch Wittstock gab es eine Menge zu entdecken. Die hellen Fassaden der bereits restaurierten Bürgerhäuser aber auch noch unrestaurierte Häuser, die auf Handwerker warten. Bis zur Landesgartenschau in zwei Jahren wird sich das Städtchen bestimmt weiter verändern.

im Mai – Spaziergang durch den Großen Tiergarten

Der Große Tiergarten ist der zweitgrößte innerstädtische Park in Berlin und lohnt immer einen Besuch, denn er bietet uns Berlinern und auch Touristen die Möglichkeit zentral aber inmitten von viel Grün sich zu bewegen. Heute sahen wir viele Jogger, Spaziergänger und auch die meisten Spielplätze für Kinder waren gut besucht.

Der Tiergarten wurde in der Amtszeit Friedrich II. zuerst als Jagdrevier angelegt, später kamen Anpflanzungen dazu und über die Wasserläufe wurden Brücken gebaut. Der schönste Teil befindet sich im Südosten, bei der Luiseninsel. Rings um das Denkmal der damals beliebten Königin sind Beete mit blühenden Blumen und stehen exotische Bäume. Unzählige kleine Wege führen durch den Park, aber auch Alleen, von Bäumen eingefasst, dazu die monumentalen Statuen, Gedenksteine und selbst die historischen Brückengeländer waren interessant anzusehen.

Einziger, aber unausweichlicher Nachteil sind die großen Straßen, die sternförmig den Park kreuzen und in deren Zentrum sich die Siegessäule befindet. Unübersehbar steht auf der inzwischen restaurierten Siegessäule die vergoldete Viktoria.

Der Termin für unseren Spaziergang war günstig gelegt, jetzt im Mai blühte und grünte es überall, am Rhododendronhain mit den übergroßen Sträuchern gab es die bunteste Farbenpracht.

im Juni – Zeesen und Rundwanderweg Sutschketal

Seit kurzem kann man ganz bequem mit dem Regionalzug in nur 30 Minuten in das Dahme-Seengebiet fahren, das wollten wir in unserer ersten Juni-Wanderung auch ausprobieren.

Wir fuhren bis Zeesen und liefen in das nah gelegene Sutschketal. Diesmal sind wir rund um das Tal gelaufen und haben auch den Wanderweg auf der westlichen Seite kennengelernt. Das Tal selbst ist eine Gletscherabflussrinne mit Mooren, einem Feuchtgebiet und einem abwechslungsreichen Wald. Weil es ein Landschaftsschutzgebiet ist, haben wir eine ganz naturbelassene Landschaft erlebt. Als wunderschöne Aussicht erwies sich der Blick über einen mit Seerosen bewachsenen Weiher mitten im Wald. Alles erlebten wir bei schönem Sommerwetter und blauem Himmel, nur etwas gestört durch kleine fliegende Stechmücken, die sich durch uns Wanderer gestört fühlten.

im Juni – Rundwanderung Bötzsee

Eine Wanderung im Strausberger Wald- und Seengebiet ist zu jeder Jahreszeit schön. Wir liefen jetzt im Juni und fanden es sehr angenehm durch den schattigen Wald zu laufen.

Bevor der Waldsee erreicht war liefen wir durch das Postbruch, ein winziges Siedlungsgebiet umschlossen von Weidewiesen, und später dann weiter am Bötzsee. Vorbei an großen und kleinen Badestellen schlängelt sich der Uferweg mal dicht am Wasser, dann wieder auf halber Höhe durch den Mischwald. Wenn das nördliche Ufer erreicht ist, kommt man zu den beiden alten Mühlen. Inzwischen sind sie nicht mehr funktionstüchtig, und die Restaurants, die sich später darin befanden sind längst geschlossen. Die Zeiten der Ausflüge in die Natur gehören der Vergangenheit an.

Läuft man am westlichen Bötzsseeufer wieder zurück, dann erreicht man schon die nächste kleine Ortschaft, das ist Eggersdorf. Wo die Grenze zwischen Strausberg und Eggersdorf verläuft lässt sich nicht so leicht ausmachen, alle kleinen ehemaligen Dörfer entlang der S-Bahn-Linie gehen durch die fortschreitende Bebauung fast nahtlos ineinander über. Wir liefen durch die verkehrsberuhigte Bötzseestraße zurück zur S-Bahn, vorbei an schmucken Einfamilienhäusern mit gepflegten Vorgärten.

Selbst die historische Straßenbahn,  die seit vielen Jahren von der S-Bahn in das nördliche Strausberg fährt, hat inzwischen eine Verschönerungskur bekommen. Moderne Züge fahren jetzt auf der Strecke und die Wartehäuschen sind verschönert worden.

im Juni – Wanderung von Müggelheim bis Wendenschloss

Diese Wanderung sollte alles bieten, was zu einer Sommerwanderung gehört. Sonne, aber auch leichte Abkühlung durch die nahestehenden Laubbäume, Wasser, mit der Möglichkeit zu einer Erfrischung und ein festgetretener Waldweg zum angenehmen laufen.

Dass die Anfahrt bereits stockte hatte mit der Baustelle im Bereich Köpenick zu tun, ein eingesetzter Bus hatte eine andere Linienführung und war schwer zu finden. Wir kamen trotzdem in Müggelheim an und es konnte losgelaufen werden. Von Alt-Müggelheim ist es nicht weit bis zur Großen Krampe, eine Ausbuchtung der Spree. Inzwischen wurde auch hier viel gebaut und die Wassergrundstücke sind beliebter denn je. Große und kleine Häuser stehen in Ufernähe, alle sahen gepflegt aus und hatten einen Bootssteg. Der Weg bis zur Krampenburg ist nur ein Trampelpfad auf dem es sich angenehm laufen ließ und bei einigen freien Badestellen hatte man immer wieder schöne Ausblicke auf das Wasser und das gegenüberliegende Ufer, den Schmöckwitzer Werder.

Nach einiger Zeit wurde der Lange See erreicht und es geht an dessen Ufer weiter in Richtung Berlin. Wieder war es ein befestigter Waldweg auf dem wir liefen, zu unserer linken Seite immer den See im Blick, ab und zu stand eine Bank am Weg. Von den etlichen Ausflugsgaststätten ist nichts mehr vorhanden, auch Dampferanlegestellen soll es hier gegeben haben, alles vorbei.

Kurz vor dem Ortsteil Wendenschloss passierte es: der Himmel öffnete plötzlich seine Schleusen und es fing an zu regnen, nein es strömte in großen Massen auf uns herab. Der Waldweg verwandelte sich in eine Riesenpfütze und die Regenschirme konnten die Menge kaum aufhalten. So endete diese Wanderung in einem hastigen Aufbruch, als wir die Straßenbahn endlich an der Endhaltestelle Wendenschloss erreicht hatten.

im Juli – Wanderung von Wensickerndorf bis Wandlitzsee

Von den unzähligen Wanderwegen im Barnim, haben wir uns diesmal einen ländlichen Wanderweg ausgesucht. Der Weg führte an zwei Seen vorbei und ist eine Teiletappe des 66-Seen-Wanderwegs rund um Berlin. Wir wissen schon, dass die Wege mit dem bekannten Wanderzeichen ausgeschildert sind, so war ein Gelingen vorprogrammiert.

Der Bahnhof Wensickendorf liegt außerhalb der dörflichen Bebauung, dadurch sahen wir nach dem Ausstieg aus der Heidekrautbahn weite Felder vor uns liegen. Der Regen der letzten Tage hatte den sandigen Boden gut begehbar gemacht und wir konnten die Landschaft genießen. Wir sahen zwar keinen Bauern arbeiten, nein auf dem Lande ist auch ein Strukturwandel eingetreten; Pferdehöfe bestimmen jetzt das Bild.

Der erste See, den wir erreichten ist der Stolzenhagener See. Eine Badestelle war dort zu sehen, an seinem Ufer stehen Waldbäume und auf der gegenüberliegenden Seite wurde eine Seepromenade  mit Bänken angelegt. Hat man den See zur Hälfte umrundet weitet sich der Blick auf den nächsten See: den Wandlitzsee. Nun führte der Weg zwar nicht mehr über Waldwege, sondern durch Siedlungsgebiet. Es ist leider teilweise kein Uferweg vorhanden, aber warum sollten wir uns nicht die schönen neu erbauten Häuser ansehen?  Manchmal schimmerte ja trotzdem der Wandlitzsee durch das Grün der Bäume. Der Weg am See entlang endete an der Badeanstalt und über Treppen hinauf liefen wir zum schön gestalteten Zentrum.

Die Hauptstraße von Wandlitzsee ist gleichzeitig Fernverkehrsstraße mit regem Autoverkehr, der Bahnhof der Heidekrautbahn ist ganz leicht zu erreichen und mit einer knappen Stunde Fahrzeit waren wir wieder im Zentrum von Berlin

im Juli – durch die Potsdamer Heide

Um es vorweg zu schreiben, wir hatten wieder eine Wanderung, die zwar schön war, aber anders als geplant verlief. Die Potsdamer Heide liegt südlich der Stadt Potsdam zwischen dem Templiner See auf der einen Seite und wird östlich von der Nuthe begrenzt.

Wir fuhren mit dem Regionalzug nach Rehbrücke und wollten die Heide in Ost-West-Richtung durchlaufen. Es begann auch sehr schön, wir liefen unter schattigen Bäumen zum idyllisch gelegenen Teufelssee, der am Fuße des Großen Ravensberges in einer Senke eingebettet liegt. In Ermangelung eines Rastplatzes saßen wir hier auf einem Baumstamm, machten die erste Rast und ließen den Anblick des Sees, der jetzt mit Seerosen bedeckt war, auf uns wirken.

Den Aufstieg auf den Großen Ravensberg machten wir nicht, die inzwischen hoch gewachsenen Bäume ließen keine Aussicht in die Umgebung zu. Wir liefen nun auf dem Hauptweg weiter, das ist der angelegte Europawanderweg, aber wir konnten ihn nur ein kurzes Stück nutzen. Das Waldstück, durch das wir weiter laufen wollten war komplett abgeriegelt. Ein Bombenfund, Bergungsarbeiten oder Sprengungen sollten hier stattfinden. Natürlich, das ist höhere Gewalt, die uns diesen Umweg brachte. So liefen wir am Rand der Heide weiter in Richtung Potsdam, um in der Nähe der Waldstadt die gesamte Wanderung zu beenden. Eine Tram brachte uns anschließend bis zum Hauptbahnhof und damit auch in die Nähe der Freundschaftsinsel. Im dortigen Staudengarten blüht es zu jeder Jahreszeit, so fand diese Wanderung noch einen schönen Abschluss inmitten der blühenden Beete und der Wasserspiele

im August – Wanderung von Friedrichshagen bis Schoeneiche

Ein paar Befürchtungen waren schon im Vorfeld dieser Wanderung gegeben: wie klappt es trotz der vielen Baustellen und Sperrungen bei den öffentlichen Verkehrsmitteln zu dem verabredeten Treffpunkt zu kommen? Nein, die Vorahnung war unbegründet, pünktlich waren alle da, um diese abwechslungsreiche Wanderung mitzulaufen.

Wir starteten im Friedrichshagener Forst und liefen oberhalb des Müggelsee-Ufers bis zum Strandbad. Lange schon lag die ehemalige Badeanstalt im Dornröschenschlaf. Der Verfall war überall zu spüren, aber es waren auch Bauzäune zu sehen und an der Terrasse boten einige Büdchen einen Imbiss oder auch Strandartikel an und auf der Liegewiese und auf dem Sandstrand waren etliche Badegäste zu sehen. Es wäre auch sehr schade, wenn dieser flache und einladende Bereich des Müggelsees nicht genutzt wird.

Noch ein paar Meter weiter, vorbei am alten Forsthaus und wir standen an der Mole. Von hier hat man einen tollen Ausblick über den Müggelsee, am gegenüberliegenden Ufer erkannten wir den  Müggelturm, die Hochhäuser von Köpenick und die Bebauung in Friedrichshagen. Ein Wassersportler war im Wasser, hier wird Stand-Up-Paddling betrieben, eine neue Sportart, die sich erst in den letzten Jahren etabliert hat.

Wir liefen weiter, jetzt auf dem kleinen Uferweg vom Fredersdorfer Mühlenfließ durch eine ganz urwüchsige Landschaft, vorbei an einem kleinen Stausee, über Brücken und Trampelpfade bis in die Nähe des S-Bahnhofs Rahnsdorf. Aber noch war unsere Wanderung nicht beendet. Wir erreichten auch bald auf Waldwegen die Ortschaft Schöneiche, bereits im Land Brandenburg gelegen, und liefen bis zum „Kleinen Spreewaldpark“. Mit Hilfe des Mühlenfließes wurde dieser Park künstlich angelegt, kleinere Fließe ziehen sich durch die Landschaft, etliche Holzbohlenstege waren zu sehen, Naturlehrpfade und im Zentrum steht der „Dinomaurier“. Auf einer Feldsteinmauer haben Schöneicher Schüler einen Dinosaurier errichtet, der mit vielen bunten Keramikreliefs verziert ist. Da gab es genügend naive Kunst zu sehen. Wir haben auf dem großen Rastplatz eine Pause eingelegt, bevor wir uns zur letzten Etappe aufmachten.

Im Zentrum von Schöneiche stehen noch die alte Schlosskirche, das Schloss wurde ja nach Kriegszerstörungen abgerissen, und der Raufutterspeicher, ein altes Fachwerkhaus aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Gleich gegenüber befinden sich die Räume der Kulturgießerei, das ist eine Einrichtung mit alter Tradition, die viele bekannte Baudenkmäler auch für Berlin gegossen hat. Heute wird im Haus nicht nur gearbeitet, hier haben auch Künstler ihre Ateliers, es werden Kurse angeboten und es finden kulturelle Veranstaltungen statt.

Nach einer Stärkung im gemütlichen Schlosscafè liefen wir bis zur Dorfstraße und stiegen in die alte, über 100jährige Straßenbahn ein, die uns zurück nach Friedrichshagen brachte.

Wandern kann sooooo schön sein, war das eindeutige Fazit unserer heutigen Tour.

im August – Wanderung von Rangsdorf bis Blankenfelde

Die heutige Wanderung begann am Bahnhof Rangsdorf, bereits im Land Brandenburg gelegen, und zwar im Landkreis Teltow/Fläming. Als Rangsdorf den zusätzlichen Namen „Seebad“ in seiner Bezeichnung führte, als in den 1920/30er Jahren im Hotel am See noch zahlreiche Sommerfrischler Erholung suchten, als Prominente Schauspieler ihre ersten Segelflugstunden absolvierten und als in den Bücker-Werken zur damaligen Zeit moderne Segelflugzeuge gebaut wurden, war Rangsdorf ein anspruchsvoller Ort für eine bevorzugte Klasse der Goldenen 20er Jahre; es war die Blütezeit von Rangsdorf. In der Zeit wurde auch die Waldsiedlung von namhaften Architekten errichtet und viele Künstler zogen in die villenartigen Häuser unter den Kiefernbäumen.

Die erste Wanderetappe führte uns durch diese Siedlung, nett, klein und überschaubar. Dann liefen wir bis zur Dorfmitte, wo die ev. Kirche steht, das Gemeindehaus und wo sich auch das Gutshaus befand. Ein paar Scheunen und niedrige Bauernhäuser stehen um den Anger.

Eine weitere Siedlung in Rangsdorf heißt „Klein-Venedig“. Hier stehen ausschließlich Einfamilienhäuser, sicher später errichtet als die in der Waldsiedlung. Die kleinen Fließe die vom Rangsdorfer See bis zu den Häusern führen, lassen mit etwas Phantasie den Vergleich zu den venezianischen Wasserstraßen zu.

Das nächste Ziel unserer Wanderung war der Rangsdorfer See. Ein großer flacher See mit einem schönen Sandstrand, aber es gab nur wenig Badegäste. Warum nur, es war ein schöner Tag. Gut, eine kleine Schönheitskur könnte den angrenzenden Gebäuden an der Liegewiese nicht schaden, aber vielleicht wird das in der Gemeindeverwaltung bereits geplant.

Für die kommende Wegstrecke haben wir uns den ausgeschilderten Wanderweg entlang des Glasowbachs durch die Dahlewitzer Heide ausgesucht. Durch einen schönen Laubmischwald führt der Weg bis zur südlichen Autobahn A-10, die unterquert wird. Es geht weiter auf einem ausgeschilderten Naturlehrpfad, kleine Grenzsteine waren zu sehen, aber es gab keine Tafel mit Erklärungen, so erschlossen sich uns die Zahlen auf den Steinen nicht. Die ganze Strecke war sehr naturbelassen und den aus Holz gebauten Aussichtspunkt oberhalb des Feuchtgebietes haben wir nur mit größter Vorsicht betreten.

Aber wir hatten eine insgesamt 10 km lange Strecke erwandert, die alles zu bieten hatte, was man von einer Wanderung erwartet: eine kurze Anfahrtstrecke, eine idyllische Ortschaft, ein Badesee und ein abwechslungsreiches Waldgebiet.

im September -Tagesfahrt Jüterbog

Vor geraumer Zeit erhielt ich einen Flyer über Jüterbog und plante seitdem  dieser kleinen Stadt im Fläming einen Besuch abzustatten. Spitzbubenweg heißt der angelegte Wanderweg, weil er rings um die 1000jährige Altstadt führt und mit einem Augenzwinkern die Stadtmauer meint, die im Mittelalter so manchen unliebsamen Besucher von einem Besuch der Handelsstadt abhalten sollte. Der Weg führt meist über Feldwege und man hat dabei immer das Wahrzeichen der Stadt, die Nikolaikirche mit den ungleichen Türmen im Blick.

Wir sind aber auch von der vorgeschlagenen Route abgewichen, weil wir uns natürlich auch die historische Altstadt ansehen wollten.  Weil Jüterbog auch ein Zentrum der Reformation ist, weil hier der Ablasshändler Tetzel vor Martin Luther als Mönch lebte und mit seinem Handel den Anstoß für Martin Luthers Thesen gab, lag es nahe im Reformationsjubiläumsjahr die historischen Bauten zu besichtigen. Wir besuchten das Mönchenkloster, in dem damals Thomas Müntzer predigte, die Nikolaikirche und die Liebfrauenkirche, ein ehemaliges Zisterzienserinnenkloster. Wir sahen die Stadtmauer mit den gut erhaltenen Stadttoren, und mit den runden Wehrtürmen. Wir haben uns die liebevoll restaurierten Häuser rings um die Kirche und den Marktplatz angesehen. Wir standen auch vor dem Rathaus, welches sich selbst als das älteste und eines der schönsten im Land Brandenburg bezeichnet.

Die grüne Lunge Jüterbogs ist der Schlosspark mit seinem alten Baumbestand und dem Schlossteich.

Es war ein schöner Tag mit vielen neuen Eindrücken in dieser kleinen historischen Stadt.

im September – Wanderung von Hennigsdorf bis Spandau

Bei schönstem Herbstwetter starteten wir unsere Wanderung nördlich der Berliner Stadtgrenze im Ort Hennigsdorf.

Zuerst liefen wir durch die Havelpassage, „das Einkaufszentrum“ des Ortes und weiter durch den Stadtpark.  Unser Weg war nicht weit, denn wir standen bald darauf an der westlichen Stadtgrenze und zwar am Wald in die Neuendorfer Heide. Es war ein schöner Weg, über den wir weiter liefen, die Bäume noch grün und überall am Wanderweg roch es nach frisch geschlagenem Holz, das dort lagerte.

Es ging vorbei am Forsthaus und wir erreichten den Nieder-Neuendorfer-Kanal, der von der Havel abzweigt. Wir brauchten nur dem Kanalverlauf folgen um bald darauf eine Brücke zu erreichen und zu überqueren, die uns in den Ortsteil Nieder-Neuendorf brachte. Der kleine Ortsteil ist in den letzten Jahren sehr gewachsen, viele neue Häuser sind errichtet worden. Ein kurzer Weg über die Dorfstraße, vorbei am ehemaligen Gutshof und der Dorfkirche führte uns bald wieder auf den Mauerradweg, der Hennigsdorf mit Spandau verbindet. Der Radweg führt immer am Ufer der Havel entlang, wir hatten das Wasser immer im Blick, auch das gegenüberliegende Ufer.

Da doch so einige Radfahrer ihn nutzten, haben wir uns entschlossen lieber über einen Trampelpfad zu laufen um dem Verkehr zu entgehen. Kurz vor der Berliner Stadtgrenze stehen noch ein paar Informationstafeln im Wald und weisen auf zwei Exklaven hin. Hier waren Kleingartenanlagen, welche die Pächter nur durch ein Fußgängertor mit Klingel an der Mauer erreichen konnten. So eine ungewöhnliche Situation hat nur der kalte Krieg gebracht.

An der ersten Bushaltestelle auf Berliner Gebiet beendeten wir unsere Wanderung, die immerhin 10,5 km lang war.

im Oktober – Blumberger Landwege

Vor dieser Wanderung kamen einige Zweifel auf. Würde das seit Tagen vorherrschende herbstliche Wetter mit Regen und Sturmböen und mit verschlammten Wanderwegen uns einen Strich durch die Planung machen? Nein, als sich die dunklen Wolken verzogen hatten wurde die alternative Wanderung verworfen und wir setzten uns in den Regionalzug und fuhren nach Blumberg.

Die Ortschaft gehört zur Barnimer Feldmark und diese Region ist geprägt von weiten Feldern, kleinen Fließen und ausgedehnten Alleen, eben typischen brandenburgischen Orten mit Feldsteinkirchen, alten Bauernhäusern und auch Häusern im Stil der Gründerzeitarchitektur.

Zuerst steuerten wir den Blumberger Lennépark an. Auch dieser Park ist ein ehemaliger Schlosspark, der zu seiner Blütezeit Ende des 18. Jahrhunderts angelegt und später vielfach wieder umgestaltet wurde. Der damalige Hausherr ließ ein Schloss mit Turm errichten, das aber leider in den letzten Kriegstagen abgebrannt ist und nicht wieder aufgebaut wurde. Nur die schöne Parkanlage ist erhalten. Wir sind an alten Bäumen und Baumgruppen vorbeigelaufen, an vielen Bänken und kleinen Teichen und haben uns das einzige Denkmal, welches darin steht, angesehen. Leider hat auch hier der letzte Sturm einige der Bäume beschädigt, aber wir sind sicher, dass der Park sich bald wieder so zeigen wird wie wir ihn kennen, ein fleißiger Arbeiter war schon dabei, herabgestürzte Äste zu zerkleinern und Ordnung zu schaffen.

Anschließend machten wir uns auf den Wanderweg in Richtung Berlin, nach Ahrensfelde. Wir liefen auf dem Schleifweg durch die typische märkische Landschaft. Die Silhouette von Ahrensfelde mit der Kirchturmspitze und einigen Hochhäusern erkannten wir schon von weitem.

Der Weg zum S-Bahnhof Ahrensfelde führt durch die Hauptstraße in Ost-West-Richtung, sie ist ein einziges Nadelöhr durch das sich die Autofahrer mit ständigen Staus quälen müssen, wahrscheinlich sind Fußgänger wie wir die schnellste Gruppe, die diesen Weg wählt.

Am Ende des Wandertages waren wir froh, dass wir uns nicht von Wettervorhersagen beeinflussen ließen, denn es ist kein einziger Regentropfen gefallen!

im Oktober – Park Babelsberg

Dieses Mal haben wir unsere geplante Waldwanderung verschoben, der Sturm Xavier hat einfach zu viele Waldwege mit umgestürzten Bäumen hinterlassen und wir wollten sicher sein, dass unsere Wanderung nicht als Kletterpartie bezeichnet wird. Also hieß es umdenken und die Alternative hieß „Park Babelsberg“. Natürlich haben wir hier auch die Bäume gesehen, die umgestürzt waren, aber sie waren schon entlaubt und teilweise zersägt und waren kein Hindernis mehr für Besucher.

Der Park selbst und damit auch die Häuser und die Denkmäler die darin stehen, gehören schon seit vielen Jahren zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im Jahr 2016 endete die umfangreiche Sanierung der Anlage, vor allen Dingen des Wassersystems das für die Vegetation und für die Brunnenanlagen mit den Wasserspielen zuständig ist. Leider waren aber bei unserer Tour schon alle Wasserleitungen abgestellt, dafür blühten noch die Blumen auf den Terrassenanlagen in den mit runden Keramikfliesen eingefassten Rondellen. Der Park um das Schloss wurde jetzt wieder so aufgebaut, wie die Pläne der damaligen Gartenarchitekten Lennè und Fürst Pückler-Muskau es einst vorgesehen hatten.

Die Außenfassade vom Schloss war saniert, und es zeigte sich in seiner ganzen Pracht. Schön anzusehen nachdem die Sanierungsarbeiten etliche Jahre in Anspruch nahmen,  wo wir das Schloss immer nur eingerüstet sahen.

Wir liefen kreuz und quer auf den Fußwegen durch den Park, vorbei an den Baudenkmälern wie Flatowturm, Gerichtslaube, Matrosenhaus und dem kleinen Schloss. Zusätzlich hatten wir schöne Ausblicke auf Potsdam, über die Havel hinweg sahen wir das Belvedere auf dem Pfingstberg, das Jagdschloss Glienicke, auch das Schloss Glienicke und die Glienicker Brücke.

Es war ein schöner Tag, der wie im Fluge verging und alles hat gestimmt, wandern, Kultur und Herbststimmung auf dem Babelsberg!

Im November – durch die Krummendammer Heide

Jede Herbstwanderung hat ihre besonderen Reize, so war es auch diesmal. Wir starteten in Rahnsdorf, das ganz mühelos mit der S-Bahn zu erreichen ist.

Die Krummendammer Heide ist ein typisches märkisches Waldgebiet mit Sandboden, bewachsen von Birken und Kiefern. Wieder war es ein Wasserschutzgebiet durch das wir liefen, ohne Wanderzeichen und auch leider ohne Bänke, dafür auf breiten Waldwegen. Ein paar Sturmschäden waren noch zu sehen, vielleicht auch ältere, aber die Forstwirtschaft möchte ja auch die umgestürzten Bäume manchmal liegenlassen, um anderen Waldbewohnern, wie z. B. Insekten und Käfern nicht den Lebensraum zu nehmen.

Der Machnow, den wir erreichten, grenzt an die nächste Heidelandschaft, die Münchehofer Heide und liegt schon in Brandenburger Gebiet. Schön, mitten im Wald eine Sandlandschaft mit Wegen und einzelnen Kieferngruppen.

Das Erpetal liegt gleich daneben. Die Erpe, ein Spree-Ableger schlängelt sich hier durch eine unter Schutz gestellte Wald- und Wiesenlandschaft. Etliche Mühlräder drehten sich hier vor hunderten von Jahren, heute gibt es keine Mühle mehr. Nur die Heidemühle blieb erhalten, sie ist aber inzwischen zu einem festen Wohnhaus umgebaut worden und hat keine Ähnlichkeit mehr mit einer Mühle, wie wir sie kennen. Leider wurden auch die alten knorrigen Weidenbäume am Wanderweg entfernt, der Weg hat viel von seiner Ursprünglichkeit verloren. Dafür entdeckten wir einen neu angelegten Naturschutzpfad, der einigen Aufschluss über die Landschaft gibt. Lobenswert.

Noch eine kurze Wegstrecke durch eine Kleingartenanlage, dann hat der Wanderer den ehemaligen Kurpark und die S-Bahnstation Friedrichshagen erreicht.

Vermisst hatten wir die Sonne schon, aber die Wegstrecke hat auch entschädigt und die schönen Herbstfarben waren noch zu sehen.

im November – Stadtwanderung Lankwitz

Lankwitz ist ein Ortsteil des Stadtbezirks Steglitz-Zehlendorf und liegt im Süden Berlins. Den Namen bekam die Ortschaft weil einst der Wiesenbach Lanke hier seine Quelle hatte. Die Gegend, die im 13. Jahrhundert noch aus wenigen Bauernhäusern bestand, wurde vom Markgraf Otto dem Benediktinerkloster Spandau geschenkt, und noch heute verweisen viele Straßennamen auf den christlichen Ursprung. Auffallend viele Kirchen entdeckten wir, dazu noch andere soziale Einrichtungen wie ein Krankenhaus, Pflegeheime und auch Kitas.

Start unserer Tour war das Rathaus, im Stil der Renaissance um 1910 errichtet. Gleich gegenüber ist der Bernkasteler Platz, das ist eine kleine Grünanlage mit Rosenbeeten, an deren Begrenzung  Pappeln gepflanzt wurden.  Nach ein paar Schritten erreichten wir das Komponistenviertel. Das wiederum ist eine Wohnanlage, die Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet wurde. Viele der damals erbauten Häuser stehen heute unter Denkmalschutz. Mitten im Viertel steht das prächtige Haus Correns, es wird auch als Siemensvilla bezeichnet, weil der Unternehmer Werner von Siemens es 1924 kaufte und bewohnte. Ein weitläufiger Park gehört dazu. Heute sind im Haus eine Privatschule für Manager und eine Schule für Mediziner untergebracht. Schön, wenn man in so einer historischen Stätte lernen kann.

Wir liefen weiter zur Lankwitz-Quelle markiert mit einem Findling und bis zum Gemeindepark Lankwitz mit seinen Tiergehegen und den Sportanlagen. Auf den Bänken nahe des Teiches ließ es sich gut ausruhen, denn die letzte Wegstrecke lag noch vor uns. Wir liefen über die Mühlenstraße bis zur idyllischen Dorfaue und zur Dorfkirche Lankwitz, letztere noch aus Feldsteinen im 13. Jahrhundert erbaut. Vor der Kirche steht die Kaisereiche, die zu Ehren Kaiser Wilhelms I. gepflanzt wurde.

Auf dem Weg zurück zum Bahnhof  kamen wir noch an der Dreifaltigkeitskirche vorbei, ein großer Backsteinbau aus dem Jahr 1906. Die Kirche bot 900 Gläubigen Platz. Nur wenige Jahre nach der Eröffnung soll ein Postflugzeug den hohen Kirchturm gestreift und zum Einsturz gebracht haben. Weitere Beschädigungen kamen in den letzten Kriegstagen dazu, aber ab 1951 wieder aufgebaut, zeigt sie sich heute als mächtiges Bauwerk mit einem markanten Turm in Pyramidenform.

So hatten wir unsere Runde in Lankwitz gelaufen, haben einen Ortsteil erkundet und gleichzeitig unser Wanderjahr abgeschlossen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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